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Die Natur schenkt nichts, sie leiht bloß und hätte nur säumige Schuldner, wäre

sie keine so unerbittliche Mahnerin.
Emanuel Wertheimer

Auch der Idealist malt die Venus nackt, aber der Naturalist entkleidet sie selbst ihrer Schönheit.
Emanuel Wertheimer

Gott knetete aus Erdenstaub allein mich,
Darum der Priester wohl nicht fände rein mich.
Denn ich verdorre leicht - um mich zu nässen,
Muß ich den Weinkrug an die Lippen pressen.

Weißt du, warum ich trinke?
Von Hochmut strotz ich und Eitelkeit,
Und die will ich ersäufen
Im Meer der Betrunkenheit.

Wenn meine Laute euch zu silbern singt,
Wenn euch mein Spott zu laut und lästrig lacht,
Zu hoch mein Rappe in die Lüfte springt,
Zu wild die Fahne meiner Weisheit winkt:
Denkt, dass ich meinen Vers im Rausch gemacht...
Wenn einst mein Kind, das zart ich entband,
Erblüht zur Rose feuerroter Pracht,
Wenn es die Güte gut, die Bosheit böse fand,
Wenn es die heilige Fackel reckt ins Land:
Denkt, daß den Knaben ich im Rausch gemacht...

Ich heb mein Glas in dämmrigen Spelunken,
Und Ihr?
Ich horche auf den Ruf der roten Unken,
Und Ihr?
Ich atme an Suleikas Lippe,
Und Ihr?
Ich beug das Knie vor Schädel und Gerippe,
Und Ihr?
Ich weiß so wenig und leide vieles,
Und Ihr?
Ich suche Seligkeit und Sinn des Spiels,
Und Ihr?
Ich küß, als ob ich nie mehr küssen müßte,
Und Ihr?
Ich leb, als ob ich täglich sterben müßte,
Und Ihr?

Schenke, durch die Glut des Weines
Laß den Becher Feuer fangen,
Sänger, spiele mir ein Liedchen,
Denn es geht mir nach verlangen!

Die ihr ohne Kunde bliebet
Von der Trinker süßem Glücke:
Wißt, der Becher strahlt die Wange,
Die geliebte, mir zurücke.

Keiner wird des Todes sterben,
Den lebendig macht sein Lieben,
Darum ist im Weltenbuche
Meine Dauer eingeschrieben.

Nur solange sind die Reize
Gültig mir von diesen Schlanken,
Als ich meine Zeder sehe
Zierlich mir entgegenschwanken.

O, was bist du so beharrlich
Zu vergessen mich beflissen?
Kommt ja doch von selbst die Stunde,
Welche nichts von mir wird wissen!

Weil der Rausch mir lieblich scheinet
In den Augen meiner Holden,
Laß ich gern die Zügel schießen
Jenen andern Trunkenbolden.
Wir kamen in die Schenke
Mit blauen, himmlischen Kutten;
Der alt Wirt, der nahm sie,
Verwandelte sie zu Asche
Und kleidet' unsere Leiber
Ins schönste Rosenrot,
Einschärftete zugleich auch
Das ernstliche Gebot:
Sich des gewohnten Bösen
Rein zu enthalten künftig,
Nie mehr zu fasten, nie mehr
Zu trauern und zu büßen
Und nichts mehr anzubeten
Andächtig und devot,
Als Feuer, Welt und Tonne;
Verheißend uns, wofern wir
Treu hielten ohne Wanken
An dieser reinen Lehre,
Ein Leben voller Wonne
Und einen seligen Tod.

Tritt nicht mit trüber Miene an das Grab
Und lächle, wie ich stets gelächelt hab.
Bring einen Becher mit und eine Dirne,
Den Veilchenkranz um die geschminkte Stirne,
Und heiß sie tanzen, heiß sie Lieder singen
Und dreimal über meine Grabstatt springen.
Und sprenge Wein, wo man mein Haupt vermutet
Und wo mein Hirn verwest, mein Herz verblutet.

In meinen Schläfen jagt das Blut,
Verdursten ließ mich schier die Bürgersippe.
Es gibt nur ein Gefäß, das mir genüge tut:
Suleikas Lippe.

Wenn einst der jüngste Tag anbricht,
Hält Hafis neben Gottes Thron Gericht,
Und seine weinbelegte Stimme spricht:

Ihr, die ihr trunken taumeltet durchs Leben,
Dem Lächeln und dem Frühling hingegegeben,
An Mädchenlippen sauget wie an Reben,

Ihr, die ihr Brüder wart von Stern und Stier,
Besessen von des Falters Sonnengier:
Ihr heilig Trunkenen, zur Rechten mir!

