selber besinnt, aber er darf kein Stadeltor zwischen sich tun und die Welt. Denn in die Welt und unter die Menschen ist er hineingeschaffen und dahinein gehört er auch.
Otto Ludwig
Herbstlied
Der Herbstwind weht; die dürren Blätter fallen
Ins Wintergrab;
Der Raben dumpfen Klaglaut hör' ich schallen
Vom Thurm herab.
Verwelkt und dürr hängt noch an Gartenmauern
Der Blumen Rest;
Und flugesmüde Vögel bange kauern
Im engen Nest.
Denn wo geschwebt auf maienhaften Bahnen
Der Rose Duft,
Weht traurig wie ein unheimliches Ahnen
Oktoberluft.
Und wenn der Sturm die grauen Nebel dränget
Das Meer entlang,
Und wenn mit Weheruf die Möve hänget
Am Felsenhang:
Dann denk' ich deiner, mit betrübten Sinnen,
Vergänglichkeit,
Dann scheint so klein mir in der Brust tiefinnen
So Freud', wie Leid.
Der Herbstwind weht; die dürren Blätter fallen:
Was weinest du?
Getrost! Auch dir wird einst nach kurzem Wallen
Die lange Ruh'.
Ernst Ziel
Otto Ludwig
Herbstlied
Der Herbstwind weht; die dürren Blätter fallen
Ins Wintergrab;
Der Raben dumpfen Klaglaut hör' ich schallen
Vom Thurm herab.
Verwelkt und dürr hängt noch an Gartenmauern
Der Blumen Rest;
Und flugesmüde Vögel bange kauern
Im engen Nest.
Denn wo geschwebt auf maienhaften Bahnen
Der Rose Duft,
Weht traurig wie ein unheimliches Ahnen
Oktoberluft.
Und wenn der Sturm die grauen Nebel dränget
Das Meer entlang,
Und wenn mit Weheruf die Möve hänget
Am Felsenhang:
Dann denk' ich deiner, mit betrübten Sinnen,
Vergänglichkeit,
Dann scheint so klein mir in der Brust tiefinnen
So Freud', wie Leid.
Der Herbstwind weht; die dürren Blätter fallen:
Was weinest du?
Getrost! Auch dir wird einst nach kurzem Wallen
Die lange Ruh'.
Ernst Ziel