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Seelenwanderung – ein Dieb könnte ehemals Herr der Sachen gewesen sein, die er

jetzt stiehlt.
Christian Friedrich Hebbel

Nicht jeder sollte für sich allein sterben. Je aufregender er verscheidet, freut die Umgebung sich auch mit ihm.
© Martin Gerhard Reisenberg

Ein toller Tag

Ein Mensch erschrickt, und ihm wird klar:
Mensch heute ist doch Karneval.
Dann sucht er, Mensch ich krieg’ die Motten,
Im Keller Karnevalsklamotten.

Der Hut ist alt, aus Opas Schrank,
Das Nachthemd, längs gestreift, macht schlank.
Ein bunter Schal noch um den Hals,
Denn Karneval ist’s immer kalt.

Damit man sein Gesicht nicht sieht,
Er einen Strumpf sich überzieht.
Zwei Augen schlitzt er noch hinein,
Ein Loch für’s Nasenbein muß sein.

Zwei Socken dann, links grün, rechts rot,
So zieht der Mensch als Jecke los.

Es stürzt der Mensch sich ins Getümmel,
Als Jeck verklärt, als Mensch verstümmelt.
Doch ihn schert’s nicht, denn dieser Tag,
Ist einmal nur in jedem Jahr.

So singt und swingt und trinkt der Mensch,
Versäuft vielleicht sein letztes Hemd,
Und wankt nach Haus - sonst braver Vater -
Mit schiefem Gang und Faschingskater.
Am Mittwoch ist es dann vorbei.
Zurück im Alltagseinerlei,
Erkennt der Mensch sehr rasch: das war’s
Nicht viel und doch, er hat’s gewagt.

Das hält ihn fit und gibt ihm Kraft;
Denn nächstes Jahr, genau um acht,
Wird dieser Mensch erneut sich fragen,
An einem der drei tollen Tage:

Soll ich als Mensch mich neu verstümmeln,
Und mich in dem Getümmel lümmeln,
Und trinken, swingen und auch singen,
Erneut den Kater heimwärts bringen?

Weil er sich doch am besten kennt,
Wird er es tun; denn Mensch bleibt Mensch.
Und deshalb sei auch Euch gesagt,
Vergeßt des Alltags Last und Plag’.

Seid fröhlich, lustig, spritzig, heiter;
Denn Lebensuhren gehen weiter.
Der nächste Morgen kommt bestimmt,
Weil er heut' schon das Gestern nimmt.

Und auch am Ende ist Euch klar,
Daß morgen längst schon gestern war.
So ist und war es allemal
Und nicht zuletzt im Karneval.
© Wolfgang (WoKo) Kownatka

Gemeoss

Es gibt Gezeiten im Geschick der Menschen, die, wird die Flut genutzt, zum

Glück hinführen, wird sie verfehlt, so bleibt des Lebens Reise in Untiefen und Widrigkeiten stecken. Jetzt schwimmen wir auf einer hohen Woge und müssn, wenn sie naht, die Strömung nutzen, wollen wir nicht scheitern. William Shakespeare Das dauert ja ewig und drei Tage Wenn etwas drei Tage länger als die Ewigkeit dauern kann, das muß eine nicht auszuschöpfende Zeitspanne sein! Der kleine Witz dieser Redensart hat jedoch einen realen Ursprung. Von alters her war es in der Rechtsprechung üblich, der Strenge ein Quäntlein Duldung beizumischen. Kleinen und großen Rechtsbrechern wurde zur Einhaltung der Fristen, innerhalb derer sie ihre Verfehlungen gut zu machen hatten, eine kleine Gnadenfrist zugebilligt. Noch heute spricht man nicht von einer Woche, sondern von "acht Tagen". Ein Termin wird anberaumt, der "über Jahr und Tag" stattfinden soll. Darüber hinaus ist das "ewig und drei Tage" dann der Duldung höchstes Maß. Redensart

Leute, die nicht danken können, denen fehlt etwas wichtiges, weshalb sie keinen Grund

haben, danken zu müssen. © Erhard Blanck Nur dem hilft Gott, der alle Kraft in sich selbst aufbietet und die Verantwortung ganz persönlich auf sich nimmt. Eduard Graf von Keyserling Revolutionsfieber Freilich, ein Fieber des Volks, das revolutionäre, aber, wie seltsam, es stirbt immer der König daran! Christian Friedrich Hebbel Seine Feinde zu lieben, ist Selbstverleugnung, sie aber zu hassen trübt das Urteilsvermögen und erschwert die Selbstverteidigung. © Prof. Querulix Das graueste Leben führen die, die alles an ihm fein säuberlich in Schwarz und Weiß eingeteilt haben. © Peter Rudl Den berühmten Mann freuet kein anderes Lob weiter als ein größeres. Jean Paul Klopft die Not an, so tut die Liebe die Tür auf. Alter Spruch Ist die Decke über dem Kopf, so sind beide Eheleute gleich. Deutsches Sprichwort Eßt mehr Bohnen, wir haben Gas nötig. © Peter Darbo Stolz und Würde: Das sind die Juwelen in der Schatzkammer der Armut. © Billy

