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Wo viel Licht ist, ist viel Schatten, und wenn die Sonne der Kunst

noch so hell strahlt, kann sie das Vorhandensein von Sonnenflecken nicht verhindern. Ein solcher Sonnenfleck ist der Dilettantismus im üblen Sinne.
Verfasser unbekannt

Einsame Gedanken

– Einsame Gedanken, sie tauchen zuweilen –
Urplötzlich aus ihren Verstecken und eilen
Auf luftigen Flügeln davon; indessen
Hast du die flüchtigen wieder vergessen,
Und legst wieder täglich im alten Gleise
Ein Stück zurück deiner Lebensreise.
Und dann urplötzlich nach Jahren – da schwanken
Vor dir die einsamen, stummen Gedanken.
Du weißt, schon einmal in früheren Tagen
Hast du dich mit ihnen herumgeschlagen.
Und seltsam beengend wird dir zu Sinnen:
Du möchtest von Neuem wieder beginnen,
Um auf ganz anderen, fremden Wegen
Dein Leben zurück noch einmal zu legen.
Es ist dir versagt. Da packt dich ein Bangen.
Du weißt mit dir selbst Nichts anzufangen,
Und währenddessen fühlst du die Gedanken
Sich fester um deine Seele ranken.

Und erst nach Tagen, die langsam gehen,
Siehst du sie weichen, und spurlos zerwehen …
John Henry Mackay

Gemeoss

Die Natur hat gewollt, daß der Mensch keiner Glückseligkeit oder Vollkommenheit teilhaftig werde,

als die er sich selbst, frei vom Instinkt, durch eigene Vernunft verschafft hat. Immanuel Kant Der Teufel kann sich auf die Schrift berufen. Ein arg Gemüt, das heil'ges Zeugnis vorbringt, Ist wie ein Schalk mit Lächeln auf der Wange, Ein schöner Apfel, in dem Herzen faul: O wie der Falschheit Außenseite glänzt! William Shakespeare Fällt im Winter viel Schnee und bleibt er lange liegen, dann gibt's ein gutes Jahr, so hat man stets geschrieben. Bauernweisheit Seht das Kind, umgrunzt von Schweinen, Hilflos, mit verkümmerten Zeh'n! Weinen kann es, nichts als weinen – Lernt es jemals stehn und gehn? Unverzagt! Bald, sollt' ich meinen, Könnt das Kind ihr tanzen sehn! Steht es erst auf beiden Beinen, Wird's auch auf dem Kopfe stehn. Friedrich Wilhelm Nietzsche Nicht die Weltverbesserer in ihre Schranken, sondern die Weltverschlechterer in ihre Beschränktheit weisen. © Ulrich Erckenbrecht Niemand weiß, wieviele Visionen durch Televisionen ersetzt...

Manche witzigen Einfälle sind wie das überraschende Wiedersehen zweier befreundeter Gedanken nach einer

langen Trennung. Friedrich von Schlegel Kurz scheint das Leben dem Glücklichen, doch wer im Elend, dem scheint selbst eine Nacht unendlich lange zu währen. Lukian Wenn es für unser Leben etwas Ewiges geben soll, so sind es die Erschütterungen, die wir in der Jugend empfangen. Theodor Storm — Ein Grund, der Gründe hat, Wird durch die Wiederholung ja nicht schlecht; Und ist er schlecht, so ist es sehr probat, Umschrieben ihn zu wiederholen. Sprecht Hartnäckig, unverschämt von früh bis spat; Am Ende gibt euch euer Gegner recht Oder ermüdet, was auf eins hinauskommt; Was liegt am Wege, wenn man nur ins Haus kommt? Lord George Gordon Noel Byron Wer rief dich denn? Wer hat dich herbestellt? Wer hieß dich kommen, wenn es dir zur Last? Geh zu dem Liebchen, das dir mehr gefällt, Geh dahin, wo du die Gedanken hast. Geh nur, wohin dein Sinnen steht und Denken! Daß du zu mir kommst, will ich gern dir schenken. Geh zu dem Liebchen, das dir mehr gefällt, Wer rief dich denn?...

