Direkt zum Hauptbereich

Zeitungsenten sind immer mit Vorsicht zu genießen - nicht nur wegen der grassierenden

Geflügelpest.
© Willy Meurer

Es werden Engel, aber nicht Gefallene geschaffen. – Nie kann ein Kind für zu unschuldig und gut gehalten werden.
Jean Paul

Zum Bußtage
(Jesaja 38, Vers 17)

Um Trost war mir sehr bange!
Oft hab' ich Tag und Nacht,
auf meinem Pilgergange
in Tränen zugebracht.
Wenn mich die Trübsalswogen
umtost mit Sturmgebraus,
dann schaut' ich nach dem Bogen
des ew' gen Friedens aus.

Um Trost war mir sehr bange!
Wie hat mein zagend Herz
gerufen: „Herr, wie lange!
Ach heile meinen Schmerz!“
War ich in Angst und Sorgen,
aß ich mein Tränenbrot,
dann klagt' ich jeden Morgen,
mein Gott, dir alle Not.

Um Trost war mir sehr bange!
Ich seufzte Tag für Tag,
wenn Leid und Grämen lange
auf meinem Herzen lag.
Und ward des Kampfes Ringen
in deiner Kraft vollbracht,
dann zog auf Andachtsschwingen
zu dir ich in der Nacht.

Um Trost war mir sehr bange
in meiner Sündennot,
und drohte mir die Schlange
mit ew' gem Höllentod,
dann wär ich fast vergangen
im Elend meiner Schuld.
Da rief ich mit Verlangen
zum Herrn um Gnad und Huld.

Du warst, Herr, mir Armen
so herzlich zugetan
und nahmst dich voll Erbarmen,
Gott meiner Seele an.
Damit sie nicht verdürbe
im Strome dieser Zeit
und nicht im Pfuhle stürbe
für alle Ewigkeit.

Du wirfst, Herr, meine Sünden
weit hinter dich zurück
und lässest Trost mich finden
und wahres Seelenglück.
Nun wäschest Du mich helle
im Blute Jesu Christ,
der meines Lebens Quelle,
mein lieber Heiland ist.

Nun willst du nicht gedenken,
der großen Missetat,
willst deinen Trost mir schenken
und Hilfe früh und spat.
Nun ist mir nicht mehr bange
in tiefster Seelennot,
weil ich dich froh umfange,
bis an den sel' gen Tod.

Nun jauchze, meine Seele,
in Glück und Ungemach!
Welch Leiden dich auch quäle,
o rühm' es tausendfach:
„Den Herrn hab' ich erkoren!
Die Liebe wanket nicht!
Dich hab' ich nicht verloren,
Gott, meine Zuversicht!“
Wilhelm Engelhardt

Gemeoss

Oft kommen mir die Tage nur wie aneinander gereihte Stunden vor; wenn wir

auf die nächsten warten, wollen die jetzigen nicht vergehen. Und Nächte, aus denen wir nicht erwachen wollen. .... Im Gedanken an diesen Abend sind schnell 4 Wochen vergangen. Keine Ahnung, ob die Zeit gegen uns spielt, aber mit ihr spielen liegt mir fern. Vielleicht ist das mein Problem: selbst wenn ich mit euch lache, ist mir die Zeit wichtig. © Bettina Reidies Meine Freiheit Mögt ihr mich tausendmal mit Zwang Auf eine Wendung schrauben – Ich werde der Spirale Gang Mir selbst zu ziehn erlauben. Karl Friedrich Henckell Nur der Mensch ist so sinnlos blöd und führt Kriege gegen seine Mitmenschen. Haben Sie schon einmal gehört, daß Tiere untereinander Krieg führen? Eben….! © Stefan Wittlin Der Mensch ist zur Welt geboren, als ein Gottesgedanke, desgleichen noch keiner war, anderen früheren zur Ergänzung, späteren zur Vorbereitung, allen nötig, nirgend überflüssig. Hermann von Bezzel Charaktereigenschaften anderer Völker schätzen und bewerten. Sich gegenseitig messen, übe...

Eigentlich kann man nur geben, was man hat, und

bisweilen hat man nicht, was man meinet zu haben. Matthias Claudius Vorfrühling Pralle Wolken jagen sich in Pfützen Aus frischen Leibesbrüchen schreien Halme Ströme Die Schatten stehen erschöpft. Auf kreischt die Luft Im Kreisen, weht und heult und wälzt sich Und Risse schlitzen jählings sich Und narben Am grauen Leib. Das Schweigen tappet schwer herab Und lastet! Da rollt das Licht sich auf Jäh gelb und springt Und Flecken spritzen – Verbleicht Und Pralle Wolken tummeln sich in Pfützen. August Stramm Was bei den Kindern reicher Leute die Gouvernante und der Hofmeister, das ist bei armen Kindern der Schutzengel. Verfasser unbekannt Es ist Art der Mimosen, aus ihren Mitmenschen Dünger zu machen. © peter e. schumacher Die Menschheit wird in der Zukunft nichts Brauchbares ernten, wenn sie fortfährt, gegenwärtig nur Unkraut zu säen. © Willy Meurer Nicht soll man weinen über den, Den selbstersehntes Grab bedeckt; Das wäre sündhaft. Sophokles Vergeßlic...

