Auf die Unterdrückung des Irrtums folgt gemeiniglich ein zeitliches Übergewicht des entgegengesetzten. –
Der nächste Fortschritt wird dann dadurch gemacht, daß die widerstreitenden Irrtümer einander gleichgeordnet und als die entgegengesetzten Seiten einer einzigen Wahrheit erkannt werden.
Herbert Spencer
Die Männer sind mechant
Du sagtest mir es, Mutter:
Er ist ein Springinsfeld!
Ich würd' es dir nicht glauben,
Bis ich mich krank gequält!
Ja, ja, nun ist er's wirklich;
Ich hatt' ihn nur verkannt!
Du sagtest mir's, o Mutter:
"Die Männer sind mechant!"
Vor'm Dorf im Busch, als gestern
Die stille Dämm'rung sank,
Da rauscht' es: "Guten Abend!"
Da rauscht' es: "Schönen Dank!"
Ich schlich hinzu, ich horchte;
Ich stand wie festgebannt:
Er war's mit einer Andern –
"Die Männer sind mechant!"
O Mutter, welche Qualen!
Es muß heraus, es muß! –
Es blieb nicht bloß beim Rauschen,
Es blieb nicht bloß beim Gruß!
Vom Gruße kam's zum Kusse,
Vom Kuß zum Druck der Hand,
Vom Druck, ach liebe Mutter! –
"Die Männer sind mechant!"
Johann Gabriel Seidl
Herbert Spencer
Die Männer sind mechant
Du sagtest mir es, Mutter:
Er ist ein Springinsfeld!
Ich würd' es dir nicht glauben,
Bis ich mich krank gequält!
Ja, ja, nun ist er's wirklich;
Ich hatt' ihn nur verkannt!
Du sagtest mir's, o Mutter:
"Die Männer sind mechant!"
Vor'm Dorf im Busch, als gestern
Die stille Dämm'rung sank,
Da rauscht' es: "Guten Abend!"
Da rauscht' es: "Schönen Dank!"
Ich schlich hinzu, ich horchte;
Ich stand wie festgebannt:
Er war's mit einer Andern –
"Die Männer sind mechant!"
O Mutter, welche Qualen!
Es muß heraus, es muß! –
Es blieb nicht bloß beim Rauschen,
Es blieb nicht bloß beim Gruß!
Vom Gruße kam's zum Kusse,
Vom Kuß zum Druck der Hand,
Vom Druck, ach liebe Mutter! –
"Die Männer sind mechant!"
Johann Gabriel Seidl