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Wenn man sich sein Spiegelbild mal etwas genauer betrachtet, dann ist man ständig

außer und völlig neben sich.
© Robert Kroiß

Bewahre deine Menschenwürde! Werde nie zum Knecht, mach' aber auch keinen anderen Menschen zu deinem Knecht.
Johann Christoph Friedrich von Schiller

Bist du gewachsen, Kind?

In meines Vaters Werkstatt, da weiß ich eine Tür,
die hab’ ich oft betrachtet mit stummer Andacht schier.
Da waren stufenweise von meines Vaters Hand,
viel Strich- und Namenszeichen, kein Fremder sie verstand.

Und hatten in der Werkstatt wir Kinder uns verirrt,
dann haben wir gar eifrig die Zeichen durchstudiert.
Hier konnt‘ man deutlich sehen, wie viel in einem Jahr
ein jedes Kind gewachsen, – wie wichtig das uns war.

Dann haben wir uns heimlich gemessen – das war schön,
genau wie wir’s vom Vater einst haben gern gesehn.
In hellem Jubel brachten der Mutter wir geschwind,
als dann die frohe Kunde, dass wir gewachsen sind.

Doch einst, als ich voll Freude der Mutter hab’s erzählt,
dass mir zur rechten Größe nur wenig es noch fehlt,
da lächelt sie so eigen; nun sage mir geschwind:
“An deinem innern Menschen, bist du gewachsen, Kind?“

An Alter nehmen alle wir zu von Tag zu Tag,
dass flüchtig unser Leben, sagt jeder Glockenschlag.
Doch gilt’s die Zeit zu nutzen, denn es ist Gnadenzeit.
Kurz ist das Erdenleben und lang die Ewigkeit.

Auch du bist eingepflanzt in deines Vaters Reich,
da sollst du Früchte bringen für’s sel’ge Himmelreich.
Und jeden Abend richtet der Heiland ernst und lind
an dich die ernste Frage: Bist du gewachsen, Kind?

Ich habe ganz andächtig der Mutter zugehört
und habe nie vergessen, was sie mich hat gelehrt.
Hat sie manch gutes Wort auch gesprochen in den Wind,
eins hab ich nie vergessen: „Bist du gewachsen, Kind?“

Als ich dann groß geworden, da zog’s mich weit hinaus,
und erst nach Jahren kam ich zurück ins Elternhaus.
Und abends, als die andern schon längst zur Ruhe sind,
fragt mich die Mutter leise: „Bist du gewachsen, Kind?

Der Boden deines Herzens, ist er ein gutes Feld?
Die Saat, die einst gesäet, sag, ist sie wohl bestellt?
Bringt sie nicht taube Ähren? Ach Spreu verweht der Wind,
in deinem Glaubensleben, bist du gewachsen, Kind?“

Das heilige Vermächtnis, o teures Mutterherz,
du sollst mich stets begleiten, mein ganzes Leben fort!
Und will ich träge werden, bring mich zurecht geschwind,
der Mutter ernste Frage: „Bist du gewachsen, Kind?“

Doch weil ich arm und schwach noch bin, drum fleh ich Herr zu Dir:
gib Du zum steten Wachstum doch deinen Segen mir!
Lass mich am innern Menschen, erstarken mehr und mehr,
lass gute Frucht mich bringen, zu Deines Namens Ehr!

Und wenn ich einst die Mutter bei Dir, Herr, wieder find,
dann mög’ sie mir bezeugen: „Du bist gewachsen, Kind!“
Unbekannt