An einen dem Autor besonders lieben Menschen: Wenn jeder Mensch, der schon mal

gedacht hat "Den könnt‘ ich erwürgen", dies auch in der Realität getan hätte, wäre die Welt schon lange menschenleer. © Wolfgang J. Reus Zu dir Sie sprangen aus rasender Eisenbahn Und haben sich gar nicht weh getan. Sie wanderten über Geleise, Und wenn ein Zug sie überfuhr, Dann knirschte nichts. Sie lachten nur. Und weiter ging die Reise. Sie schritten durch eine steinerne Wand, Durch Stacheldrähte und Wüstenbrand, Durch Grenzverbote und Schranken Und durch ein vorgehaltnes Gewehr, Durchzogen viele Meilen Meer. – Meine Gedanken. – Ihr Kurs ging durch, ging nie vorbei. Und als sie dich erreichten, Da zitterten sie und erbleichten Und fühlten sich doch unsagbar frei. Joachim Ringelnatz

Sagt der Theologe zum Philosophen: Philosophie ist, wenn jemand in einem absolut dunklen

Raum mit verbundenen Augen eine schwarze Katze sucht, die gar nicht da ist. Erwidert der Philosoph: Aber Theologie ist, wenn jemand in einem absolut dunklen Raum mit verbundenen Augen eine schwarze Katze sucht, die gar nicht da ist, und dann ruft: "Ich hab sie!" Unbekannt Abendlied Ringsum nun wird es stille, Indeß der Tag versinkt, Und froh im Gras die Grille Den Thau der Dämmrung trinkt. Aufsteigt die Nacht im Westen, Sie athmet hörbar kaum Und wiegt von Ast zu Aesten Den Wald in Schlag und Traum. Den Vögeln wie sie brüten, Drückt sie die Augen zu Und lullt im Thal die Blüten, Die Aehren all' in Ruh'. Komm, Mutter Nacht, und lege Die Hand aufs Herz mir mild, Daß sie die wilden Schläge Dem Ruhelosen stillt! Adolf Friedrich Graf von Schack

Wer alles haben will, bekommt am Ende nichts! sagt man. Wer nichts haben

will, bekommt am Ende alles - vom Sozialamt! © Willy Meurer Starke Wasser reißen viel Gestein und Gestrüpp mit sich fort, starke Geister viele dumme und verworrene Köpfe. Friedrich Wilhelm Nietzsche Manche Eltern sind Menschen, die sich dann an ihre Elternschaft erinnern, wenn man ihnen das Kindergeld streicht. © Christa Schyboll Bei Leichtgesinnten ernst, wachsam, wo andre faul, der Weise schlägt sie, wie das Rennpferd schlägt den Gaul. (29. Vers) Dhammapada Mein kleines Beziehungs-Einmaleins: Ich zähle auf dich und rechne mit dir – und hoffe, du machst mir keinen Strich durch die Rechnung. © Ernst Ferstl Ein Heil bleibt dem Besiegten allein, kein Heil mehr zu hoffen! Vergil Vorbilder leben vor, zeigen Sinn. Unaufdringlich leise. © Else Pannek Kein Wissen gibt's, der Seele Bildung im Gesicht zu lesen. William Shakespeare Die Zeiten ändern sich, das Schlechte bleibt. Graffito Alle großen Dichter werden zum Schluß, natürlich und unvermeidlich, Kritike...

Es kann vorkommen, wenn die Einkommen der Nachkommen nicht ankommen, daß die Nachkommen

ohne Einkommen nicht auskommen und vollkommen verkommen oder umkommen. © Frank Stefani Manche Männer sind wie die Eulen: Tagsüber kriegen sie kein Auge auf, und nachts jagen sie die Mäuschen. Unbekannt Alles wiederholt sich nur im Leben, Ewig jung ist nur die Phantasie; Was sich nie und nirgends hat begeben, Das allein veraltet nie! Johann Christoph Friedrich von Schiller Fußballern braucht man nie lange zu erklären, warum jemand im Rentenalter gerne weiterarbeitet: was macht mehr Spaß als Elfmeterschießen in der Verlängerung? © KarlHeinz Karius Um die Liebe eurer Eltern zu verstehen, müßt ihr selbst Kinder aufziehen. Aus China Das Bild und der Begriff entsteht, indem eine produktive Kraft einige gegebene Reize gestaltet : eine „Erscheinung“ macht. Friedrich Wilhelm Nietzsche Ein Schwein läßt sich nur mit einer größeren Futterkippe wegködern. © Pavel Kosorin …den Weg in das Herz eines anderen Menschen findest du in deinem eigenen Herzen… © Natalie Wolff Neue ...

