erreicht, dann sehen wir gleich jenem, der am Meeresufer steht, nur Unendlichkeit vor uns, und dann sinken wir entweder anbetend in die Knie, oder brechen in Flüche der Verzweiflung aus.
Joszef Freiherr von Eötvös
Was heißt lieben?
"Sag' an, was nennst du lieben?" –
Von Sehnsucht umgetrieben,
Versunken ganz im andern,
Durch Stadt und Felder wandern, –
In langen, wachen Nächten
Mit Gott und Menschen rechten, –
Vom Kissen, dem vielheißen,
Die nassen Augen reißen, –
In tobendem Verlangen
Die leere Luft umfangen, –
Die Augen manchmal schließen,
Der Bilder zu genießen,
Die durch die Seele fließen, –
In langen grauen Tagen
Stumm, stolz die Pein ertragen –
Und dennoch nie verzagen
Und dennoch nie entsagen,
Glück, Ehre, Leben wagen
Und lieber doch verbrennen,
Als diese Qual nicht kennen,
Die Mark und Kraft zerrieben –
Das, – etwa, – nenn' ich lieben!
Felix Dahn
Joszef Freiherr von Eötvös
Was heißt lieben?
"Sag' an, was nennst du lieben?" –
Von Sehnsucht umgetrieben,
Versunken ganz im andern,
Durch Stadt und Felder wandern, –
In langen, wachen Nächten
Mit Gott und Menschen rechten, –
Vom Kissen, dem vielheißen,
Die nassen Augen reißen, –
In tobendem Verlangen
Die leere Luft umfangen, –
Die Augen manchmal schließen,
Der Bilder zu genießen,
Die durch die Seele fließen, –
In langen grauen Tagen
Stumm, stolz die Pein ertragen –
Und dennoch nie verzagen
Und dennoch nie entsagen,
Glück, Ehre, Leben wagen
Und lieber doch verbrennen,
Als diese Qual nicht kennen,
Die Mark und Kraft zerrieben –
Das, – etwa, – nenn' ich lieben!
Felix Dahn