unleugbar das sicherste; vorausgesetzt, daß ein Mensch überhaupt gesund und des Unterschiedes seiner Empfindungen und Einbildungen für sich bewußt ist.
Christoph Martin Wieland
Die Alten
Da haben sie ihr Lebtag sich gequält,
Von früh bis spät geschuftet und geschunden.
Und, wie der Eingekerkerte die Stunden
Die Jahre ihres Arbeitsjochs gezählt.
Nun klingt die Glocke endlich: Frieden! Frieden!
Und Feierabend! Ihres Käfigs Tor
Ist endlich offen und sie stehn davor,
Nun ist auch ihnen einmal Ruh' beschieden!
Erlösung! Ruh'! Wie sie das langsam schlürfen,
Wie sie das kosten werden bis zum Grund,
Dies selig süße Nichtmehrsorgendürfen!
Nicht mehr sich plagen müssen wie ein Hund!
Dies große Glück! … Und ihre Hände schlingen
Sich ineinander, und die Augen sprühn …
– Da läutet in der Luft ein Sensenklingen – –
– Da mäht der Tod sie an der Schwelle hin!
Ach, ihres Glückes einzig karge Spende
Nach all der Arbeit, Mühe, Sorg und Not
War nur, – daß sie, verschlungen Herz und Hände,
Gemeinsam gehen durften in den Tod.
A. de Nora (Pseudonym für Anton Alfred Noder)
Christoph Martin Wieland
Die Alten
Da haben sie ihr Lebtag sich gequält,
Von früh bis spät geschuftet und geschunden.
Und, wie der Eingekerkerte die Stunden
Die Jahre ihres Arbeitsjochs gezählt.
Nun klingt die Glocke endlich: Frieden! Frieden!
Und Feierabend! Ihres Käfigs Tor
Ist endlich offen und sie stehn davor,
Nun ist auch ihnen einmal Ruh' beschieden!
Erlösung! Ruh'! Wie sie das langsam schlürfen,
Wie sie das kosten werden bis zum Grund,
Dies selig süße Nichtmehrsorgendürfen!
Nicht mehr sich plagen müssen wie ein Hund!
Dies große Glück! … Und ihre Hände schlingen
Sich ineinander, und die Augen sprühn …
– Da läutet in der Luft ein Sensenklingen – –
– Da mäht der Tod sie an der Schwelle hin!
Ach, ihres Glückes einzig karge Spende
Nach all der Arbeit, Mühe, Sorg und Not
War nur, – daß sie, verschlungen Herz und Hände,
Gemeinsam gehen durften in den Tod.
A. de Nora (Pseudonym für Anton Alfred Noder)