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Manchmal erachte ich es als schade, daß Hunde so wenig bis gar nie

beißen. Mal ganz ehrlich, ich würde es so manchem Halter gönnen…
© Stefan Wittlin

Liebe ist, sich miteinander im Winde zu wiegen und auch im Sturm des Lebens aneinander Halt zu finden.
© Helga Schäferling

A n deinen Freund häng' ganz dein Herz
Und theile mit ihm Freud' und Schmerz.

B eweis dich zärtlich, treu und gut
Stets in Geduld mit heitrem Mut.

C hristlich zu leben und fromm zu sein
Bestreb' dich ohne Heuchelschein.

D ein' Rede sei Ja, Ja, Nein, Nein,
So wirst du stets im Klaen sein.

E s haben Hoffarth, Stolz und Pracht
Schon manchen armen Mann gemacht.

F reu' dich an des Nachbars Wohl,
Da auch den Feind man lieben soll.

G edenk', wenn's hie und da gebricht,
Vollkommenheit findt' man hier nicht.

H ilf Leidenden mit Rath und That,
Auch dem, der's nicht verdienet hat.

I n's Leiden gehe du auch gern,
Auch dies ist Wohlthat vor dem Herrn.

K rankheit Besuch versage nicht,
Doch sprich da nur von Christenpflicht.

L ies dann und wann ein gutes Buch,
Das frommet mehr als manch' Besuch.

M und und Hand und Herz und Haus halt' rein,
Willst du ein braves Weibchen sein.

N ie bösen Menschen dich vertrau',
Sonst möcht' es dich nachher gerau'n.

O b nun im Haus steht alles wohl,
Dein Augenmerk stets bleiben soll.

P rüf' all dein Thun, eh' es geschieht,
Nachreu' bringt Schmerz und bessert nicht.

Q uäl' dich ja nie mit Vorurtheil
Und Eifersucht, es schafft Unheil.

R egier' mit Sanftmut und Verstand,
Arbeit' auch gern mit eigner Hand.

S chmück' dich, wenn es dein Stand vermag,
Doch ahm' nicht jede Mode nach.

T ugend sei dein Kleid auf Erden,
Sie macht dich zu des Himmels Erben.

W ann's trüb hergeht, nicht trostlos wein',
Auf Regen folget Sonnenschein.

X anthippenstreiche hasse du,
Mit Jedem leb' in Fried' und Ruh'.

Z ur rechten Zeit sei streng und mild,
Und so der Tugend Ebenbild.

Z macht dem Reimen nun ein End',
Gott segne All', die's gelesen hend.
© Ein »gülden ABC« an einem Ofen in Elgg (Schweiz), 1810

Gemeoss

Die Geburtsstunde der Psychotherapie hatte geschlagen, als man daranging, hinter körperlichen Symptomen die

seelischen Ursachen zu sehen, also ihre Psychogenese zu entdecken; jetzt aber gilt es. noch einen letzten Schritt zu tun und hinter dem Psychogenese den Menschen in seiner geistigen Not zu schauen - um von hier aus zu helfen. © Viktor Frankl Das Leben ist so schön das Leben ist so schön man darf es nicht vergeuden nicht leichtfertig verschleudern deswegen heben es sich viele für später auf © Engelbert Schinkel Man soll Dinge, die man in Büchern gelesen hat, in der Wirklichkeit suchen, um schließlich auf Dinge zu stoßen, die noch in keinem bisherigen Buch standen. © Ulrich Erckenbrecht Wir vermengen grundsätzlich nichts Privates mit dem Geschäft. Höchstens umgekehrt! Unbekannt Mag sein, daß das Doktor-Werden eine Konfirmation des Geistes ist, wie Lichtenberg meinte. Eine heilige Kommunion ist es jedenfalls nicht. © Gregor Brand Der leere Bauch will nicht tanzen, der volle kann nicht. Von den Zigeunern

Da jedes Individuum der maßgebendste Sachwalter seiner Interessen ist, darf die Gesellschaft ihre

Sorge für es nicht zu weit treiben, sonst steht zu fürchten, daß es sich ausschließlich auf sie verlasse und daß der Gesellschaft damit eine Aufgabe zufiele, die sie unfähig wäre zu erfüllen. Charles Alexis Henri Clérel de Tocqueville Der Frühlingsgarten „Hört nur, hört, der Frühling kommt“, läuten Osterglocken leise, und die Amsel singt dazu uns ein Lied auf ihre Weise. Auch die stolzen Tulpen kriechen langsam aus dem Winterbette, strahlen nach dem langen Schlaf mit Narzissen um die Wette. An des Apfelbaumes Zweigen sind die Knospen dick und fest, und die kleinen bunten Meisen bauen schon an ihrem Nest. Viele weiße Gänseblümchen schmücken nun den grünen Rasen. Alles hat sich raus geputzt, wartet auf den Osterhasen. © Christa Kluge

