heißt ja nicht, fehlerlos schreiben. Beherrschen heißt, sich ihrer Möglichkeiten, ihres inneren Reichtum zu bedienen wissen. Das aber ist eine lebenslange, beglückende Aufgabe.
© Paul Schibler
Behutsam
Gieb deine Hand und komm, den Atem still gesenkt,
unter den Riesenbaum. Hier stirbt im Wipfelneigen
mit Seufzerlaut der Wind in dämmergrauen Zweigen,
die blasses Mondlicht sanft und zärtlich übersprengt.
Verträumt ruht da der Blick, der nicht ans Leben denkt
in trägem Schoss. Nun lass das Glück, das einst uns eigen,
und all die Liebe frei und ungehemmt entsteigen
gleich unserm Haar, um das sich Eulenschwirren drängt.
Und lass das Hoffen! Nur das düstre Sonnenscheiden
und dieses rätselschwere Schweigen lass uns beiden
in unsre herbverschlossnen stummen Seelen ein.
Im Frieden dieser Nacht verzagt der Worte Wille,
denn wie ein Gottesfrevel muss es schreckhaft sein,
erweckt man die Natur, die finster ruht und stille.
Paul Verlaine
© Paul Schibler
Behutsam
Gieb deine Hand und komm, den Atem still gesenkt,
unter den Riesenbaum. Hier stirbt im Wipfelneigen
mit Seufzerlaut der Wind in dämmergrauen Zweigen,
die blasses Mondlicht sanft und zärtlich übersprengt.
Verträumt ruht da der Blick, der nicht ans Leben denkt
in trägem Schoss. Nun lass das Glück, das einst uns eigen,
und all die Liebe frei und ungehemmt entsteigen
gleich unserm Haar, um das sich Eulenschwirren drängt.
Und lass das Hoffen! Nur das düstre Sonnenscheiden
und dieses rätselschwere Schweigen lass uns beiden
in unsre herbverschlossnen stummen Seelen ein.
Im Frieden dieser Nacht verzagt der Worte Wille,
denn wie ein Gottesfrevel muss es schreckhaft sein,
erweckt man die Natur, die finster ruht und stille.
Paul Verlaine