Sagt der Theologe zum Philosophen: Philosophie ist, wenn jemand in einem absolut dunklen

Raum mit verbundenen Augen eine schwarze Katze sucht, die gar nicht da ist. Erwidert der Philosoph: Aber Theologie ist, wenn jemand in einem absolut dunklen Raum mit verbundenen Augen eine schwarze Katze sucht, die gar nicht da ist, und dann ruft: "Ich hab sie!" Unbekannt Abendlied Ringsum nun wird es stille, Indeß der Tag versinkt, Und froh im Gras die Grille Den Thau der Dämmrung trinkt. Aufsteigt die Nacht im Westen, Sie athmet hörbar kaum Und wiegt von Ast zu Aesten Den Wald in Schlag und Traum. Den Vögeln wie sie brüten, Drückt sie die Augen zu Und lullt im Thal die Blüten, Die Aehren all' in Ruh'. Komm, Mutter Nacht, und lege Die Hand aufs Herz mir mild, Daß sie die wilden Schläge Dem Ruhelosen stillt! Adolf Friedrich Graf von Schack

Wenn du lange genug am Fluß sitzt, siehst du irgendwann die Leiche deines

Feindes vorbeischwimmen. Aus China Es genügt nicht zum Fluß zu kommen mit dem Wunsch, Fische zu fangen. Man muß auch das Netz mitbringen. Fernöstliche Weisheit Mütterchen, sagt immerdar, immerdar, Früh zu freien bringt Gefahr, bringt Gefahr, Ich soll warten mit dem Frein, mit dem Frein, Bis ich werde klüger, klüger sein. Doch ich fürcht' nicht die Gefahr, die Gefahr, Nehm' ein Weib noch dieses Jahr, dieses Jahr, Denn wenn ich erst klüger bin, klüger bin, Kommts mir nicht mehr, nicht mehr in den Sinn! © Ungarisches Volkslied Leuchtturm Wegweiser in Dunkelheit Einsamkeit Angst Not und Gefahr. Trotzt du Wellen und Wind im Sturm. Wie der Mensch der seine Stürme des Lebens auch meistert. Und das Licht der Hoffnung leuchtet in seinem Herz. © Karin Thießen Wer hoch hinaus will, sollte beim Blick in die Abgründe, die sich dann vor ihm auftun, schwindelfrei sein. © Dr. Achim Reichert In der Spaßgesellschaft erntet die meisten Lacher, wer ...

Eigentlich kann man nur geben, was man hat, und

bisweilen hat man nicht, was man meinet zu haben. Matthias Claudius Vorfrühling Pralle Wolken jagen sich in Pfützen Aus frischen Leibesbrüchen schreien Halme Ströme Die Schatten stehen erschöpft. Auf kreischt die Luft Im Kreisen, weht und heult und wälzt sich Und Risse schlitzen jählings sich Und narben Am grauen Leib. Das Schweigen tappet schwer herab Und lastet! Da rollt das Licht sich auf Jäh gelb und springt Und Flecken spritzen – Verbleicht Und Pralle Wolken tummeln sich in Pfützen. August Stramm Was bei den Kindern reicher Leute die Gouvernante und der Hofmeister, das ist bei armen Kindern der Schutzengel. Verfasser unbekannt Es ist Art der Mimosen, aus ihren Mitmenschen Dünger zu machen. © peter e. schumacher Die Menschheit wird in der Zukunft nichts Brauchbares ernten, wenn sie fortfährt, gegenwärtig nur Unkraut zu säen. © Willy Meurer Nicht soll man weinen über den, Den selbstersehntes Grab bedeckt; Das wäre sündhaft. Sophokles Vergeßlic...

Oft kommen mir die Tage nur wie aneinander gereihte Stunden vor; wenn wir

auf die nächsten warten, wollen die jetzigen nicht vergehen. Und Nächte, aus denen wir nicht erwachen wollen. .... Im Gedanken an diesen Abend sind schnell 4 Wochen vergangen. Keine Ahnung, ob die Zeit gegen uns spielt, aber mit ihr spielen liegt mir fern. Vielleicht ist das mein Problem: selbst wenn ich mit euch lache, ist mir die Zeit wichtig. © Bettina Reidies Meine Freiheit Mögt ihr mich tausendmal mit Zwang Auf eine Wendung schrauben – Ich werde der Spirale Gang Mir selbst zu ziehn erlauben. Karl Friedrich Henckell Nur der Mensch ist so sinnlos blöd und führt Kriege gegen seine Mitmenschen. Haben Sie schon einmal gehört, daß Tiere untereinander Krieg führen? Eben….! © Stefan Wittlin Der Mensch ist zur Welt geboren, als ein Gottesgedanke, desgleichen noch keiner war, anderen früheren zur Ergänzung, späteren zur Vorbereitung, allen nötig, nirgend überflüssig. Hermann von Bezzel Charaktereigenschaften anderer Völker schätzen und bewerten. Sich gegenseitig messen, übe...

