aber man lege ihnen das Vernünftige und Schicksale auf eine interessante Weise vor, so werden sie gewiß danach greifen.
Johann Wolfgang von Goethe
Neues Gelübde
Du sollst ihn wieder haben,
Denselben ganz und gar
Glückselig heitern Knaben,
Der ich im Anfang war;
Auf dessen Stirn geschrieben
Ein Wort der Liebe stand,
Dem, wie vom Sturm getrieben,
Dein Herz sich rasch verband!
Du sollst es nicht bereuen!
Ob Erd' und Meer vergehn,
So sollst du deinen Treuen
Doch nimmer wanken sehn.
Kein Schmerz soll mir zerspalten
Die treue, starke Brust,
Dich werd' ich mir erhalten,
In Leiden dich und Lust!
Und wie beim Morgenwehen
Die dunkle Nacht verfliegt,
So soll dem Gram geschehen,
Der jetzt mich hat besiegt:
Ein lindes Maienfächeln
Weht in mein Herz hinein,
Es soll dein liebes Lächeln
Mir Morgensonne sein!
O schau, schon kommt sie wieder,
Die süße Frühlingszeit,
Schon singen neue Lieder
Die alte Zärtlichkeit.
Ich fühl' mein Herz gesunden,
Es schlägt so jung, so warm,
Vernarbt sind alle Wunden:
Dir lieg' ich, dir im Arm!
Robert Eduard Prutz
Johann Wolfgang von Goethe
Neues Gelübde
Du sollst ihn wieder haben,
Denselben ganz und gar
Glückselig heitern Knaben,
Der ich im Anfang war;
Auf dessen Stirn geschrieben
Ein Wort der Liebe stand,
Dem, wie vom Sturm getrieben,
Dein Herz sich rasch verband!
Du sollst es nicht bereuen!
Ob Erd' und Meer vergehn,
So sollst du deinen Treuen
Doch nimmer wanken sehn.
Kein Schmerz soll mir zerspalten
Die treue, starke Brust,
Dich werd' ich mir erhalten,
In Leiden dich und Lust!
Und wie beim Morgenwehen
Die dunkle Nacht verfliegt,
So soll dem Gram geschehen,
Der jetzt mich hat besiegt:
Ein lindes Maienfächeln
Weht in mein Herz hinein,
Es soll dein liebes Lächeln
Mir Morgensonne sein!
O schau, schon kommt sie wieder,
Die süße Frühlingszeit,
Schon singen neue Lieder
Die alte Zärtlichkeit.
Ich fühl' mein Herz gesunden,
Es schlägt so jung, so warm,
Vernarbt sind alle Wunden:
Dir lieg' ich, dir im Arm!
Robert Eduard Prutz