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Um das Herz und den Verstand eines anderen Menschen zu verstehen, schaue nicht

darauf, was er erreicht hat, sondern wonach er sich sehnt.
Khalil Gibran

Wenn jemand versucht, Besitzgier mit Geld zu befriedigen, gleicht das dem sinnlosen Unterfangen, ein Feuer mit Öl zu löschen.
Von den Hindu

Die Weihnachtskarpfengans

Eingepackt in eine Tasche
liegt die Gans erschlafft und tot.
Übern Rand, da hängt ihr Köpfchen,
(Federn sind ein bisschen rot).

Im Hof zu Hause angekommen,
wird sie erst mal ausgepackt,
dann gerupft und heiß gesenget,
liegt sie da vollkommen nackt.

In Papier nun eingewickelt,
stellt man sie im Schuppen kalt.
Dort verharrt sie dann geduldig,
bis sie holt der Heinrich bald.

Auf dem Tisch – papierentkleidet –
wartet sie auf einem Brett,
dass man ihr den Bauch aufschneidet,
iiihhh, wie ist das Luder fett!

Die Elfriede mit dem Messer –
gefährlich scharf und extra lang –
rückt ihr sehr beherzt und schneidig
nun zu Leibe mit Gesang.

Als sie packt den Hals, den langen,
um zu köpfen dieses Tier,
da wird ihr auf einmal übel,
stürzt hinaus zur Küchentür.

Rennt ins Bad und übergibt sich,
sitzt auf einem Hocker schwach.
Zittrig und mit weichen Knieen
schleicht sie in die Küche, ach!

Packt die tote Gans mit Grausen,
trägt im Kübel sie hinaus,
schenkt sich ein ’nen großen Schnaps
und pfeift auf den Weihnachtsschmaus.

Ruft beim Wirten an, der drunten
Weihnachtsgäns’ en gros dort brät,
und bestellt zum Abhol’n eine,
aber leider: schon zu spät!

Alle Gänse sind vergeben,
keine ist zu haben mehr –
doch der Wirt erklärt ihr gütig,
wie gut doch auch ein Karpfen wär.

Ha, die Rettung naht – oh Freude!
Heiligabendvormittag
fährt nun Heinrich hin zum Wirten,
holt den Karpfen laut Vertrag.

Dumm nur, dass er leicht verspätet,
weil der Wirt ihm von dem Bier,
frisch gezapft und wirklich süffig
rasch kredenzt ihm drei bis vier.

Ach, das sind nur Kleinigkeiten,
Heinrich fährt beschwingt nach Haus,
trägt den Karpfen in die Küche –
gerettet ist der Weihnachtsschmaus!

Elfriede nun, nur leicht gestresst
nimmt ihn freudig in Empfang!
Alles Drumherum ist fertig –
Weihnachtsfriede – Gott sei Dank!

Heinrich am Klavier spielt selig
„Fröhliche Weihnacht überall!“,
Elfriede singt, das Essen tragend,
„Klinget durch die Lüfte froher Schall!“

Nach dem Essen satt und müde,
ermattet nun am Weihnachtstisch
riskieren sie verschämt ein Auge
auf den abgenagten Fisch.

„Aber nächstes Jahr probier ich’s
selber mit dem frischen Fisch... “
versichert nun Elfriede friedlich.
Heinrich schläft, Kopf auf dem Tisch.
© Barbara Schwarz

Gemeoss

Sagt der Theologe zum Philosophen: Philosophie ist, wenn jemand in einem absolut dunklen

Raum mit verbundenen Augen eine schwarze Katze sucht, die gar nicht da ist. Erwidert der Philosoph: Aber Theologie ist, wenn jemand in einem absolut dunklen Raum mit verbundenen Augen eine schwarze Katze sucht, die gar nicht da ist, und dann ruft: "Ich hab sie!" Unbekannt Abendlied Ringsum nun wird es stille, Indeß der Tag versinkt, Und froh im Gras die Grille Den Thau der Dämmrung trinkt. Aufsteigt die Nacht im Westen, Sie athmet hörbar kaum Und wiegt von Ast zu Aesten Den Wald in Schlag und Traum. Den Vögeln wie sie brüten, Drückt sie die Augen zu Und lullt im Thal die Blüten, Die Aehren all' in Ruh'. Komm, Mutter Nacht, und lege Die Hand aufs Herz mir mild, Daß sie die wilden Schläge Dem Ruhelosen stillt! Adolf Friedrich Graf von Schack

An einen dem Autor besonders lieben Menschen: Wenn jeder Mensch, der schon mal

gedacht hat "Den könnt‘ ich erwürgen", dies auch in der Realität getan hätte, wäre die Welt schon lange menschenleer. © Wolfgang J. Reus Zu dir Sie sprangen aus rasender Eisenbahn Und haben sich gar nicht weh getan. Sie wanderten über Geleise, Und wenn ein Zug sie überfuhr, Dann knirschte nichts. Sie lachten nur. Und weiter ging die Reise. Sie schritten durch eine steinerne Wand, Durch Stacheldrähte und Wüstenbrand, Durch Grenzverbote und Schranken Und durch ein vorgehaltnes Gewehr, Durchzogen viele Meilen Meer. – Meine Gedanken. – Ihr Kurs ging durch, ging nie vorbei. Und als sie dich erreichten, Da zitterten sie und erbleichten Und fühlten sich doch unsagbar frei. Joachim Ringelnatz