Im Schachverein wurde der Kommunikation erfolgreich ein Schach geboten.©

Reiner Klüting Der Altruist opfert, der Egoist spendet. © Alfred Selacher Doppel-Moral ist keine doppelte, sondern nur die halbe Moral. © Helmut Glaßl Wer das Äußere des anderen wertet, reflektiert sein Inneres! © Bruno O. Sörensen Das Leben ist Schwäche. Stärke ist die Ausnahme. © Peter Temple Man kann eine Idee durch eine andere verdrängen, nur die der Freiheit nicht. Carl Ludwig Börne Das Leben damit zubringen, Worte zu machen, überlasse man Journalisten. Michel de Montaigne Bedenkliches Symptom. Wenn einem gleichgültig wird, was man viele Jahre lang gerne getan hat. © Erich Ellinger Man wäg' die Stimmen nach dem inneren Werte: Der Starke nur spricht ein entscheidend Wort. Karl Theodor Körner Bekämen Minister so viel wie Müllmänner, wär's sauberer im Lande. © Manfred Hinrich

Es kann vorkommen, wenn die Einkommen der Nachkommen nicht ankommen, daß die Nachkommen

ohne Einkommen nicht auskommen und vollkommen verkommen oder umkommen. © Frank Stefani Manche Männer sind wie die Eulen: Tagsüber kriegen sie kein Auge auf, und nachts jagen sie die Mäuschen. Unbekannt Alles wiederholt sich nur im Leben, Ewig jung ist nur die Phantasie; Was sich nie und nirgends hat begeben, Das allein veraltet nie! Johann Christoph Friedrich von Schiller Fußballern braucht man nie lange zu erklären, warum jemand im Rentenalter gerne weiterarbeitet: was macht mehr Spaß als Elfmeterschießen in der Verlängerung? © KarlHeinz Karius Um die Liebe eurer Eltern zu verstehen, müßt ihr selbst Kinder aufziehen. Aus China Das Bild und der Begriff entsteht, indem eine produktive Kraft einige gegebene Reize gestaltet : eine „Erscheinung“ macht. Friedrich Wilhelm Nietzsche Ein Schwein läßt sich nur mit einer größeren Futterkippe wegködern. © Pavel Kosorin …den Weg in das Herz eines anderen Menschen findest du in deinem eigenen Herzen… © Natalie Wolff Neue ...

Die Leute zu kränken ist leicht, sie zu bessern

ist schwer, wo nicht unmöglich. Arthur Schopenhauer Abendlied Ich sitz' am einsamen Strande, Grau kommt der Abend daher, Grau ruht und unabsehbar, Oede vor mir das Meer. Es streicht eine Möve droben Dahin mit klagendem Schrei, Und einsam kommt sie geflogen, Und einsam fliegt sie vorbei. Es dunkelt still auf den Wellen, Es dunkelt still in der Höh'! Der Vogel fliegt weiter und weiter, Hinaus in die Nacht und die See. Edmund Hoefer An sich selber liebt man die Schwächen – an den andern schätzt man die Wunden. © Billy Besäßen die Menschen Beharrlichkeit, so wäre ihnen fast nichts unmöglich. Ta-Yü mo Für den Eid des Liebenden gibt es keine Strafe. Amantis ius iurandum poenam non habet. Publilius Syrus Alles Zukunfterraten ist wie gemalter Braten. Joachim Ringelnatz Die Reue ist der Fallschirm der Sünder. © Roger Ikor Etwas geht schief? Vielleicht bist du selbst es! © Andrea W. Das ärgste Gift ist eine böse Zunge. Deutsches Sprichwort Di...

An einen dem Autor besonders lieben Menschen: Wenn jeder Mensch, der schon mal

gedacht hat "Den könnt‘ ich erwürgen", dies auch in der Realität getan hätte, wäre die Welt schon lange menschenleer. © Wolfgang J. Reus Zu dir Sie sprangen aus rasender Eisenbahn Und haben sich gar nicht weh getan. Sie wanderten über Geleise, Und wenn ein Zug sie überfuhr, Dann knirschte nichts. Sie lachten nur. Und weiter ging die Reise. Sie schritten durch eine steinerne Wand, Durch Stacheldrähte und Wüstenbrand, Durch Grenzverbote und Schranken Und durch ein vorgehaltnes Gewehr, Durchzogen viele Meilen Meer. – Meine Gedanken. – Ihr Kurs ging durch, ging nie vorbei. Und als sie dich erreichten, Da zitterten sie und erbleichten Und fühlten sich doch unsagbar frei. Joachim Ringelnatz