Gemeoss

Oft kommen mir die Tage nur wie aneinander gereihte Stunden vor; wenn wir

auf die nächsten warten, wollen die jetzigen nicht vergehen. Und Nächte, aus denen wir nicht erwachen wollen. .... Im Gedanken an diesen Abend sind schnell 4 Wochen vergangen. Keine Ahnung, ob die Zeit gegen uns spielt, aber mit ihr spielen liegt mir fern. Vielleicht ist das mein Problem: selbst wenn ich mit euch lache, ist mir die Zeit wichtig. © Bettina Reidies Meine Freiheit Mögt ihr mich tausendmal mit Zwang Auf eine Wendung schrauben – Ich werde der Spirale Gang Mir selbst zu ziehn erlauben. Karl Friedrich Henckell Nur der Mensch ist so sinnlos blöd und führt Kriege gegen seine Mitmenschen. Haben Sie schon einmal gehört, daß Tiere untereinander Krieg führen? Eben….! © Stefan Wittlin Der Mensch ist zur Welt geboren, als ein Gottesgedanke, desgleichen noch keiner war, anderen früheren zur Ergänzung, späteren zur Vorbereitung, allen nötig, nirgend überflüssig. Hermann von Bezzel Charaktereigenschaften anderer Völker schätzen und bewerten. Sich gegenseitig messen, übe...

Eigentlich kann man nur geben, was man hat, und

bisweilen hat man nicht, was man meinet zu haben. Matthias Claudius Vorfrühling Pralle Wolken jagen sich in Pfützen Aus frischen Leibesbrüchen schreien Halme Ströme Die Schatten stehen erschöpft. Auf kreischt die Luft Im Kreisen, weht und heult und wälzt sich Und Risse schlitzen jählings sich Und narben Am grauen Leib. Das Schweigen tappet schwer herab Und lastet! Da rollt das Licht sich auf Jäh gelb und springt Und Flecken spritzen – Verbleicht Und Pralle Wolken tummeln sich in Pfützen. August Stramm Was bei den Kindern reicher Leute die Gouvernante und der Hofmeister, das ist bei armen Kindern der Schutzengel. Verfasser unbekannt Es ist Art der Mimosen, aus ihren Mitmenschen Dünger zu machen. © peter e. schumacher Die Menschheit wird in der Zukunft nichts Brauchbares ernten, wenn sie fortfährt, gegenwärtig nur Unkraut zu säen. © Willy Meurer Nicht soll man weinen über den, Den selbstersehntes Grab bedeckt; Das wäre sündhaft. Sophokles Vergeßlic...

An einen dem Autor besonders lieben Menschen: Wenn jeder Mensch, der schon mal

gedacht hat "Den könnt‘ ich erwürgen", dies auch in der Realität getan hätte, wäre die Welt schon lange menschenleer. © Wolfgang J. Reus Zu dir Sie sprangen aus rasender Eisenbahn Und haben sich gar nicht weh getan. Sie wanderten über Geleise, Und wenn ein Zug sie überfuhr, Dann knirschte nichts. Sie lachten nur. Und weiter ging die Reise. Sie schritten durch eine steinerne Wand, Durch Stacheldrähte und Wüstenbrand, Durch Grenzverbote und Schranken Und durch ein vorgehaltnes Gewehr, Durchzogen viele Meilen Meer. – Meine Gedanken. – Ihr Kurs ging durch, ging nie vorbei. Und als sie dich erreichten, Da zitterten sie und erbleichten Und fühlten sich doch unsagbar frei. Joachim Ringelnatz

Sagt der Theologe zum Philosophen: Philosophie ist, wenn jemand in einem absolut dunklen

Raum mit verbundenen Augen eine schwarze Katze sucht, die gar nicht da ist. Erwidert der Philosoph: Aber Theologie ist, wenn jemand in einem absolut dunklen Raum mit verbundenen Augen eine schwarze Katze sucht, die gar nicht da ist, und dann ruft: "Ich hab sie!" Unbekannt Abendlied Ringsum nun wird es stille, Indeß der Tag versinkt, Und froh im Gras die Grille Den Thau der Dämmrung trinkt. Aufsteigt die Nacht im Westen, Sie athmet hörbar kaum Und wiegt von Ast zu Aesten Den Wald in Schlag und Traum. Den Vögeln wie sie brüten, Drückt sie die Augen zu Und lullt im Thal die Blüten, Die Aehren all' in Ruh'. Komm, Mutter Nacht, und lege Die Hand aufs Herz mir mild, Daß sie die wilden Schläge Dem Ruhelosen stillt! Adolf Friedrich Graf von Schack