Wer alles haben will, bekommt am Ende nichts! sagt man. Wer nichts haben

will, bekommt am Ende alles - vom Sozialamt! © Willy Meurer Starke Wasser reißen viel Gestein und Gestrüpp mit sich fort, starke Geister viele dumme und verworrene Köpfe. Friedrich Wilhelm Nietzsche Manche Eltern sind Menschen, die sich dann an ihre Elternschaft erinnern, wenn man ihnen das Kindergeld streicht. © Christa Schyboll Bei Leichtgesinnten ernst, wachsam, wo andre faul, der Weise schlägt sie, wie das Rennpferd schlägt den Gaul. (29. Vers) Dhammapada Mein kleines Beziehungs-Einmaleins: Ich zähle auf dich und rechne mit dir – und hoffe, du machst mir keinen Strich durch die Rechnung. © Ernst Ferstl Ein Heil bleibt dem Besiegten allein, kein Heil mehr zu hoffen! Vergil Vorbilder leben vor, zeigen Sinn. Unaufdringlich leise. © Else Pannek Kein Wissen gibt's, der Seele Bildung im Gesicht zu lesen. William Shakespeare Die Zeiten ändern sich, das Schlechte bleibt. Graffito Alle großen Dichter werden zum Schluß, natürlich und unvermeidlich, Kritike...

Eigentlich kann man nur geben, was man hat, und

bisweilen hat man nicht, was man meinet zu haben. Matthias Claudius Vorfrühling Pralle Wolken jagen sich in Pfützen Aus frischen Leibesbrüchen schreien Halme Ströme Die Schatten stehen erschöpft. Auf kreischt die Luft Im Kreisen, weht und heult und wälzt sich Und Risse schlitzen jählings sich Und narben Am grauen Leib. Das Schweigen tappet schwer herab Und lastet! Da rollt das Licht sich auf Jäh gelb und springt Und Flecken spritzen – Verbleicht Und Pralle Wolken tummeln sich in Pfützen. August Stramm Was bei den Kindern reicher Leute die Gouvernante und der Hofmeister, das ist bei armen Kindern der Schutzengel. Verfasser unbekannt Es ist Art der Mimosen, aus ihren Mitmenschen Dünger zu machen. © peter e. schumacher Die Menschheit wird in der Zukunft nichts Brauchbares ernten, wenn sie fortfährt, gegenwärtig nur Unkraut zu säen. © Willy Meurer Nicht soll man weinen über den, Den selbstersehntes Grab bedeckt; Das wäre sündhaft. Sophokles Vergeßlic...

Unser Zeitalter ist seinem Wesen nach tragisch, also weigern wir uns, es tragisch

zu nehmen. Die Katastrophe ist hereingebrochen, wir stehen zwischen den Trümmern, wir fangen an, neue kleine Gewohnheiten zu bilden, neue Hoffnungen zu hegen. Es ist ein hartes Stück Arbeit: Kein ebener Weg führt in die Zukunft; wir umgehen die Hindernisse jedoch oder klettern über sie hinweg. Wir müssen leben – einerlei, wie viele Himmel eingestürzt sind. David Herbert Lawrence Bewahret euch vor Eifersucht, Dem grüngeäugten Scheusal, das besudelt Die Speise, die es nährt. Heil dem Betrogenen, Der, seiner Schmach bewußt, das Falsche haßt; Doch Qualminuten zählt der Mann, Der liebt, verzweifelt, argwohnt und vergöttert. William Shakespeare Die Sehnsucht treibt uns zu denen, die die Sehnsucht treibt, und dort verweilen wir, bis wir beschließen, glücklich zu werden. © Nina Stillbauer "Was werden denn die Leute sagen!" Was werden sie denn sagen? Überleg es Dir! Du weißt dann zwar immer noch nicht, was sie sagen werden, aber du weißt zumindest, was Du denkst! © Helg...

Oft kommen mir die Tage nur wie aneinander gereihte Stunden vor; wenn wir

auf die nächsten warten, wollen die jetzigen nicht vergehen. Und Nächte, aus denen wir nicht erwachen wollen. .... Im Gedanken an diesen Abend sind schnell 4 Wochen vergangen. Keine Ahnung, ob die Zeit gegen uns spielt, aber mit ihr spielen liegt mir fern. Vielleicht ist das mein Problem: selbst wenn ich mit euch lache, ist mir die Zeit wichtig. © Bettina Reidies Meine Freiheit Mögt ihr mich tausendmal mit Zwang Auf eine Wendung schrauben – Ich werde der Spirale Gang Mir selbst zu ziehn erlauben. Karl Friedrich Henckell Nur der Mensch ist so sinnlos blöd und führt Kriege gegen seine Mitmenschen. Haben Sie schon einmal gehört, daß Tiere untereinander Krieg führen? Eben….! © Stefan Wittlin Der Mensch ist zur Welt geboren, als ein Gottesgedanke, desgleichen noch keiner war, anderen früheren zur Ergänzung, späteren zur Vorbereitung, allen nötig, nirgend überflüssig. Hermann von Bezzel Charaktereigenschaften anderer Völker schätzen und bewerten. Sich gegenseitig messen, übe...