Wenn du lange genug am Fluß sitzt, siehst du irgendwann die Leiche deines

Feindes vorbeischwimmen. Aus China Es genügt nicht zum Fluß zu kommen mit dem Wunsch, Fische zu fangen. Man muß auch das Netz mitbringen. Fernöstliche Weisheit Mütterchen, sagt immerdar, immerdar, Früh zu freien bringt Gefahr, bringt Gefahr, Ich soll warten mit dem Frein, mit dem Frein, Bis ich werde klüger, klüger sein. Doch ich fürcht' nicht die Gefahr, die Gefahr, Nehm' ein Weib noch dieses Jahr, dieses Jahr, Denn wenn ich erst klüger bin, klüger bin, Kommts mir nicht mehr, nicht mehr in den Sinn! © Ungarisches Volkslied Leuchtturm Wegweiser in Dunkelheit Einsamkeit Angst Not und Gefahr. Trotzt du Wellen und Wind im Sturm. Wie der Mensch der seine Stürme des Lebens auch meistert. Und das Licht der Hoffnung leuchtet in seinem Herz. © Karin Thießen Wer hoch hinaus will, sollte beim Blick in die Abgründe, die sich dann vor ihm auftun, schwindelfrei sein. © Dr. Achim Reichert In der Spaßgesellschaft erntet die meisten Lacher, wer ...

Von der Ewigkeit aus betrachtet ist unsere Lebensgeschichte nicht

mehr als eine Überschrift. © Hermann Lahm Die Wahrheit ist nicht immer schön, aber immer rein. © Tata Sehen und wahrnehmen sind so verschieden wie hören und zuhören. © Erwin Koch Innere Stärke ist leise – gebrüllte Stärke ist Schwäche. © Dr. Ebo Rau Was nach mir sein wird, ist nichts anderes, als was vor mir war. Lucius Annaeus Seneca Der Mensch ist nur ein Übergang. In den Untergang. © Peter Rudl Der wichtigste Baustoff für das Haus der Liebe ist das Vertrauen. © Ernst Ferstl Ein Krankenhausaufenthalt gab schon so manchem den Rest. © Dr. rer. pol. Gerhard Kocher Jede Nation spottet über die anderen, und alle haben recht. Arthur Schopenhauer Nicht Sisyphus vom Stein, sondern den Stein von Sisyphus befreien. Eine revolutionäre Tat. © Dr. Sigbert Latzel

Die Kunst vermag ein höheres Leben darzustellen, das ohne

sie nicht vorhanden wäre. Jacob Christoph Burckhardt Was die Landzunge nicht kennt, das leckt sie auch nicht. © Urkrates Staphi über Sonntagsspießer: "Der geht nicht spazieren, der rennt die Landschaft um…" © Elmar Kupke Nichts erfrischt unser Blut so sehr, wie wenn es uns gelungen ist, eine Dummheit zu vermeiden. Jean de La Bruyère Glück ist ein Fädchen – Pech eine Strähne. © Klaus Ender Nach Freiheit strebt der Mann, das Weib nach Sitte. Johann Wolfgang von Goethe Man muß nicht geschlagen werden um geschlagen zu sein. © Hermann Lahm Der Winter bringt zweierlei auf einmal: weiße Tage und schwarze Nächte. Volksmund Ein Herz und eine Seele? – Aber den Verstand ruhig für zwei! © Herbert Alfred Frenzel Wie das Leben einmal eingerichtet ist, bezahlt man alles etwas zu teuer. Friedrich Wilhelm Nietzsche

Milde gegen andere Sekten, die aufrichtigste Nachsicht gegen die Verschiedenheit der Meinungen und

ein redliches Bestreben, die Nächstenliebe und das Wohlwollen beiderseits zu fördern – dies sind die wahrsten und die besten Beweise einer Kirche für den göttlichen Ursprung der Religion. Charles James Fox Sorgt ihr euch; ich tu, was meines Amtes ist. Johann Christoph Friedrich von Schiller Über die Seehäfen gibt es hunderte von Schlagern. Flughäfen sind offensichtlich prosaischer. © Walter Ludin Bildet den Geist, denn er ist das Ebenbild Gottes. Entwickelt die Wahrheit, denn sie ist der Gedanke Gottes. Esaias Tegnér Der Tod eines Menschen ist das Zurückgeben einer Kostbarkeit, die uns Gott gegeben hat. Nachruf Auch wenn wir die Zuneigung derer, die uns gern haben, nicht immer erwidern, respektieren wir doch stets ihre Meinung. Unbekannt

