Direkt zum Hauptbereich

Die Hitze des Lebens blendet unseren Geist, wie die Sonnenglut eines heißen Tages

das Auge. Erst am kühlen Abend schaut die Seele in den Tiefen der still heraufziehenden Nacht die ewig brennende Kerze der Unvergänglichkeit, gleich einem freundlichen Stern, der im Abgrunde der Finsternis leuchtet.
Ernst Wagner

Weltflüchtige Liebe

Wie war mein Leben still,
Eh du mir begegnet.
Aber nun will
Nichts mehr sein, das mich segnet.

Wie ein weidwundes Tier
Flücht' ich mein Blut, das rinnt.
Niemand spricht zu mir,
Nur Regen und Wind.

Kräuter, in die ich mein
Antlitz wühle,
Kräuter und feuchter Stein
Geben mir Kühle.

Bin nicht mehr, der ich war,
Weiß nicht was werden –
Würde ich doch zu Erden,
Dann könnt' ich noch Frühling werden
Und ein fruchtbares Jahr.
Anton Wildgans

Gemeoss