Die Gunst des Großen wird nicht selten bloß dadurch verloren, daß man ihnen

sich zu ähnlich stellt. Horaz Wenn eine Frau ins Herz einer anderen trifft, dann verfehlt sie selten die verwundbare Stelle, und die Wunde ist unheilbar. Pierre Ambroise François Choderlos de Laclos Nach drüben Es geht ein Weg nach drüben, So schön und doch so weit. Wer könnt es mir verübeln, ihn zu gehen, wird es Zeit Am Ziele angekommen halt ich Rast am Himmelstor. Vom Fußmarsch noch benommen, dringen Töne an mein Ohr. Auf Erden läuten Glocken, wie es scheinet nur für mich. Leis' Gesänge mich verlocken, lauschend, doch betrübt bin ich. Sitzend noch, vorm großen Tor, die Augen voller Tränen, schlief ich summend ein davor, es entströmt ein bitt'res Sehnen. Ich wachte auf und sah mich um, nichts hatte sich verändert. Die Wolken zieh'n um mich herum, auch das Tor blieb unverändert. Warum nur blieb das Tor so lang, herzlos unbeweglich stehen? Langsam wurd mir Angst und Bang, daß mir kein Einlaß wird versehen. Da kam zum Tor ein kleines Kin...

Ein Mensch geht, aber er läßt uns seine Liebe, seine Heiterkeit, seinen Ernst,

seine Weisheit. Er läßt uns seinen Geist zurück, mit diesem lebt er unter uns. Er wird weiterwirken durch uns. Nachruf Vorgetan und nachgedacht hat manchen in groß Leid gebracht. Bibel Glück ist nicht die Abwesenheit von Schwierigkeiten, sondern ihre Bewältigung. Die Abwesenheit von Schwierigkeiten nennt man Langeweile. © Peter Hohl Ohrengeräusche sollte man nicht auf die leichte Schulter nehmen, sondern im Auge behalten. © Raymond Walden Jeder setzt die Grenze zwischen Selbstbewusstsein und Arroganz selber! © Ümit Özsaray

Wenn du lange genug am Fluß sitzt, siehst du irgendwann die Leiche deines

Feindes vorbeischwimmen. Aus China Es genügt nicht zum Fluß zu kommen mit dem Wunsch, Fische zu fangen. Man muß auch das Netz mitbringen. Fernöstliche Weisheit Mütterchen, sagt immerdar, immerdar, Früh zu freien bringt Gefahr, bringt Gefahr, Ich soll warten mit dem Frein, mit dem Frein, Bis ich werde klüger, klüger sein. Doch ich fürcht' nicht die Gefahr, die Gefahr, Nehm' ein Weib noch dieses Jahr, dieses Jahr, Denn wenn ich erst klüger bin, klüger bin, Kommts mir nicht mehr, nicht mehr in den Sinn! © Ungarisches Volkslied Leuchtturm Wegweiser in Dunkelheit Einsamkeit Angst Not und Gefahr. Trotzt du Wellen und Wind im Sturm. Wie der Mensch der seine Stürme des Lebens auch meistert. Und das Licht der Hoffnung leuchtet in seinem Herz. © Karin Thießen Wer hoch hinaus will, sollte beim Blick in die Abgründe, die sich dann vor ihm auftun, schwindelfrei sein. © Dr. Achim Reichert In der Spaßgesellschaft erntet die meisten Lacher, wer ...

Unrechtmäßig ist es, wenn man, ohne zu schießen das Ziel treffen, ohne standzuhalten

siegen, ohne Tätigkeit eine Unternehmung gut ausführen und als ein schlechter Mensch glücklich sein will. Plutarch von Chäronea Duldung Schwarzes Eisen, kalt und spröde, Schelten möchte ich dich nicht, Weil es dir an Lebenswärme Und an Biegsamkeit gebricht. Bist du doch in Feuersgluthen Zischend einst emporgewallt, Eh' du unter Hammerschlägen Mußtest werden starr und kalt. Und, so sollt auch ihr nicht schelten, Wenn ihr seht ein kaltes Herz, Sollt ihm heißes Mitleid zollen, Weil es gleicht dem todten Erz. Wißt ihr denn, ob es nicht glühend, Zischend einst emporgewallt, Bis es unter Schicksalsschlägen Ward wie Eisen starr und kalt? Luise Büchner

