in der Schlacht gestanden haben, sie werden mit Ehren und Kränzen bedeckt über deine und noch viele andere Leichen hinweg.
Carmen Sylva
Bei Lebzeiten
Was man tadelt, wenn ich sterbe,
Was man lobt, ist einerlei,
Aber eines als mein Erbe,
Möcht' ich künden todesfrei:
In dem langen Lebenswandern,
Hab' die Menschen ich geliebt,
Die gefühlt im Los der andern,
Wie viel Weltenleid es gibt.
Die nicht stets zum Lebensfeste
An der Not vorbeigehetzt
Und von ihres Prunkmahls Reste
Noch des Darbens Blut geletzt.
Solche liebte ich nicht minder,
Die empfinden mitleidrein,
Daß das Tier, nach Art der Kinder,
Liebe braucht in Erdenpein.
Jene aber konnt' ich hassen,
Die in stolzer Stellung stumm
Ihre Würde dampfen lassen
So wie Weihrauch rundherum!
Die sich glauben zu erniedern,
Wenn sie einem schlichten Wicht
Steinern nicht den Gruß erwidern,
Ohne Lächeln im Gesicht.
Menschen liebt ich, Menschenherzen,
Welche echter Gottheit Bild,
Ob im Glücke, ob in Schmerzen
Menschlich bleiben, gut und mild.
Emil Claar
Carmen Sylva
Bei Lebzeiten
Was man tadelt, wenn ich sterbe,
Was man lobt, ist einerlei,
Aber eines als mein Erbe,
Möcht' ich künden todesfrei:
In dem langen Lebenswandern,
Hab' die Menschen ich geliebt,
Die gefühlt im Los der andern,
Wie viel Weltenleid es gibt.
Die nicht stets zum Lebensfeste
An der Not vorbeigehetzt
Und von ihres Prunkmahls Reste
Noch des Darbens Blut geletzt.
Solche liebte ich nicht minder,
Die empfinden mitleidrein,
Daß das Tier, nach Art der Kinder,
Liebe braucht in Erdenpein.
Jene aber konnt' ich hassen,
Die in stolzer Stellung stumm
Ihre Würde dampfen lassen
So wie Weihrauch rundherum!
Die sich glauben zu erniedern,
Wenn sie einem schlichten Wicht
Steinern nicht den Gruß erwidern,
Ohne Lächeln im Gesicht.
Menschen liebt ich, Menschenherzen,
Welche echter Gottheit Bild,
Ob im Glücke, ob in Schmerzen
Menschlich bleiben, gut und mild.
Emil Claar