In Europa ist das Denken immer ein Handwerk geblieben, das den Frieden zwar

liebt, den Kampf aber schätzt. Europäische Begriffe sind entweder nützlich oder eine Art Dienstwaffe. Europäische Gedanken wollen siegen herrschen triumphieren verkauft werden bezahlt oder vergütet – bloß hier oder dort sein, sich in den Schatten setzen, sich räkeln und die Welt und alles Machbare vergessen, das können sie nicht. © Billy An die Sonne Sinke, liebe Sonne, sinke! Ende deinen trüben Lauf, Und an deine Stelle winke Bald den Mond herauf. Herrlich und schöner dringe Aber Morgen dann herfür, Liebe Sonn! und mit dir bringe Meinen Lieben mir. Gabriele von Baumberg Selbstverständlich? Selbstverständlichkeiten sind heute leider alles andere als selbstverständlich. © Stefan Wittlin Kokette Frauen sind bei ernsthafter Annäherung des Mannes oft merkwürdig kalt. Sie versuchen die Wirkung ihrer Koketterie abzuschwächen, um nichts von den Reizen der Verführung zu missen. Carl Hagemann Wir schelten die Unglücklichen, um sie nicht beklagen zu müssen. Luc de Clapiers...

Es sei daran erinnert, daß das Kind, dessen zeitweiliger Beschützer wir sind, eine

viel ältere und größere Seele sein kann als wir selbst, daß es spirituell vielleicht sogar über uns steht, so daß Kontrolle und Schutz auf die Bedürfnisse der jungen Persönlichkeit begrenzt werden sollten. Edward Bach Schnell fertig ist die Jugend mit dem Wort, das schwer sich handhabt, wie des Messers Schneide; aus ihrem heißen Kopfe nimmt sie keck der Dinge Maß, die nur sich selber richten. Johann Christoph Friedrich von Schiller Die Lösung eines Problems kann auch darin bestehen, den Zeitpunkt der Lösung abzuwarten. © Daniel Mühlemann Haß ist Liebe in gefrorenem Zustand. © Dr. phil. Michael Richter Ordnung ist das halbe Leben – aber die andere Hälfte ist schöner. Unbekannt Der Kirchenferne der Menschen entspricht die Menschenferne der Kirche. © Walter Ludin

Der Tod muß so schön sein. In der weichen braunen Erde zu liegen,

während das lange Gras über einem hin und her schwankt, und der Stille zu lauschen. Kein Gestern, kein Morgen haben. Oscar Wilde Menschen, die sich gerne schmeicheln lassen, sind geneigt, da, wo nur reine, nackte Wahrheit erscheint, verborgene Zwecke, Überspannung und das Werk einer beleidigten Empfindlichkeit zu sehen. Fénélon Des Lebens Kunst ist leicht zu lernen und zu lehren; du mußt vom Schicksal nie zu viel begehren; der, welchem ein bescheidenes Los genügt, hat einen Schatz, der nie versiegt. Dem Unersättlichen in jeglichem Genuß wird selbst das Glück zum Überdruß. Ludwig Bechstein Den Kirchen fehlen ihre Gemeinden von Gläubigen; den Gläubigen fehlen Priester und den Priestern fehlt jegliche Ehre. Alles was bleibt, sind ein paar Christen ohne Christus. Bernhard von Clairvaux Es lächelt der Tag. Wissend nimmt er uns in den Arm und reicht uns von einem Augenblick zum anderen. © Helga Schäferling Vom Kritiker Der Kritiker hat immer recht, unfehlbar wie der...

Wer sich hat, der hat nichts verloren. Aber wie

wenigen ist es beschieden, sich zu haben! Lucius Annaeus Seneca Es sprach der Fritz zu dem Papa: Was sie nur wieder hat? Noch gestern sagte mir Mama: Du fährst mit in die Stadt. Ich hatte mich schon so gefreut Und war so voll Pläsier. Nun soll ich doch nicht mit, denn heut, Da heißt es: Fritz bleibt hier! Der Vater saß im Sorgensitz. Er sagte ernst und still: Trau Langhals nicht, mein lieber Fritz, Der hustet, wann er will! Wilhelm Busch Dein Körper sollte dir heilig sein – ohne ihn wärst du nichts. © Siranus Sven von Staden Verzicht ist eine selige Tugend der Habenden, Arme verzichten nicht, sie entbehren. © Heinz Nitschke Wem die Zeit ist wie Ewigkeit, Und Ewigkeit wie die Zeit; Der ist befreit Von allem Streit. Jakob Böhme Man kann sich um die Welt bewegen – allem entgegen… © Brigitte Fuchs Weite Herzen lassen weites Denken zu. © Angelika Emmert Mauern im Kopf errichten Mauern im Herzen. © Edith Tries Sei du selbst – und vieles geht leicht...