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Ein Regierungschef kann seine Politik in dem Maße als alternativlos bezeichnen, wie er

selbst alternativlos geworden ist.
© Dr. Achim Reichert

So habe ich denn bewiesen, daß die Regierung um so schlaffer wird, je mehr die Behörden zunehmen ...
Jean-Jacques Rousseau

Es war einmal vor geraumer Zeit
ein großer Staatsmann.
Vielleicht der Größte - weit wie breit.
Als Wiedervereiniger anerkannt
und als Helmut Kohl bekannt.

Bis dann dem stattlichen Mann
die Staatskasse ist abgebrannt,
und mit Zuwendungen in der Hand
er einen unrühmlichen Abgang fand.

Doch zu Großzeiten von Glanz und Glorie
war er ehrlich fast unentbehrlich.
Als gekröntes Haupt der Welt-Menagerie
war sein Charisma beinah verträglich.

Bei jeder Weltkonferenz war er zugegen.
Ob Sonnenschein, Weltuntergang oder Regen.
So auch auf der Welthungerkonferenz in Kenia.
Denn aus Erfahrung kannte er den Hunger ja.

Auch dabei war - er wußte nicht warum
Klein-Ogi aus dem Grüziland.
Aus zweiter Reihe schaute er sich um
bis sein unsteter Blick Helmut fand.

Unter Helmuts Fittichen schnaufte er erleichtert auf.
Rechthaberische Belehrungen nahm er gern in Kauf.
Auch Helmut war der Adlatus sehr willkommen.
War sein Englisch doch etwas benommen.

Und eines schönes sonntags Morgen
ging das Paar ein Jeeplein borgen
um auf Safari-Pirsch - einer heiteren
zoologisch den Horizont zu erweitern.

Und siehe da! - es ging nicht lang,
aus eines trägen Flusses Lauf
taucht nah ein Flußpferd ohne Bang
schnaubend aus den Fluten auf.

“Guck mal, Ogi, welch wohlgenährtes Exemplar
von einem Dangeross wir da vor uns haben!”
‘Dangeross?’ Ogi stutzt und wundert sich gar.
Tja, Ross und Pferd würd sich noch vertragen.

Doch was hat Dange denn gemein mit Fluß?
Schwanzwirbelnd düngte nun das Dangeross
die Savannah mit dem Inhalt den es ergoß.
Ob man Dange als Dünge verstehen muß?

Ja wahrhaftig, man hat nie ausgelernt!
Orange - Apfelsine.
Verwandte Sprachen - so weit entfernt:
Ananas - Pampelmuse,
Traube - Rosine,
Grännmeitschi - Heulsuse.

Nur eine halbe Stunde mit Helmut dem Weisen,
schon ist auf Sprachbereicherung zu verweisen!

“Ogi, Ogi, was träumst Du? - siehst Du nicht dort
die Herde Dangerösser - nun traben sie fort!”
Ogi schaut auf, blickt hin mit krausender Stirn.
Zornesgewölk benebelt sein Hirn.

“Jetzt reicht’s aber, Helmut, verzapf keinen Kohl!
Hälst’s mich zum Affen?
Das sind doch Giraffen!
Ich mach jede Wette, sonst der Teufel mich hol!”

“Komm, Ogi, beruhige Dich! Gib es zu;
ein Safari-Grünschnabel, das bist Du!
Ich jedoch bin nicht zum ersten Mal hier.
Ich erkenne aus Erfahrung jedes Tier.”

‘Ach so, jedes Tier kennt er wohl!
Der tierische Erkenner Helmut Kohl.
Mal sehen ob er dies auch kennt
und es bei seinem Namen nennt?'

“Helmut, Helmut, wieso paßt Du nicht auf?
Siehst Du den Kuckuck nicht dort im Laub?”
“Zum Kuckuck, Ogi, mit deinem Kuckuck, darauf
wette nun ich; es ist ein Dangeross, mit Verlaub!”

“Also gut, Helmut, topp - die Wette gilt
bevor der Park mit Dangerössern überquillt.
Auf Deine Beweisführung brenne ich.
Gewinnst Du, dann verbrenn ich mich!”

