würden, denn nicht selten wollen sie Dich nur zu einem Sklaven machen. Hinter aufgesetzter Selbstlosigkeit steckt oftmals der Wunsch, einen Menschen unter allen Umständen und für immer an sich zu binden. Und wehe Du erfüllst diesen Wunsch eines Tages nicht!
© Benjamin Stelzer
Die Aehren
Der Abend war selbst wie ein Wunder der Liebe,
Sie gingen umschlungen und stumm vor Liebe
Aus den Feldern dem träumenden Dorfe zu.
Sie lehnte sich wärmer an ihn. Sie sagte,
So still, als wenn der Abendwind klagte:
"Im Korn, das war doch eine Sünde, du!"
Er löst seine Hand und Wange von Wange:
"Und nennst dus Sünde, daß ich dich umfange,
So liebst du mich nicht und liebst mich nicht!"
Da schaut sie empor zu dem Zornigen, Wilden
Und sieht mit erschrockenen, hilflosen, milden
Augen dem Liebsten ins Angesicht,
Und lächelt in Tränen und löst die bleichen,
Bebenden Lippen und sagt mit weichen
Worten zum Liebsten: "Das sagst du mir?"
Und schlingt den Arm um den trotzigen Knaben:
"Daß wir das Korn so zerbrochen haben,
Das war eine Sünde. Das sag' ich dir."
Hugo Salus
© Benjamin Stelzer
Die Aehren
Der Abend war selbst wie ein Wunder der Liebe,
Sie gingen umschlungen und stumm vor Liebe
Aus den Feldern dem träumenden Dorfe zu.
Sie lehnte sich wärmer an ihn. Sie sagte,
So still, als wenn der Abendwind klagte:
"Im Korn, das war doch eine Sünde, du!"
Er löst seine Hand und Wange von Wange:
"Und nennst dus Sünde, daß ich dich umfange,
So liebst du mich nicht und liebst mich nicht!"
Da schaut sie empor zu dem Zornigen, Wilden
Und sieht mit erschrockenen, hilflosen, milden
Augen dem Liebsten ins Angesicht,
Und lächelt in Tränen und löst die bleichen,
Bebenden Lippen und sagt mit weichen
Worten zum Liebsten: "Das sagst du mir?"
Und schlingt den Arm um den trotzigen Knaben:
"Daß wir das Korn so zerbrochen haben,
Das war eine Sünde. Das sag' ich dir."
Hugo Salus