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Der Mensch ist das Wesen, welches die oberste Stufe in der sichtbaren Schöpfung

einnimmt, welcher sich sogar für das Ebenbild Gottes ausgibt, worüber sich jedoch Gott nicht sehr geschmeichelt fühlen dürfte.
Johann Nepomuk Nestroy

Old Meg, die war Zigeunerin

Old Meg, die war Zigeunerin
Und lebte tief im Moor,
Ihr Bett war brauner Heidetorf
Und ihr Haus die Luft davor.
Ihr Apfelbaum der Brombeerstrauch,
Der Ginster Beerenhain,
Ihr Wein war Heckenrosentau,
Ihr Buch ein Grabmalstein.
Wie Brüder sah sie schroffe Höhn,
Wie Schwestern Lärchen an —
Sie lebte, wie es ihr gefiel,
Allein mit ihrem Clan.
Wie oft hat sie kein Mahl in der Früh
Und nichts zum Mittag belohnt,
Und oft war noch ihr Abendbrot
Ein Starren in den Mond.
Doch stets war morgens frisch ein Kranz
Aus Geißblatt um ihr Haupt,
Und stets flocht nachts sie mit Gesang
Der Schluchten Eibenlaub.
Und braun und alt war ihre Hand,
Die Binsenmatten webte
Und an das Häuslervolk vergab,
Das in den Wäldern lebte.
Old Meg war amazonengroß,
Besaß Queen Margarets Mut,
Sie trug ein altes rotes Cape
Und einen Bastschlapphut.
Schon lang liegt ihr Gebein im Grund —
Gib Gott, daß es dort ruht!
John Keats

Gemeoss

Jedermann wird zugestehen, daß der Mensch ein soziales Wesen ist. Wir sehen es

in seiner Abneigung gegen Einsamkeit sowie seinem Wunsch nach Gesellschaft über den Rahmen seiner Familie hinaus. Charles Darwin Wenn ich die Liebe an Attribute wie Schönheit und sonstige Werte knüpfe, dann arbeitet mein Denken, es prüft, wägt ab, vergleicht und die Liebe fliegt zum Fenster hinaus. © Peter Lauster Wollt ihr einen Fernsehsüchtigen heilen, verehrte Psychiater, so prüft zuerst ob sein Hirn noch mit Röhren bestückt, oder aber mit Transistoren ausgerüstet ist. © Martin Gerhard Reisenberg Die größte Angelegenheit des Menschen ist, zu wissen, wie er seine Stelle in der Schöpfung gehörig erfülle und recht verstehe, was man sein muß, um ein Mensch zu sein. Immanuel Kant Es dreht sich alles nur im Kreis, wenn das Ende den Anfang erreicht. © Hubert Joost Was immer auch Drogen tun können - ich kann es mit meiner Zunge tun! Unbekannt Betrüger kommen zwar selten weit, dafür geht es ihnen auf ihrer kurzen Strecke aber recht wohl. © Martin Gerhard Reisenberg Jeder...

Um allein zu leben, muss man ein Tier oder ein Gott sein —

sagt Aristoteles. Fehlt der dritte Fall: Man muss beides sein — Philosoph… Friedrich Wilhelm Nietzsche Solange sich die Erde dreht, bieten die Frauen eigentlich immer noch dasselbe. Aber es ist immer wieder sehenswert. Unbekannt Die Suche nach dem Sein des Menschen scheint sich heute fast ausschließlich darauf zu verengen, was ihm alles in seiner ihm gegebenen Spanne zusammenzuraffen gelingt. © Peter Rudl Shakespeare's Heinrich VI.: »Ich sage wenig – denke desto mehr.« Heutiger Politiker: »Ich denke wenig – sage desto mehr.« © Willy Meurer Der liebe Gott muß mir bald sagen, was er will und was ich darf. An ihm ist jetzt der Entschluß. Rainer Maria Rilke Wo das Glück zuhause ist, dort wohnt auch der Nachbar Neid. © Almut Adler In postfaktischen Zeiten ist es umso wichtiger, Fakten zu schaffen und sie wie Utopien zu erzählen. © Thomas Holtbernd Grüble nicht über dein Schicksal nach. Das Los ist geworfen. Nimm es denn, wie es fiel. Bild' es zum Bessern au...

