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Regieren hieß vor hundert Jahren verwalten; das ist: eine meinungslose und

bildungslose Menge mit oder gegen ihren Willen befriedigen, schlichten, lenken, erziehen und schützen. Heute heißt regieren: Gesetze durchführen, Ziele schaffen und Geschäfte machen.
Walther Rathenau

Zwei Arten von Menschen haben keine Fragen. Die einen sind weise geworden und haben die Antwort gefunden. Wer gemütlich zu Hause sitzt, fragt nicht nach dem Heimweg. Die andere Art hat noch nicht herausgefunden, wie viele Dinge in Frage gestellt werden müssen, bevor man zur Weisheit gelangt.
© Rose von der Au

Sehr weise sind verteilt die Gaben
In der Natur nach Gottes Willen:
Die Grillen müssen Weibchen haben,
Die Weibchen – selbstverständlich – Grillen!
Verfasser unbekannt

Die Macht! Welch eine weibliche Brutalität!
© Martin Gerhard Reisenberg

Lange habe ich nach Klarheit gefleht.
Und da kommst du
und alles klärt sich in mir!
© Irina Rauthmann

Wir sind so dünkelhaft, daß wir von aller Welt gekannt sein möchten, selbst von Leuten, die erst kommen, wenn wir nicht mehr sind; und wir sind so eitel, daß die Achtung von fünf oder sechs Personen uns erfreut und befriedigt.
Comte de Lautréamont

Gemeoss

Wer Wohltat gibt, soll's bald vergessen; wer Wohltat nimmt, soll's nie

vergessen; Sonst ist um Undank der zu strafen und jenem Hoffart zuzumessen. Friedrich Freiherr von Logau …und leg uns nicht ad acta… © Manfred Hinrich Diese merkwürdige Dreieinhalb-Gott-Religion. © Jacques Wirion Willst du wissen, wo es guten Wein gibt, so frag, wohin die Popen gehen. Aus Bulgarien Wenn's euch mit dem und jenem wirklich Ernst ist, und es dir so recht durch Mark und Bein geht, so lasse du's durchgehen und danke Gott dafür und sage niemandem davon. Matthias Claudius Für intellektuelle Leistungen nimmt man gern einen Lohn, aber für moralische weist man ihn ab. Arthur Schopenhauer

Man braucht seinen Verstand nie so sehr, als wenn

man mit einem Dummkopf zu tun hat. Fernöstliche Weisheit Sternschnuppe Es fiel ein Stern, habt ihr gedacht, aus weiten, unbekannten Fernen. Ging unter er in dunkle Nacht? Blieb er am Himmel bei den Sternen? Ist's eine Welt, die im Entstehn sich Kraft und Stoff zu holen strebte? War's eine Welt, die im Vergehn durchs Leuchten sich zu Ende lebte? Das werdet ihr vielleicht, vielleicht eure Rohre noch ergründen, jedoch wer ihren Weg ihr zeigt, kann nur der Glaube euch verkünden. Karl Friedrich May Bevor du etwas Kluges sagst oder schreibst, denke daran, daß es noch Klügere als dich gibt. Aus Griechenland Der schönste Monat für das Herz ist und bleibt der Monat März. Volksmund Gott leidet mit dem Menschen im Gekreuzigten. Der Mensch lebt mit Gott im Auferstandenen. © Josef Bordat Was trag ich auf meinen Schultern? Was für Gespenster umhängen mich? Franz Kafka Lesen ist vom Autor geführtes Denken. © Peter O. Pirron (POP) Die Gewöhnung stumpft uns...

Viele Probleme erscheinen uns nur deshalb so groß, weil

wir sie mit zu wenig Abstand betrachten. © Jochen Mariss Ein Freund ist eine Seele, die in zwei Körpern wohnt. Aristoteles Willst du dich mit mir zanken, so beweise erst, daß ich unrecht habe. © Michail Genin Wo die Liebe hinfällt, zerschlägt sie nicht. © Erhard Horst Bellermann Das Christentum ist das Mittelalter der Menschheit. Anselm Feuerbach Benützt Klopapier beidseitig - der Erfolg liegt auf der Hand. Unbekannt Intoleranz toleriere ich nicht. © Matthias Geßner Die meisten Menschen sterben an ihren Arzneien und nicht an ihren Krankheiten. Molière Eine Zeitverschwendung sind opportune Menschen. © Raymond Walden Oft waren es Analphabeten, die Geschichte schrieben. © Ulvi Gündüz