Doch ihr, die mit eurem Herzen kargtet,
Die ihr das Leben in den Tode sargtet,
Die ihr des Herbstes braune Blätter harket,

Ihr, denen nie die schönen Huris sangen,
Die ihr am Leben wie am Strick gehangen
Die ihr im Kerker eures Hirns gefangen:

Die ihr im Bund mit Schweinezüchtern.
Denn ihr lastertet geheim, ihr Schüchternen,
Zur Linken mir, ihr teuflisch Nüchternen!

Schenke! laß uns munter zechen,
Laß im Rosenhain uns kosen,
Laß uns das Gelübte brechen,
Denn es ist die Zeit der Rosen!
Wenn wir nach dem Garten wallen,
Wollen lärmen wir und tosen,
Wollen, wie die Nachtigallen,
Sinken in das Nest der Rosen!
Leeret unter diesen Bäumen
Den Pokal, den sorgenlosen,
freude darf nicht länger säumen,
Es befahlen es die Rosen.
Kommt der Lenz, so magst du denken
An des Jahrs Metamorphosen:
Heische Wein und einen Schenken
Unter einem Zelt von Rosen.

Schenke, bring den Quell der Jugend,
Zwei Pokale bring in Eile,
Voll von reinem Rebenblute,
Das den Schmerz der Liebe heile!

Bringe, was dem alten Zecher,
Was dem jungen schaffet Wonne!
Wein ist Sonne, Mond ist Becher,
Bring im halben Mond die Sonne!

Die Vernunft ist widerspenstig,
Ihrem Nacken bringe Schlingen!
Nasses Feuer sollst du schlagen,
Feuerwasser sollst du bringen!

Gib dem Trunknen Wein, und gänzlich
Werd ein Lump ich und ein Prasser!
Mag die Rose sich entfernen,
Reiner Wein ist Rosenwasser!

Wenn die Lieder auch verhallen,
Bringe mir ein Glas und klinge!
Klage nicht um Nachtigallen,
Barbiton und Geige bringe!

Gib den Schlaftrunk, denn im Schlafe
Wird mir ihr Genuß zuteile!
Sei es Tugend oder Laster,
Gib mir vollgemessen, eile!
Hafis

Gemeoss

Sagt der Theologe zum Philosophen: Philosophie ist, wenn jemand in einem absolut dunklen

Raum mit verbundenen Augen eine schwarze Katze sucht, die gar nicht da ist. Erwidert der Philosoph: Aber Theologie ist, wenn jemand in einem absolut dunklen Raum mit verbundenen Augen eine schwarze Katze sucht, die gar nicht da ist, und dann ruft: "Ich hab sie!" Unbekannt Abendlied Ringsum nun wird es stille, Indeß der Tag versinkt, Und froh im Gras die Grille Den Thau der Dämmrung trinkt. Aufsteigt die Nacht im Westen, Sie athmet hörbar kaum Und wiegt von Ast zu Aesten Den Wald in Schlag und Traum. Den Vögeln wie sie brüten, Drückt sie die Augen zu Und lullt im Thal die Blüten, Die Aehren all' in Ruh'. Komm, Mutter Nacht, und lege Die Hand aufs Herz mir mild, Daß sie die wilden Schläge Dem Ruhelosen stillt! Adolf Friedrich Graf von Schack

Die sogenannte Prinzipienreiterei ist eine üble Sache, und es würde uns nie einfallen,

von irgendeiner Arbeiterpartei zu verlangen, daß sie um des abstrakten Programmschemas willen auf naheliegende praktische Vorteile verzichte. Rosa Luxemburg Niemand ist so unglücklich wie ein Idol, das sich selbst überlebt hat. Joseph Addison Es gibt auch eine Macht der Gewöhnlichkeit. © Gerd W. Heyse Vom Eise befreit sind Gletscher und Pol durch des Menschen gierig beraubenden Blick. Im Tale schwindet Hoffnungsglück. © Andreas Tenzer Im Neuen sich treu, Und im Alten auch neu: Den Wahlspruch der Welt Hab' auch ich mir gestellt. © »Klassisches Vergißmeinnicht« Die Ausrede ist der Nachsatz zum guten Vorsatz. © Klaus Klages