Die Erscheinung ist vom Betrachter nicht losgelöst, vielmehr in die Individualität desselben verschlungen

und verwickelt. Johann Wolfgang von Goethe Wir gehören zu denen, welche ein wenig für sich leben und ein wenig für ihre Freunde, in der Hauptsache für ihr Volk. Gustav Freytag Wer Einblick hat, kann verstehen. Wer Durchblick hat, kann entscheiden. Wer Weitblick hat, weiß die Dinge zu lenken. © Peter Amendt Die Welt ein Buch Die Welt, die ist ein Buch, ein jeder eine Letter; Die Länder sind der Bund; die Zeiten sind die Blätter. In diesem find't man mehr betört als kluge Sachen; In diesem find't man mehr zum Klagen als zum Lachen; In diesem find't man mehr zu meiden als zu üben; In diesem find't man mehr zu hassen als zu lieben. Friedrich Freiherr von Logau Befehle zu erhalten war fast das Schlimmste für ihn noch schlimmer für ihn war keine Befehle zu erhalten © Gerald Dunkl Man kann sich in Geschwätz flüchten, aber auch in Geschweigen. © Gregor Brand Den Faulenzer soll jeder Beliebige zur gerichtlichen Verantwortung ziehen dürfen. Solon W...

»Il faut cultiver notre jardin.« Den berühmten Schlußsatz aus dem ›Candide‹ versteht man

erst dann richtig, wenn man erfährt, daß Voltaire diesen Roman in Schwetzingen begonnen hat. © Ulrich Erckenbrecht Föhn Laß deinen Atem wehen, Frühling, du Held! Mag auch zugrunde gehen, Was morsch auf der Welt! Die Erde will keinen Freier, Der lahm und lack, Solch eine Hochzeitsfeier Feiert im Frack. Nein! einen wilden tollen Nackten Geselln, und in die Küsse sollen Todschreie gelln! Wogen sollen brüllen Gepeitscht an den Strand, Brechende Wälder füllen Mit Stöhnen das Land, Lawinen sollen dröhnen Ins zitternde Tal, Um das Brautbett tönen Soll Sturmchoral! So empfangen und zeugen Riesen ihr Kind. – – Uns ziemt es zu schweigen, Zwerge, die wir sind … A. de Nora

Eine von unseren wichtigsten Lebensaufgaben ist es wohl, dem Menschen gerecht zu werden.

Wenn ich mich frage, wie vielen von all den Menschen, denen ich begegnet bin, gerecht geworden bin, dann sind es einige wenige, und diese wenigen waren Menschen, die ich besonders gut mochte. Das ist keine große Leistung. © Paul Schibler In der Aufstellung unserer Grundsätze sind wir strenger als in ihrer Betätigung. Theodor Fontane Äußere Schönheit ist eine Ansichtssache, innere Schönheit eine Herzensangelegenheit. © Ernst Ferstl Auch die Ewigkeit bleibt niemals stehen. © Martin Gerhard Reisenberg Die, die man zu den Nächsten zählt, sind, wenn man sie braucht, meistens die Entferntesten. © Horst Rehmann Frechheit ist fast immer die Maske der Feigheit. Der Mutige ist ruhig. Otto von Leixner

So ist die Jugend: Wie das Walzwerk einer immer laufenden Mühle. Schüttet man

gutes Korn in die Mühle, so wird gutes Mehl daraus. Gibt man jedoch minderes oder verdorbenes hinein, so wird auch das Mehl minderwertig oder schlecht. Tut man aber gar nichts hinein, dann zerreiben sich die Steine selber. Don Bosco Wer dir einen Tropfen Wasser schenkt, den lohne mit einem nie versiegenden Born. Aus China Wenn die Leute nicht zu faul wären, gäbe es noch mehr Schlechtigkeiten. © Erhard Blanck Das Leben ist für die unglücklichen Arbeiter nicht viel mehr als ein Kampf gegen den Tod, ein Leiden, um sich gegen das Leiden stark zu machen. Sully Prudhomme Positiv gesehen ist jeder, der besser als du sein will, einer, der dich bestätigt – bestätigt, daß du gut bist – daß du bist! © Bruno O. Sörensen Wenn die Anwesenheitsliste der Senatoren abgefragt wird, wissen die Senatoren nie, ob Sie mit "Anwesend" oder "Nicht schuldig" antworten sollen. Theodore Roosevelt