Wer alles haben will, bekommt am Ende nichts! sagt man. Wer nichts haben

will, bekommt am Ende alles - vom Sozialamt! © Willy Meurer Starke Wasser reißen viel Gestein und Gestrüpp mit sich fort, starke Geister viele dumme und verworrene Köpfe. Friedrich Wilhelm Nietzsche Manche Eltern sind Menschen, die sich dann an ihre Elternschaft erinnern, wenn man ihnen das Kindergeld streicht. © Christa Schyboll Bei Leichtgesinnten ernst, wachsam, wo andre faul, der Weise schlägt sie, wie das Rennpferd schlägt den Gaul. (29. Vers) Dhammapada Mein kleines Beziehungs-Einmaleins: Ich zähle auf dich und rechne mit dir – und hoffe, du machst mir keinen Strich durch die Rechnung. © Ernst Ferstl Ein Heil bleibt dem Besiegten allein, kein Heil mehr zu hoffen! Vergil Vorbilder leben vor, zeigen Sinn. Unaufdringlich leise. © Else Pannek Kein Wissen gibt's, der Seele Bildung im Gesicht zu lesen. William Shakespeare Die Zeiten ändern sich, das Schlechte bleibt. Graffito Alle großen Dichter werden zum Schluß, natürlich und unvermeidlich, Kritike...

Es kann vorkommen, wenn die Einkommen der Nachkommen nicht ankommen, daß die Nachkommen

ohne Einkommen nicht auskommen und vollkommen verkommen oder umkommen. © Frank Stefani Manche Männer sind wie die Eulen: Tagsüber kriegen sie kein Auge auf, und nachts jagen sie die Mäuschen. Unbekannt Alles wiederholt sich nur im Leben, Ewig jung ist nur die Phantasie; Was sich nie und nirgends hat begeben, Das allein veraltet nie! Johann Christoph Friedrich von Schiller Fußballern braucht man nie lange zu erklären, warum jemand im Rentenalter gerne weiterarbeitet: was macht mehr Spaß als Elfmeterschießen in der Verlängerung? © KarlHeinz Karius Um die Liebe eurer Eltern zu verstehen, müßt ihr selbst Kinder aufziehen. Aus China Das Bild und der Begriff entsteht, indem eine produktive Kraft einige gegebene Reize gestaltet : eine „Erscheinung“ macht. Friedrich Wilhelm Nietzsche Ein Schwein läßt sich nur mit einer größeren Futterkippe wegködern. © Pavel Kosorin …den Weg in das Herz eines anderen Menschen findest du in deinem eigenen Herzen… © Natalie Wolff Neue ...

Unser Zeitalter ist seinem Wesen nach tragisch, also weigern wir uns, es tragisch

zu nehmen. Die Katastrophe ist hereingebrochen, wir stehen zwischen den Trümmern, wir fangen an, neue kleine Gewohnheiten zu bilden, neue Hoffnungen zu hegen. Es ist ein hartes Stück Arbeit: Kein ebener Weg führt in die Zukunft; wir umgehen die Hindernisse jedoch oder klettern über sie hinweg. Wir müssen leben – einerlei, wie viele Himmel eingestürzt sind. David Herbert Lawrence Bewahret euch vor Eifersucht, Dem grüngeäugten Scheusal, das besudelt Die Speise, die es nährt. Heil dem Betrogenen, Der, seiner Schmach bewußt, das Falsche haßt; Doch Qualminuten zählt der Mann, Der liebt, verzweifelt, argwohnt und vergöttert. William Shakespeare Die Sehnsucht treibt uns zu denen, die die Sehnsucht treibt, und dort verweilen wir, bis wir beschließen, glücklich zu werden. © Nina Stillbauer "Was werden denn die Leute sagen!" Was werden sie denn sagen? Überleg es Dir! Du weißt dann zwar immer noch nicht, was sie sagen werden, aber du weißt zumindest, was Du denkst! © Helg...