Wenn du lange genug am Fluß sitzt, siehst du irgendwann die Leiche deines

Feindes vorbeischwimmen. Aus China Es genügt nicht zum Fluß zu kommen mit dem Wunsch, Fische zu fangen. Man muß auch das Netz mitbringen. Fernöstliche Weisheit Mütterchen, sagt immerdar, immerdar, Früh zu freien bringt Gefahr, bringt Gefahr, Ich soll warten mit dem Frein, mit dem Frein, Bis ich werde klüger, klüger sein. Doch ich fürcht' nicht die Gefahr, die Gefahr, Nehm' ein Weib noch dieses Jahr, dieses Jahr, Denn wenn ich erst klüger bin, klüger bin, Kommts mir nicht mehr, nicht mehr in den Sinn! © Ungarisches Volkslied Leuchtturm Wegweiser in Dunkelheit Einsamkeit Angst Not und Gefahr. Trotzt du Wellen und Wind im Sturm. Wie der Mensch der seine Stürme des Lebens auch meistert. Und das Licht der Hoffnung leuchtet in seinem Herz. © Karin Thießen Wer hoch hinaus will, sollte beim Blick in die Abgründe, die sich dann vor ihm auftun, schwindelfrei sein. © Dr. Achim Reichert In der Spaßgesellschaft erntet die meisten Lacher, wer ...

Manche witzigen Einfälle sind wie das überraschende Wiedersehen zweier befreundeter Gedanken nach einer

langen Trennung. Friedrich von Schlegel Kurz scheint das Leben dem Glücklichen, doch wer im Elend, dem scheint selbst eine Nacht unendlich lange zu währen. Lukian Wenn es für unser Leben etwas Ewiges geben soll, so sind es die Erschütterungen, die wir in der Jugend empfangen. Theodor Storm — Ein Grund, der Gründe hat, Wird durch die Wiederholung ja nicht schlecht; Und ist er schlecht, so ist es sehr probat, Umschrieben ihn zu wiederholen. Sprecht Hartnäckig, unverschämt von früh bis spat; Am Ende gibt euch euer Gegner recht Oder ermüdet, was auf eins hinauskommt; Was liegt am Wege, wenn man nur ins Haus kommt? Lord George Gordon Noel Byron Wer rief dich denn? Wer hat dich herbestellt? Wer hieß dich kommen, wenn es dir zur Last? Geh zu dem Liebchen, das dir mehr gefällt, Geh dahin, wo du die Gedanken hast. Geh nur, wohin dein Sinnen steht und Denken! Daß du zu mir kommst, will ich gern dir schenken. Geh zu dem Liebchen, das dir mehr gefällt, Wer rief dich denn?...

Gewiß kein Freund der Gärtnerei wäre zufrieden, wenn auf einmal alles reif gewachsen

da stände und er nichts zu tun hätte als zu pflücken. Jean Paul Was ich so hübsch finde: wenn eine illustrierte Zeitschrift – als Verzierung – auch etwas Text enthält. Otto Weiss (auch: Weiß) Gerechtigkeit? Die Polizei sucht nach dem Täter, der den andern umgebracht, jedoch bleibt meistens ungeschoren, wer mit Worten kalt gemacht. © Gisela Schäfer Mein lieber Setzer! Wir verhalten uns zueinander wie Leib und Seele, müssen daher, wie diese, einander unterstützen, auf daß das Werk zustande komme, daran der Herr Wohlgefallen habe. Arthur Schopenhauer Wir können heutzutage nicht mehr einer rein dynastischen Politik folgen; wir müssen nationale Politik betreiben, wenn wir bestehen wollen. Otto Eduard Leopold Fürst von Bismarck Mit lieben klugen Menschen leben, ist wie ein täglich Sicherneuern, es bewirkt gedankliches Jungwerden. Luise Baer Eine allzu reichliche Gabe lockt Bettler herbei, anstatt sie abzufertigen. Johann Wolfgang von Goethe Hungerlöhne mästen den...

In neun von zehn Fällen ist es die pure Zeitverschwendung, einem deutschen Apophthegma

irgendeinen Sinn entnehmen zu wollen, oder, besser gesagt, aus all diesen Sinnsprüchen der Deutschen läßt sich alles und jeder herauslesen. Edgar Allan Poe Glauben Das Denken ist der Freund von Gott. Und die Zeit hat ohne einen Glauben keinen Sinn. Und nur die Liebe erhält dem Leben seine Freiheit. Das was Gott ist! Oder die Zeit! Oder die Wahrheit! Ist Poesie! Immer das Leben zu sehen! Auch mit geschlossenen Augen! Neben der Liebe lebt die Gerechtigkeit. Nur Träume geben dem Leben einen Sinn. Und Gott schenkt uns mit jeder Sekunde einen Diamanten. Das Leben ist eine Reise zu neuen Gedanken. Die Kleidung der Welt ist die Liebe. Und die Zeit ist ein Lied, das Kriege verhindern kann. Sekunden sind nur mit Phantasie mehr als Zeit. Die Hauptrolle in diesem Leben spielt die Liebe. Und Gott ist ein Künstler, der das Leben stets neu zeigt. Jeder Mensch ist so wichtig wie die Sonne. Und für alles, was lebt, ist Gott ein Lehrer. Und ein Gedanke, der 1000 Türen öffnet,...