Wenige haben den Mut, zu essen, wenn sie hungern, noch weniger den Mut,

zu schlafen, wenn sie müde sind. Alle haben wir eine Neigung, uns zum Sklaven der Stunde und der Überlieferung zu machen. Theodor Fontane Der Mensch hat neun Öffnungen. Wenn er mit seiner Aufmerksamkeit bei der einen verharrt, so stehen die andern acht leer. Stehen aber die andern acht dauernd leer, so stirbt der Leib. Lü Bu We Gebet, Gesang in letzter Stund' Sind Honig um des Richters Mund! Natürlich! Das gebührt sich da, Sie kennen ihn von Alters ja, Denn wohin auch und wie sie wandeln, Der Alte läßt ja mit sich handeln! Henrik Ibsen Ich höre die lautlose Stimme der Natur: "Geniesse die Schönheit des Herbstes und denke nicht an die Blumen des Frühlings. Man kann nicht beides gemeinsam erleben wollen." © Willy Meurer Der Glaube an einen lenkenden, strafenden Gott ist die letzte große Illusion der Menschheit, und was, wenn auch diese verloren ist? Dann ist sie klüger geworden - aber reicher, glücklicher? Jens Peter Jacobsen Wer das Feld seines Glücks ...

Grundsätze sind enge Kleider, die einen bei jeder freien

Bewegung genieren. Johann Nepomuk Nestroy Der Positivist war ein epistemologischer Nudist: Er schwärmte für nackte Tatsachen. © Anselm Vogt Hüte dich vor Illusionen, sie besitzen keine Schwächen. Unbekannt Gerechtigkeit: Eigenschaft und Phantom der Deutschen. Johann Wolfgang von Goethe Das einzig Intelligente an ihm ist sein Weisheitszahn. Mark Twain Wer sein Wissen laufend ergänzt, der glänzt. © Hubert Joost Ich möchte den Totenkopf des Mannes streicheln, der die Ferien erfunden hat. Jean Paul Die Zeit des Kalauers ist die Happy hour des Aphorismus. © Reiner Klüting Das Schöne ist nichts als des Schrecklichen Anfang, den wir noch grade ertragen. Rainer Maria Rilke Das Wetter wird wärmer – das Klima kälter. © Andrea Mira Meneghin

Treues Vorwärtswandern Seit' an Seit', eines macht den andern stark im Leid. Eines trägt des andern schwere Last, eines

hält des andern Hand umfaßt. Keines fragt den andern: Ist's noch weit? Selig ist das Wandern so zu zweit. Nachruf Das Glück ist Liebe, die Lieb' ist Glück, Ich hab' es gesagt und nehm's nicht zurück. Adelbert von Chamisso Wir möchten so viel: Haben. Sein. Und gelten. Daß einer alles hat: das ist selten. Kurt Tucholsky Alles Kluge, was man von sich gibt, ist schon gesagt worden. Und wenn man Glück hat, bemerkt es niemand. © Manfred Schröder Denn das Denken und Sein ist ein und dasselbe. Parmenides aus Elea

Wäre es für Kunden nicht übersichtlicher, einen Schoko-Nikolaus mit langen Ohren und einen

Schoko-Osterhasen mit Rauschebart zu kreieren – diese Deko könnte über's ganze Jahr die Regale zieren. © Justus Vogt Ehrlichkeit ist das Gegenteil von Höflichkeit. © Ilja Pohl Armut gibt es auch auf der obersten Stufe – nur nennt man sie anders. © Billy Ein echter Mann vermag die Wirlichkeit nicht nur zu respektieren, sondern auch zu verändern. © Pavel Kosorin Illusion ist ein wesentlicher Bestandteil der Wirklichkeit und verhält sich zu ihr wie Wirkung zur Ursache. Joseph Joubert Der Verstand bückt den Kopf vor; die Phantasie legt ihn zurück. Die Begriffe, scheint's, müssen wir an der Erde suchen; die Poesie im Himmel. Otto Ludwig