"Ach, mein Lieber, nicht so feurig!
Sonst bist Du es Dir bald reuig.
Am Eingang steht’s klar und groß:
Caution! All animals are dangerous!"

"Übrigens, bevor es mir entfällt:
Hast Du die Kaution gestellt?"
© Peter Graedel

Gemeoss

Sagt der Theologe zum Philosophen: Philosophie ist, wenn jemand in einem absolut dunklen

Raum mit verbundenen Augen eine schwarze Katze sucht, die gar nicht da ist. Erwidert der Philosoph: Aber Theologie ist, wenn jemand in einem absolut dunklen Raum mit verbundenen Augen eine schwarze Katze sucht, die gar nicht da ist, und dann ruft: "Ich hab sie!" Unbekannt Abendlied Ringsum nun wird es stille, Indeß der Tag versinkt, Und froh im Gras die Grille Den Thau der Dämmrung trinkt. Aufsteigt die Nacht im Westen, Sie athmet hörbar kaum Und wiegt von Ast zu Aesten Den Wald in Schlag und Traum. Den Vögeln wie sie brüten, Drückt sie die Augen zu Und lullt im Thal die Blüten, Die Aehren all' in Ruh'. Komm, Mutter Nacht, und lege Die Hand aufs Herz mir mild, Daß sie die wilden Schläge Dem Ruhelosen stillt! Adolf Friedrich Graf von Schack

An einen dem Autor besonders lieben Menschen: Wenn jeder Mensch, der schon mal

gedacht hat "Den könnt‘ ich erwürgen", dies auch in der Realität getan hätte, wäre die Welt schon lange menschenleer. © Wolfgang J. Reus Zu dir Sie sprangen aus rasender Eisenbahn Und haben sich gar nicht weh getan. Sie wanderten über Geleise, Und wenn ein Zug sie überfuhr, Dann knirschte nichts. Sie lachten nur. Und weiter ging die Reise. Sie schritten durch eine steinerne Wand, Durch Stacheldrähte und Wüstenbrand, Durch Grenzverbote und Schranken Und durch ein vorgehaltnes Gewehr, Durchzogen viele Meilen Meer. – Meine Gedanken. – Ihr Kurs ging durch, ging nie vorbei. Und als sie dich erreichten, Da zitterten sie und erbleichten Und fühlten sich doch unsagbar frei. Joachim Ringelnatz

Eigentlich kann man nur geben, was man hat, und

bisweilen hat man nicht, was man meinet zu haben. Matthias Claudius Vorfrühling Pralle Wolken jagen sich in Pfützen Aus frischen Leibesbrüchen schreien Halme Ströme Die Schatten stehen erschöpft. Auf kreischt die Luft Im Kreisen, weht und heult und wälzt sich Und Risse schlitzen jählings sich Und narben Am grauen Leib. Das Schweigen tappet schwer herab Und lastet! Da rollt das Licht sich auf Jäh gelb und springt Und Flecken spritzen – Verbleicht Und Pralle Wolken tummeln sich in Pfützen. August Stramm Was bei den Kindern reicher Leute die Gouvernante und der Hofmeister, das ist bei armen Kindern der Schutzengel. Verfasser unbekannt Es ist Art der Mimosen, aus ihren Mitmenschen Dünger zu machen. © peter e. schumacher Die Menschheit wird in der Zukunft nichts Brauchbares ernten, wenn sie fortfährt, gegenwärtig nur Unkraut zu säen. © Willy Meurer Nicht soll man weinen über den, Den selbstersehntes Grab bedeckt; Das wäre sündhaft. Sophokles Vergeßlic...