Durch den internationalen Terrorismus hat der bekannte Spruch "You and what army?" eine

völlig neue Bedeutung erhalten... © Wolfgang J. Reus Ich lehne die PID als Tendenz zur aktiven Selektion ab. Behindertes Leben wird dadurch zum geminderten Leben. © Wolfgang Huber »Mon dieu« ist ein Sturz aus dem Nonsens des Wissens und Könnens zurück ins Licht der Alltäglichkeit. © Billy Dass Dinge ebenso wahr wie erbärmlich sein können, zeigt sich schön in dem Satz: "Ich bin eben so, wie ich bin" als Begründung allen Tuns. © Stefan Hölscher Die Frauen haben in gewissen Dingen ein wunderbares Divinationsvermögen; sie sehen, ohne hinzublicken, wo wir schauen, ohne zu sehen. © »Junggesellenbrevier« Mancher droht, der selber zittert. Aus Frankreich Der finale Rettungsstau: Alle bleiben zu Hause. © Peter Cerwenka Wer bei seiner geistigen Nahrung nur Fettgedrucktes zu sich nimmt, lebt ungesund, denn Schlagzeilen wirken wie Schlagsahne – . © Prof. Dr. med. Gerhard Uhlenbruck Man soll nicht einlenken, wenn es einen vom Weg abbringt. © Peter Rudl Die Fehl...

Leute, die nicht danken können, denen fehlt etwas wichtiges, weshalb sie keinen Grund

haben, danken zu müssen. © Erhard Blanck Nur dem hilft Gott, der alle Kraft in sich selbst aufbietet und die Verantwortung ganz persönlich auf sich nimmt. Eduard Graf von Keyserling Revolutionsfieber Freilich, ein Fieber des Volks, das revolutionäre, aber, wie seltsam, es stirbt immer der König daran! Christian Friedrich Hebbel Seine Feinde zu lieben, ist Selbstverleugnung, sie aber zu hassen trübt das Urteilsvermögen und erschwert die Selbstverteidigung. © Prof. Querulix Das graueste Leben führen die, die alles an ihm fein säuberlich in Schwarz und Weiß eingeteilt haben. © Peter Rudl Den berühmten Mann freuet kein anderes Lob weiter als ein größeres. Jean Paul Klopft die Not an, so tut die Liebe die Tür auf. Alter Spruch Ist die Decke über dem Kopf, so sind beide Eheleute gleich. Deutsches Sprichwort Eßt mehr Bohnen, wir haben Gas nötig. © Peter Darbo Stolz und Würde: Das sind die Juwelen in der Schatzkammer der Armut. © Billy

Die Leute zu kränken ist leicht, sie zu bessern

ist schwer, wo nicht unmöglich. Arthur Schopenhauer Abendlied Ich sitz' am einsamen Strande, Grau kommt der Abend daher, Grau ruht und unabsehbar, Oede vor mir das Meer. Es streicht eine Möve droben Dahin mit klagendem Schrei, Und einsam kommt sie geflogen, Und einsam fliegt sie vorbei. Es dunkelt still auf den Wellen, Es dunkelt still in der Höh'! Der Vogel fliegt weiter und weiter, Hinaus in die Nacht und die See. Edmund Hoefer An sich selber liebt man die Schwächen – an den andern schätzt man die Wunden. © Billy Besäßen die Menschen Beharrlichkeit, so wäre ihnen fast nichts unmöglich. Ta-Yü mo Für den Eid des Liebenden gibt es keine Strafe. Amantis ius iurandum poenam non habet. Publilius Syrus Alles Zukunfterraten ist wie gemalter Braten. Joachim Ringelnatz Die Reue ist der Fallschirm der Sünder. © Roger Ikor Etwas geht schief? Vielleicht bist du selbst es! © Andrea W. Das ärgste Gift ist eine böse Zunge. Deutsches Sprichwort Di...