das Sachgedächtnis den guten Kopf. Kinder, die jenes allein haben, werden künftig viel mehr merken, vermutlich aber weniger denken.
August Hermann Niemeyer
Wenn es Nacht wird...
Wenn es Nacht wird in den Wäldern
und der Südwind, sanft bewegt,
eine Brise letzter Hoffnung
auf die Sommerseele legt,
dann entsteigen gute Geister
ihren Höhlen unter'm Baum,
tragen stumme, frohe Weisen
weithin über'n Waldessaum.
Auf den Wassern schwebt der Zauber,
drunten, wo die Eiche steht,
spricht ein Kobold mit Zylinder
friedevoll sein Nachtgebet.
Dies Gewürz' aus Tannennadeln,
bitt'rem Harz und kühler Erd'
ist von Meisterhand geschaffen
und der Lobeshymnen wert.
Auf den Feldern und den Wegen
spielen Elfen und auch Feen,
In des Bauern Stub' wird's dunkel,
es ist Zeit, zu Bett zu geh'n.
Grillen zirpen Schlafeslieder,
Nebelschleier, Eulenruf...
Alles kündet von der Gnade,
die wohl Welt und Menschen schuf
Und du liegst, wie Gott dich wollte,
nackt im Bach bis an das Kinn,
da erfüllt dich stilles Wissen
und erkennst des Lebens Sinn.
Darum sei die Nacht gepriesen,
denn sie ist des Trostes Kind.
Sie erzählt von Glück und Tränen,
...was einst war und wer wir sind!
© Thomas S. Lutter
August Hermann Niemeyer
Wenn es Nacht wird...
Wenn es Nacht wird in den Wäldern
und der Südwind, sanft bewegt,
eine Brise letzter Hoffnung
auf die Sommerseele legt,
dann entsteigen gute Geister
ihren Höhlen unter'm Baum,
tragen stumme, frohe Weisen
weithin über'n Waldessaum.
Auf den Wassern schwebt der Zauber,
drunten, wo die Eiche steht,
spricht ein Kobold mit Zylinder
friedevoll sein Nachtgebet.
Dies Gewürz' aus Tannennadeln,
bitt'rem Harz und kühler Erd'
ist von Meisterhand geschaffen
und der Lobeshymnen wert.
Auf den Feldern und den Wegen
spielen Elfen und auch Feen,
In des Bauern Stub' wird's dunkel,
es ist Zeit, zu Bett zu geh'n.
Grillen zirpen Schlafeslieder,
Nebelschleier, Eulenruf...
Alles kündet von der Gnade,
die wohl Welt und Menschen schuf
Und du liegst, wie Gott dich wollte,
nackt im Bach bis an das Kinn,
da erfüllt dich stilles Wissen
und erkennst des Lebens Sinn.
Darum sei die Nacht gepriesen,
denn sie ist des Trostes Kind.
Sie erzählt von Glück und Tränen,
...was einst war und wer wir sind!
© Thomas S. Lutter