Oft kommen mir die Tage nur wie aneinander gereihte Stunden vor; wenn wir

auf die nächsten warten, wollen die jetzigen nicht vergehen. Und Nächte, aus denen wir nicht erwachen wollen. .... Im Gedanken an diesen Abend sind schnell 4 Wochen vergangen. Keine Ahnung, ob die Zeit gegen uns spielt, aber mit ihr spielen liegt mir fern. Vielleicht ist das mein Problem: selbst wenn ich mit euch lache, ist mir die Zeit wichtig. © Bettina Reidies Meine Freiheit Mögt ihr mich tausendmal mit Zwang Auf eine Wendung schrauben – Ich werde der Spirale Gang Mir selbst zu ziehn erlauben. Karl Friedrich Henckell Nur der Mensch ist so sinnlos blöd und führt Kriege gegen seine Mitmenschen. Haben Sie schon einmal gehört, daß Tiere untereinander Krieg führen? Eben….! © Stefan Wittlin Der Mensch ist zur Welt geboren, als ein Gottesgedanke, desgleichen noch keiner war, anderen früheren zur Ergänzung, späteren zur Vorbereitung, allen nötig, nirgend überflüssig. Hermann von Bezzel Charaktereigenschaften anderer Völker schätzen und bewerten. Sich gegenseitig messen, übe...

Wer alles haben will, bekommt am Ende nichts! sagt man. Wer nichts haben

will, bekommt am Ende alles - vom Sozialamt! © Willy Meurer Starke Wasser reißen viel Gestein und Gestrüpp mit sich fort, starke Geister viele dumme und verworrene Köpfe. Friedrich Wilhelm Nietzsche Manche Eltern sind Menschen, die sich dann an ihre Elternschaft erinnern, wenn man ihnen das Kindergeld streicht. © Christa Schyboll Bei Leichtgesinnten ernst, wachsam, wo andre faul, der Weise schlägt sie, wie das Rennpferd schlägt den Gaul. (29. Vers) Dhammapada Mein kleines Beziehungs-Einmaleins: Ich zähle auf dich und rechne mit dir – und hoffe, du machst mir keinen Strich durch die Rechnung. © Ernst Ferstl Ein Heil bleibt dem Besiegten allein, kein Heil mehr zu hoffen! Vergil Vorbilder leben vor, zeigen Sinn. Unaufdringlich leise. © Else Pannek Kein Wissen gibt's, der Seele Bildung im Gesicht zu lesen. William Shakespeare Die Zeiten ändern sich, das Schlechte bleibt. Graffito Alle großen Dichter werden zum Schluß, natürlich und unvermeidlich, Kritike...

Unser Zeitalter ist seinem Wesen nach tragisch, also weigern wir uns, es tragisch

zu nehmen. Die Katastrophe ist hereingebrochen, wir stehen zwischen den Trümmern, wir fangen an, neue kleine Gewohnheiten zu bilden, neue Hoffnungen zu hegen. Es ist ein hartes Stück Arbeit: Kein ebener Weg führt in die Zukunft; wir umgehen die Hindernisse jedoch oder klettern über sie hinweg. Wir müssen leben – einerlei, wie viele Himmel eingestürzt sind. David Herbert Lawrence Bewahret euch vor Eifersucht, Dem grüngeäugten Scheusal, das besudelt Die Speise, die es nährt. Heil dem Betrogenen, Der, seiner Schmach bewußt, das Falsche haßt; Doch Qualminuten zählt der Mann, Der liebt, verzweifelt, argwohnt und vergöttert. William Shakespeare Die Sehnsucht treibt uns zu denen, die die Sehnsucht treibt, und dort verweilen wir, bis wir beschließen, glücklich zu werden. © Nina Stillbauer "Was werden denn die Leute sagen!" Was werden sie denn sagen? Überleg es Dir! Du weißt dann zwar immer noch nicht, was sie sagen werden, aber du weißt zumindest, was Du denkst! © Helg...

Durch den internationalen Terrorismus hat der bekannte Spruch "You and what army?" eine

