sich nicht nach den Modebegriffen seines Jahrhunderts schmiegen kann, der wird von den Zeitgenossen verbrannt und verschrien.
Moses Mendelssohn
Grille und Heimchen
Tot ist die Poesie der Erde nie;
Wenn in der Glut des Mittags sich die matten
Vöglein zu flüchten suchen in den Schatten,
Tönt auf dem Rasen leise Melodie.
Das ist die Grille – in des Sommers Sonne
Schwelgt sie und unersättlich im Genuß;
Wenn sie ermattet endlich schweigen muß,
Ruht sie im Duftgestäude, satt von Wonne.
Es stirbt die Poesie der Erde nimmer.
Am Winterabend, wenn im Schnee versunken
Die Wiesen sind, ertönt aus dem Kamin
Des Heimchens Ton, stark wird er, stärker immer,
Und zu vernehmen glaubst du schlummertrunken
Der Grille Zirpen aus der Wiese Grün.
(Deutsch von Adolf Friedrich Graf von Schack)
John Keats
Moses Mendelssohn
Grille und Heimchen
Tot ist die Poesie der Erde nie;
Wenn in der Glut des Mittags sich die matten
Vöglein zu flüchten suchen in den Schatten,
Tönt auf dem Rasen leise Melodie.
Das ist die Grille – in des Sommers Sonne
Schwelgt sie und unersättlich im Genuß;
Wenn sie ermattet endlich schweigen muß,
Ruht sie im Duftgestäude, satt von Wonne.
Es stirbt die Poesie der Erde nimmer.
Am Winterabend, wenn im Schnee versunken
Die Wiesen sind, ertönt aus dem Kamin
Des Heimchens Ton, stark wird er, stärker immer,
Und zu vernehmen glaubst du schlummertrunken
Der Grille Zirpen aus der Wiese Grün.
(Deutsch von Adolf Friedrich Graf von Schack)
John Keats