Staate an schon vorhandene geknüpft werden müssen, damit sie als heimisch und vaterländisch im Boden Wurzeln fassen können.
Friedrich Wilhelm Christian Karl Ferdinand Freiherr von Humboldt
Porträt
Du braunes Mädchen mit dem wirren Rabenhaar,
Mit deiner herzhaft schönen Sinnenfreudigkeit;
Da ich im Leben längst gestrandet war,
Gabst du mir Glück zurück und neue Seligkeit.
Wer sandte dich dem Wandrer, der vielleicht
Schon bald in seinen Abgrund stürzen muß?
Hast du ein Herz, wie er, so schwer, so leicht –
So schwärmerisch, und glücklich schon im Kuß?
Du braunes Mädchen, Tochter der Natur,
So einsam-stolz, wie seltene Blumen sind,
Weitauf den Kelch und dürstend, dürstend nur
Nach Sonne, Tau, nach Regenguß und Wind –
Weitauf den Kelch und doch so herb verschlossen:
O dunkle Blume, Sonnen-Träumerin,
Laß mich, in deine stille Glut ergossen,
Vergessen, daß ich Mensch und Erde bin!
Vergessenheit, du höchstes Glück der Erde,
Wenn man ihr andres – Glück genossen hat,
Wenn man, von Kampf ermüdet, von Beschwerde,
Nur noch das eine Ziel, zu sterben, hat! …
Ludwig Scharf
Friedrich Wilhelm Christian Karl Ferdinand Freiherr von Humboldt
Porträt
Du braunes Mädchen mit dem wirren Rabenhaar,
Mit deiner herzhaft schönen Sinnenfreudigkeit;
Da ich im Leben längst gestrandet war,
Gabst du mir Glück zurück und neue Seligkeit.
Wer sandte dich dem Wandrer, der vielleicht
Schon bald in seinen Abgrund stürzen muß?
Hast du ein Herz, wie er, so schwer, so leicht –
So schwärmerisch, und glücklich schon im Kuß?
Du braunes Mädchen, Tochter der Natur,
So einsam-stolz, wie seltene Blumen sind,
Weitauf den Kelch und dürstend, dürstend nur
Nach Sonne, Tau, nach Regenguß und Wind –
Weitauf den Kelch und doch so herb verschlossen:
O dunkle Blume, Sonnen-Träumerin,
Laß mich, in deine stille Glut ergossen,
Vergessen, daß ich Mensch und Erde bin!
Vergessenheit, du höchstes Glück der Erde,
Wenn man ihr andres – Glück genossen hat,
Wenn man, von Kampf ermüdet, von Beschwerde,
Nur noch das eine Ziel, zu sterben, hat! …
Ludwig Scharf