Unsere deutschen Ästhetiker reden zwar viel von poetischen und unpoetischen Gegensätzen

und sie mögen auch in gewisser Hinsicht nicht ganz unrecht haben; allein im Grunde bleibt ein raler Gegenstand unpoetisch, sobald der Dichter ihn gehörig zu gebrauchen weiß. Johann Wolfgang von Goethe Ja, der Schrecklichste auf Erden ist der Kampf mit Ungeziefer, dem Gestank als Waffe dient, – das Duell mit einer Wanze! Heinrich Heine Liebe ist ein aus ihrer Sicht nicht benutzbarer Irrtum. Vielerlei Charakterzwerge machen sich dies gern zunutze, zwingen die Baudelairesche »Riesin« in die Knie. © Peter Rudl Es gibt viele Gründe für das Nichts. © Hans Ulrich Bänziger Wenn Lieben nur zum Zeugen dient, dient Lernen nur zum Lehren. Das ist die zweifache teleologische Rechtfertigung für das Dasein der Professoren. Karl Kraus Trauet einem Manne in keiner Sache, der nicht in jeder gewissenhaft ist. Laurence Sterne

Katastrophen lassen sich in keiner Sprache der Welt mundgerecht darstellen. Sprachen sind viel

zu klein für das Abenteuer, dem Kosmos Paroli zu bieten. Sprache ist ein winzig kleiner Ort – bis vor kurzem war es auf keiner Landkarte verzeichnet. © Billy Wer genießt, der grüble nicht viel! Der Genuß kann selten Licht vertragen. Klamer Eberhard Karl Schmidt Wir machen uns fortwährend Sorgen, um keine zu haben. Emanuel Wertheimer Immer niedlich, immer heiter, Immer lieblich! und so weiter, Stets natürlich, aber klug; Nun, das dächt' ich, wär' genug. Johann Wolfgang von Goethe Ein Leben ohne Tod! Wäre das nicht ein Hundeleben? Und Götter ohne Tod, nicht arme Hirnhunde? © Peter Rudl Ein schöne Frau soll sich schön ankleiden, eine häßliche reich, so gefallen sie zwei Geschlechtern. Jean Paul

Wenn sich im Paradies eine Menschenseele und eine Hundeseele begegnen, muß sich die

Menschenseele vor der Hundeseele verneigen. Aus Sibirien Das Christentum ist das Meisterwerk des Judentums, sein Ruhm, die Zusammenfassung seiner Entwicklung. Ernest Rénan Kein Verständiger straft, wie Plato sagt, weil gesündigt worden ist, sondern um die Sünde zu verhüten. Lucius Annaeus Seneca Kennst du, mein Bruder, schon das Wort »Verachtung«? Und die Qual deiner Gerechtigkeit, solchen gerecht zu sein, die dich verachten? Friedrich Wilhelm Nietzsche Schafft keine Papiere an, mag der Zins beziehungsweise die Dividende noch so hoch sein, wenn das Papier nicht als absolut sicher anzusehen ist. August Bebel Ich sehe eine Zeit kommen, wo ein Hunger nach idealen Gütern die Welt verzehren wird. Isolde Maria Klara Kurz Rechtmäßig: Vereinbar mit dem Willen des zuständigen Richters. Ambrose Gwinnett Bierce Es gibt keine besseren Zeichen von einem wackeren Gemüt als eine harte Hand. William Shakespeare Pünktlich sind die Gewissenhaften und die Neugierigen. Arthur Sc...

