Die Liebe scheitert häufig, weil sie sich aus gegensätzlichen Komponenten zusammensetzt. Sie verlangt
Kenntnis und Vertrauen, aber auch das Geheimnis, das durch die Kenntnis oft zerstört wird.
© Anselm Vogt
Der Feind
All meine Jugend war ein Sturm von Wetterschlägen
Nur hier und dort durchflammt von hellem Sonnenlicht;
so viel vernichteten der Donner und der Regen,
Daß wenig Früchte man in meinem Garten bricht.
Nun, da der Herbst mir schon berührt der Seele Schauen,
Da Hark und Schaufel ich zu schwerer Arbeit hub,
Muß überschwemmt Gefild ich mühsam neu bebauen,
Wo Löcher grabestief der Sturz des Wassers grub.
Und wer mag sagen, ob den Blumen, die ich träume,
In diesm Boden, der zerspült wie wüste Räume,
Geheimer Saft auch wird, der ihre Kräfte nährt?
O Schmerz! O Schmerz! Die Zeit verschlig all unser Leben,
Dem dunklen Feinde, der uns stumm am Herzen zehrt,
Muß unser eignes Blut stets neue Stärke geben!
Charles Baudelaire
© Anselm Vogt
Der Feind
All meine Jugend war ein Sturm von Wetterschlägen
Nur hier und dort durchflammt von hellem Sonnenlicht;
so viel vernichteten der Donner und der Regen,
Daß wenig Früchte man in meinem Garten bricht.
Nun, da der Herbst mir schon berührt der Seele Schauen,
Da Hark und Schaufel ich zu schwerer Arbeit hub,
Muß überschwemmt Gefild ich mühsam neu bebauen,
Wo Löcher grabestief der Sturz des Wassers grub.
Und wer mag sagen, ob den Blumen, die ich träume,
In diesm Boden, der zerspült wie wüste Räume,
Geheimer Saft auch wird, der ihre Kräfte nährt?
O Schmerz! O Schmerz! Die Zeit verschlig all unser Leben,
Dem dunklen Feinde, der uns stumm am Herzen zehrt,
Muß unser eignes Blut stets neue Stärke geben!
Charles Baudelaire