Das gemeinschaftliche Essen ist eine sinnbildliche Handlung der Vereinigung.NovalisUnermeßliches

Lachen erscholl den seligen Göttern. Homer Wenn Wahlen etwas bewirken würden, wären sie längst verboten. Deutsches Sprichwort Herz und Anmut sind stärker als eine ganze Armee. © Kurt Haberstich Jeder ist seines Glückes Schmied. Aber wer kann schon richtig schmieden? © Henryk Bereska Wenn der gerade Weg zu sehen ist, mach keinen Umweg. Aus Rußland Die erste Frau war nur ein Teil von Adam, eine Art Verkleinerung. Ebenso verhält es sich mit dem Geiste. Pierre Joseph Proudhon Der Fortschritt war so fortschrittlich, daß er dem Menschen auf und davon und fort schritt. © Wolfgang J. Reus Die Kunst des Tröstens lernt man nur in der Schule des Leids. Otto von Leixner Der Mann des Jahrzehnts: Der Depp des Jahrhunderts. © Ulrich Erckenbrecht

Die Sünden gegen das 6. Gebot sind keineswegs die

schlimmsten, aber die klebrigsten. Thomas von Aquin Vom wilden Lärm der Städte fern, Im kühlen Hain weht Geist vom Herrn: Es ist der Andacht stiller Geist, Der uns dem Weltgewühl entreißt, In heil'ger Gluth die Herzen läutert, Und den Gedankenkreis erweitert. Wer Einsamkeit, die hehre, scheut, Wen eitler Thorheit Glanz erfreut, Wen nimmer die Natur entzückt, Wer keinen Freund an's Herz gedrückt; Für den ist Gottes Geist verloren, Er ward der Erde nur geboren. Konrad Georg Friedrich Elias von Schmidt-Phiseldeck Denn ein Herz voll Freude sieht alles fröhlich an, ein Herz voll Trübsal alles trübe. Martin Luther wenn die Soldaten könnten würden sie wohl alle fliehen © Anke Maggauer-Kirsche Die Welt ist nichts als ein Schaukelspiel; wo man kommt und geht, auf- und niedersteigt. Aus Arabien Worte! – Und nur Worte? Gibt es denn etwas, das furchtbarer, das kriegerischer wäre als Worte? Carl Ludwig Börne Nicht von der Gewohnheit abhängen. Bettina von Ar...

Viele Schatten der Abgeschiedenen beschäftigen sich nur damit, die Fluten des Totenflusses zu

belecken, weil er von uns herkommt und noch den salzigen Geschmack unserer Meere hat. Vor Ekel sträubt sich dann der Fluß, nimmt eine rückläufige Strömung und schwemmt die Toten ins Leben zurück. Sie aber sind glücklich, singen Danklieder und streicheln den Empörten. Franz Kafka Eine Waffe ist alles, womit man verwunden kann, und von diesem Standpunkt aus betrachtet sind die Gefühle vielleicht die grausamste Waffe, von der der Mensch Gebrauch machen kann, um seinesgleichen zu treffen. Honoré de Balzac Das größte Lokalereignis, das in allen Städten gleichzeitig und unaufhörlich sich begibt, wird am wenigsten beachtet: der Einbruch des Kommis in das Geistesleben. Karl Kraus Humor ist immer dämonischer Natur; das Reich von Witz, Ironie, Satire, dieser gefallene Engel des Geistes, ist innerhalb des Satanischen beschlossen. Arthur Schnitzler Verliere nie deine Nerven – auch der ehrlichste Finder könnte sie dir nicht zurückgeben! © Gerd W. Heyse Laßt mich reden, Menschen, wie...

»Il faut cultiver notre jardin.« Den berühmten Schlußsatz aus dem ›Candide‹ versteht man

erst dann richtig, wenn man erfährt, daß Voltaire diesen Roman in Schwetzingen begonnen hat. © Ulrich Erckenbrecht Föhn Laß deinen Atem wehen, Frühling, du Held! Mag auch zugrunde gehen, Was morsch auf der Welt! Die Erde will keinen Freier, Der lahm und lack, Solch eine Hochzeitsfeier Feiert im Frack. Nein! einen wilden tollen Nackten Geselln, und in die Küsse sollen Todschreie gelln! Wogen sollen brüllen Gepeitscht an den Strand, Brechende Wälder füllen Mit Stöhnen das Land, Lawinen sollen dröhnen Ins zitternde Tal, Um das Brautbett tönen Soll Sturmchoral! So empfangen und zeugen Riesen ihr Kind. – – Uns ziemt es zu schweigen, Zwerge, die wir sind … A. de Nora