völlig neue Bedeutung erhalten... © Wolfgang J. Reus Ich lehne die PID als Tendenz zur aktiven Selektion ab. Behindertes Leben wird dadurch zum geminderten Leben. © Wolfgang Huber »Mon dieu« ist ein Sturz aus dem Nonsens des Wissens und Könnens zurück ins Licht der Alltäglichkeit. © Billy Dass Dinge ebenso wahr wie erbärmlich sein können, zeigt sich schön in dem Satz: "Ich bin eben so, wie ich bin" als Begründung allen Tuns. © Stefan Hölscher Die Frauen haben in gewissen Dingen ein wunderbares Divinationsvermögen; sie sehen, ohne hinzublicken, wo wir schauen, ohne zu sehen. © »Junggesellenbrevier« Mancher droht, der selber zittert. Aus Frankreich Der finale Rettungsstau: Alle bleiben zu Hause. © Peter Cerwenka Wer bei seiner geistigen Nahrung nur Fettgedrucktes zu sich nimmt, lebt ungesund, denn Schlagzeilen wirken wie Schlagsahne – . © Prof. Dr. med. Gerhard Uhlenbruck Man soll nicht einlenken, wenn es einen vom Weg abbringt. © Peter Rudl Die Fehl...

Das Interesse der Alten an der Nazi-Geschichte beschränkt sich auf den historischen Ablauf

der eigenen Karriere… © Elmar Kupke Glücklich ist, wer in jedem Lebensalter über die Möglichkeiten verfügt, die seinen Fähigkeiten entsprechen. Henriette Wilhelmine Hanke Ich wünsche lange, sehr lange zu leben, und der Gedanke an den Tod erfüllt mich mit einer kindlichen, poetischen Scheu. Stefan Zweig Wir können durch Liebe und Wohlwollen fraglos leicht bestochen werden, vielleicht zu leicht, aber ausgerechnet durch Drohungen ganz gewiß nicht. Otto Eduard Leopold Fürst von Bismarck In jedem Gesicht ist Schönheit zu sehen. In jedem Herzen ist Güte zu finden. © Miroslav Mamic Wer Karriere machen will, muß viel reden; wer reich werden will, muß laut singen. © Börsenweisheit Nicht neuer Continente bedarf's auf der Erde, sondern neuer Menschen! Jules Verne Wenn nichts mehr geht, geht auch nichts mehr schief. Unbekannt Im Fitneßtrend vegißt der Kopf sich gerne selbst. © Michael Marie Jung Gott hat seiner Mutter nicht alles gesagt. Aus Irland

Es kann vorkommen, wenn die Einkommen der Nachkommen nicht ankommen, daß die Nachkommen

ohne Einkommen nicht auskommen und vollkommen verkommen oder umkommen. © Frank Stefani Manche Männer sind wie die Eulen: Tagsüber kriegen sie kein Auge auf, und nachts jagen sie die Mäuschen. Unbekannt Alles wiederholt sich nur im Leben, Ewig jung ist nur die Phantasie; Was sich nie und nirgends hat begeben, Das allein veraltet nie! Johann Christoph Friedrich von Schiller Fußballern braucht man nie lange zu erklären, warum jemand im Rentenalter gerne weiterarbeitet: was macht mehr Spaß als Elfmeterschießen in der Verlängerung? © KarlHeinz Karius Um die Liebe eurer Eltern zu verstehen, müßt ihr selbst Kinder aufziehen. Aus China Das Bild und der Begriff entsteht, indem eine produktive Kraft einige gegebene Reize gestaltet : eine „Erscheinung“ macht. Friedrich Wilhelm Nietzsche Ein Schwein läßt sich nur mit einer größeren Futterkippe wegködern. © Pavel Kosorin …den Weg in das Herz eines anderen Menschen findest du in deinem eigenen Herzen… © Natalie Wolff Neue ...

Das Leben ist eine einzige Aneinanderreihung von Herausforderungen, die man meistern, oder an

denen man scheitern kann. Die Kunst dabei ist, über den Erfolgen nicht den Boden unter den Füßen zu verlieren, um nicht über den Niederlagen zu verzweifeln. © Katja Götze Arme Schlucker leben immer über ihren Stand. © Andrzej Majewski Man darf eine Frau nur mit ihrem Einverständnis heiraten. Altes Testament Könnte man jede Bibel, jeden Koran, jeden Talmud und jede andere religiöse Schrift durch das Buch »Der kleine Prinz« ersetzen, würde diese Welt um vieles friedlicher sein... © Markus Prem Oft verhüllt der Mantel des Schweigens nur nackte Tatsachen. © Lothar Peppel Schnapsideen sind Unfälle, die als Einfälle gestartet sind. © peter e. schumacher