Bücher sind nichtperiodische Publikationen mit einem Umfang von 49

Seiten oder mehr. Unbekannt Laute Worte werden nicht veränderlicher, wenn man sie schreit. © Volkmar Frank Mit sich selbst ist man nicht immer in der vornehmsten Gesellschaft. Wilhelm Busch Im Finstern führt der blinde Mann auch den, der sonst gut sehen kann. Sorbisches Sprichwort Der Verstand ist dem Menschen gegeben, damit er ihn benutzt. Jonathan Swift Ungeratene Kinder sind Nägel zu der Eltern Sarg. Deutsches Sprichwort Wenn der Himmel einstürzt, sind alle Spatzen tot. © Dr. Dieter Schulte Als Kinder lernen wir sprechen, als Erwachsene sollten wir lernen zuzuhören. Unbekannt Was uns nicht weiterbringt, sollten wir lieber hinter uns lassen. © Ernst Ferstl Wer zu rasch redet, gibt eine falsche Antwort. Aus Ägypten

Das Tier, das sich Mensch nennt, erfand den Anstand,

um ungestörter Tier bleiben zu können. Emanuel Wertheimer Wer zur Nachwelt reisen will, muß kleines Gepäck haben. Voltaire Respekt vor den Tieren folgt der Sanftmut des Herzens. © Erwin Koch Wem das Seinige nicht ausreicht, der ist arm, auch wenn er der Herr der ganzen Welt wäre. Epikur von Samos Wenige wissen vieles, viele wissen weniges, aber einige wissen alles besser. Unbekannt Erst sei die Sache poetisch, ehe es das Wort ist. Friedrich Wilhelm Joseph von Schelling Es ist schwierig, jemanden so zu schätzen, wie er es wünscht. Luc de Clapiers, Marquis de Vauvenargues Der Fortschritt lebt von den Fehlern der Vergangenheit und den Irrtümern von heute. © peter e. schumacher Einige Fehler sträuben sich zu Recht dagegen, korrigiert zu werden. © Ulrich Wiegand-Laster Ein tauber Mann und eine blinde Frau ergeben immer ein glückliches Paar. © Willy Meurer

Die Frömmelei des einen Teils der vornehmen Weiber fließt aus derselben Quelle wie

die Koketterie des anderen Teils: Müßiggang und Langeweile. Sie vertrödeln den Tag an der geistlichen Toilette wie die anderen an den leiblichen. Der Beichtvater ist ihr Marchande des modes, die Beichte ihr Ankleidspiegel, Kirchgänge sind ihre Rendezvous, Haß und Verfolgung Andersdenkender ihre depits amoureux. Franz Grillparzer Wer nicht gelitten, hat nur halb gelebt, wer nicht gefehlt, hat wohl auch nicht gestrebt, wer nie geweint, hat halb auch nur gelacht, wer nie gezweifelt, hat wohl kaum gedacht. Robert Burns Willst Du ganz ehrlich und unzweideutig gelobt sein, so musst Du es schon selbst besorgen. © Wolfgang Pfleiderer Die auf öffentlichen Plätzen errichteten Statuen sehen leider oft aus, daß der betreffende Gefeierte in seiner ganzen Stellung und Haltung sagt: Ich stehe Denkmal. Berthold Auerbach Wie tief ein Mensch leidet, kann der andere nie erfahren. Nachruf Es ist für alle ein Glück, daß jeder Mensch auf seine Art glücklich werden kann. © Ernst Ferst...

Es ist mit der Liebe wie mit dem Leben, wie mit dem Atemholen.

Freilich ziehe ich die Luft in mich. Willst du das auch Eigennutz nennen? Aber ich hauche sie wieder aus, und sage mir, wenn du in der Frühlingssonne sitzest und vor Wonne dein Busen stärker atmet, ist das Hauchen nicht eine größere Wonne als das Atemholen? Denn das ist Mühe, jenes ist Ruhe. Johann Wolfgang von Goethe Im Frieden begraben die Söhne ihre Väter, im Kriege aber der Vater die Söhne. Herodot Liebe wird nicht dadurch bestimmt, daß man jemanden findet, mit dem man sich versteht und der einen in die Arme nimmt. © Damaris Wieser Nachdenklich Auf der Suche nach Realität auch Träume geplatzt in und durch Virtualität. Spiegel Erkenntnis Betroffenheit Seelenqual Spurensuche... © Karin Thießen Man kann nicht 365 Jahre leben, aber 365 Tage. © Pavel Kosorin Freundlichkeit kommt von innen, denn sie ist zugleich auch Herzlichkeit. © Franz Schmidberger