Wer Verantwortung übernimmt, macht sich um die Gegenwart verdient

Wer die Freiheit verteidigt, schafft Voraussetzungen für eine bessere Zukunft. Aber erst Freiheit und Verantwortung zusammen machen den eigentlichen Wert unseres Lebens aus. © Wolfgang (WoKo) KownatkaZwei WorteZu früh, zu spät – zwei Worte, welche eigendem Menschenleben, auch dem deinen, sind. Du siehst, daß dir die Stunden schnell verstreichenund daß mit ihnen deine Zeit verrinnt. Du ahnst den Irrtum nicht, an dem du leidest;du hast ja Zeit, du hast unendlich Zeit,und wenn du dich in ihr zu früh entscheidest,entscheidest du für deine EwigkeitEs war zu früh, als du die Rechnung schlossestund in das Defizit den Himmel warfst,zu früh, als du begeistert überflossestfür Zwecke, denen du nicht dienen darfst. Es war zu früh; du warst nicht reif zum Denken,als du deinZiel nur an das Grab gestellt,denn du verstandest noch nicht, dich in die Gruft zu senken,um aufzustehn schon hier in dieser Welt. Es war zu spät, als plötzlich du erkanntest,daß du vielleicht, vielleicht nicht recht...

Hirngespinste sind nicht selten fein gesponnen wie ein Spinnennetz,

aber es fehlt ihnen deren Belastbarkeit. © Siegfried Wache Die Vernunft gebietet und verbietet. Allein ihr fehlt die Macht. © Erhard Blanck Ein Müßiggänger gibt einen guten Propheten ab. Aus Bulgarien Die Schönheit der Dinge lebt in der Seele dessen, der sie betrachtet. David Hume Das Tier, das der Leopard nicht fressen konnte, verspeist auch die Katze nicht. Sprichwort der Thsi aus Afrika Was man glücklich nennt, war ich nie. Johann Georg Forster Wer sich selber ein Heiligtum ist, der ist dem andern ein Greuel. Deutsches Sprichwort Wahre Liebe ist auch die Liebe zur Wahrheit – dem anderen gegenüber. © Prof. Dr. med. Gerhard Uhlenbruck Manche Geräusche versetzen uns in einen Rauschzustand. Stattdessen macht Stille vielen Angst. © Erhard Blanck Rektal gemessen, wies X. den höchsten Staubzuckergehalt auf. © Gerd W. Heyse

Es gibt mehr Beispiele von maßloser Liebe als von

vollkommener Freundschaft. Jean de La Bruyère Einmal gewinnen mit Brillianz, zehnmal mit Konstanz. © Kurt Brugger Jede andere Kunst verstehst du, sobald sie dir leicht wird; die des Schreibens, wenn sie dir schwer wurde. Christian Friedrich Hebbel Bei Propheten ist oft der Ausleger ein wichtigerer Mann als der Prophet. Georg Christoph Lichtenberg Nichts ist so dringend, daß es nicht durch Abwarten noch dringender werden könnte. Unbekannt Was einem Leid tut – tut einem wenigstens nicht weh. © Erhard Horst Bellermann Der Unwissende wird böse, der Wissende versteht. Aus Indien Ich mag Menschen, die mit Problemen fertig werden! Ralph Waldo Emerson Wenn der Fuchs predigt, so nehmt die Gänse in Acht. Deutsches Sprichwort Das gute Buch: gebundene Denkzettel © Manfred Hinrich

Man darf die Menschen nicht danach beurteilen, was sie nicht wissen, sondern danach,

was sie wissen und wie sie es wissen. Luc de Clapiers, Marquis de Vauvenargues Manche Ehemänner sind Menschen, die ihren treuesten Zechkumpan am besten gleich geehelicht hätten. © Christa Schyboll Freundschaft und Liebe blühen, wo Menschen sanft geworden sind, sanft in ihrem Urteil, sanft in ihren Worten und sanft in ihrem Umgang miteinander. © Phil Bosmans Die Tage sind ja Blätter nur im Buche deines Lebens. Füll sie mit guten Taten an und Wirken reinen Strebens. Daniel Sanders Das Meer beruhigt, weil es sich bewegt. © Jürgen K. Hultenreich Außen fix, innen nix. Außen nix, innen fix. Alter Spruch Wer die Natur nicht durch die Liebe kennen lernt, der wird sie nie kennen lernen. Friedrich von Schlegel Obwohl ich genau weiß, wer ich nicht bin, weiß ich noch nicht wer ich bin. Unbekannt Wer seine Stunden besser zu nutzen versteht, behält noch Zeit übrig. Jean de La Bruyère Manchmal fühle ich mich so einsam, daß ich mich sogar über eine Rechnung im Briefkaste...