Das Leben ist eine einzige Aneinanderreihung von Herausforderungen, die man meistern, oder an

denen man scheitern kann. Die Kunst dabei ist, über den Erfolgen nicht den Boden unter den Füßen zu verlieren, um nicht über den Niederlagen zu verzweifeln. © Katja Götze Arme Schlucker leben immer über ihren Stand. © Andrzej Majewski Man darf eine Frau nur mit ihrem Einverständnis heiraten. Altes Testament Könnte man jede Bibel, jeden Koran, jeden Talmud und jede andere religiöse Schrift durch das Buch »Der kleine Prinz« ersetzen, würde diese Welt um vieles friedlicher sein... © Markus Prem Oft verhüllt der Mantel des Schweigens nur nackte Tatsachen. © Lothar Peppel Schnapsideen sind Unfälle, die als Einfälle gestartet sind. © peter e. schumacher

Ein bescheidener Mensch ist standhaft, ein demütiger furchtsam, und

ein eitler anmaßend. Mary Wollstonecraft (nach ihrer Heirat Wollstonecraft-Godwin) Halt an, wo läufst du hin? Der Himmel ist in dir. Suchst du Gott anderswo, du fehlst ihn für und für. Angelus Silesius Das Glück bringt so einige Fehler in Ordnung, die selbst der Verstand nich zu korrigieren wüßte. François VI. Duc de La Rochefoucauld geh auf die Angst zu dann muß sie dir ins Gesicht sehen © Anke Maggauer-Kirsche Was nützt es einem Kind, kluge Fragen zu stellen, wenn die Eltern ihm dumme Antworten geben. © Maz Bour Das elfte Gebot: Du sollst nicht streiten. Aus Mexiko Fleiß ist des Glückes Vater. Deutsches Sprichwort Reiche leben in der Edelsteinzeit. © Erhard Horst Bellermann Weht, o wehet, liebe Morgenwinde! Tragt ein Wort der Liebe hin und wieder! Eduard Mörike

Durch den internationalen Terrorismus hat der bekannte Spruch "You and what army?" eine

völlig neue Bedeutung erhalten... © Wolfgang J. Reus Ich lehne die PID als Tendenz zur aktiven Selektion ab. Behindertes Leben wird dadurch zum geminderten Leben. © Wolfgang Huber »Mon dieu« ist ein Sturz aus dem Nonsens des Wissens und Könnens zurück ins Licht der Alltäglichkeit. © Billy Dass Dinge ebenso wahr wie erbärmlich sein können, zeigt sich schön in dem Satz: "Ich bin eben so, wie ich bin" als Begründung allen Tuns. © Stefan Hölscher Die Frauen haben in gewissen Dingen ein wunderbares Divinationsvermögen; sie sehen, ohne hinzublicken, wo wir schauen, ohne zu sehen. © »Junggesellenbrevier« Mancher droht, der selber zittert. Aus Frankreich Der finale Rettungsstau: Alle bleiben zu Hause. © Peter Cerwenka Wer bei seiner geistigen Nahrung nur Fettgedrucktes zu sich nimmt, lebt ungesund, denn Schlagzeilen wirken wie Schlagsahne – . © Prof. Dr. med. Gerhard Uhlenbruck Man soll nicht einlenken, wenn es einen vom Weg abbringt. © Peter Rudl Die Fehl...

Es kann vorkommen, wenn die Einkommen der Nachkommen nicht ankommen, daß die Nachkommen

ohne Einkommen nicht auskommen und vollkommen verkommen oder umkommen. © Frank Stefani Manche Männer sind wie die Eulen: Tagsüber kriegen sie kein Auge auf, und nachts jagen sie die Mäuschen. Unbekannt Alles wiederholt sich nur im Leben, Ewig jung ist nur die Phantasie; Was sich nie und nirgends hat begeben, Das allein veraltet nie! Johann Christoph Friedrich von Schiller Fußballern braucht man nie lange zu erklären, warum jemand im Rentenalter gerne weiterarbeitet: was macht mehr Spaß als Elfmeterschießen in der Verlängerung? © KarlHeinz Karius Um die Liebe eurer Eltern zu verstehen, müßt ihr selbst Kinder aufziehen. Aus China Das Bild und der Begriff entsteht, indem eine produktive Kraft einige gegebene Reize gestaltet : eine „Erscheinung“ macht. Friedrich Wilhelm Nietzsche Ein Schwein läßt sich nur mit einer größeren Futterkippe wegködern. © Pavel Kosorin …den Weg in das Herz eines anderen Menschen findest du in deinem eigenen Herzen… © Natalie Wolff Neue ...