Durch den internationalen Terrorismus hat der bekannte Spruch "You and what army?" eine

völlig neue Bedeutung erhalten... © Wolfgang J. Reus Ich lehne die PID als Tendenz zur aktiven Selektion ab. Behindertes Leben wird dadurch zum geminderten Leben. © Wolfgang Huber »Mon dieu« ist ein Sturz aus dem Nonsens des Wissens und Könnens zurück ins Licht der Alltäglichkeit. © Billy Dass Dinge ebenso wahr wie erbärmlich sein können, zeigt sich schön in dem Satz: "Ich bin eben so, wie ich bin" als Begründung allen Tuns. © Stefan Hölscher Die Frauen haben in gewissen Dingen ein wunderbares Divinationsvermögen; sie sehen, ohne hinzublicken, wo wir schauen, ohne zu sehen. © »Junggesellenbrevier« Mancher droht, der selber zittert. Aus Frankreich Der finale Rettungsstau: Alle bleiben zu Hause. © Peter Cerwenka Wer bei seiner geistigen Nahrung nur Fettgedrucktes zu sich nimmt, lebt ungesund, denn Schlagzeilen wirken wie Schlagsahne – . © Prof. Dr. med. Gerhard Uhlenbruck Man soll nicht einlenken, wenn es einen vom Weg abbringt. © Peter Rudl Die Fehl...

Unser Zeitalter ist seinem Wesen nach tragisch, also weigern wir uns, es tragisch

zu nehmen. Die Katastrophe ist hereingebrochen, wir stehen zwischen den Trümmern, wir fangen an, neue kleine Gewohnheiten zu bilden, neue Hoffnungen zu hegen. Es ist ein hartes Stück Arbeit: Kein ebener Weg führt in die Zukunft; wir umgehen die Hindernisse jedoch oder klettern über sie hinweg. Wir müssen leben – einerlei, wie viele Himmel eingestürzt sind. David Herbert Lawrence Bewahret euch vor Eifersucht, Dem grüngeäugten Scheusal, das besudelt Die Speise, die es nährt. Heil dem Betrogenen, Der, seiner Schmach bewußt, das Falsche haßt; Doch Qualminuten zählt der Mann, Der liebt, verzweifelt, argwohnt und vergöttert. William Shakespeare Die Sehnsucht treibt uns zu denen, die die Sehnsucht treibt, und dort verweilen wir, bis wir beschließen, glücklich zu werden. © Nina Stillbauer "Was werden denn die Leute sagen!" Was werden sie denn sagen? Überleg es Dir! Du weißt dann zwar immer noch nicht, was sie sagen werden, aber du weißt zumindest, was Du denkst! © Helg...

Leute, die nicht danken können, denen fehlt etwas wichtiges, weshalb sie keinen Grund

haben, danken zu müssen. © Erhard Blanck Nur dem hilft Gott, der alle Kraft in sich selbst aufbietet und die Verantwortung ganz persönlich auf sich nimmt. Eduard Graf von Keyserling Revolutionsfieber Freilich, ein Fieber des Volks, das revolutionäre, aber, wie seltsam, es stirbt immer der König daran! Christian Friedrich Hebbel Seine Feinde zu lieben, ist Selbstverleugnung, sie aber zu hassen trübt das Urteilsvermögen und erschwert die Selbstverteidigung. © Prof. Querulix Das graueste Leben führen die, die alles an ihm fein säuberlich in Schwarz und Weiß eingeteilt haben. © Peter Rudl Den berühmten Mann freuet kein anderes Lob weiter als ein größeres. Jean Paul Klopft die Not an, so tut die Liebe die Tür auf. Alter Spruch Ist die Decke über dem Kopf, so sind beide Eheleute gleich. Deutsches Sprichwort Eßt mehr Bohnen, wir haben Gas nötig. © Peter Darbo Stolz und Würde: Das sind die Juwelen in der Schatzkammer der Armut. © Billy

Die Leute zu kränken ist leicht, sie zu bessern

ist schwer, wo nicht unmöglich. Arthur Schopenhauer Abendlied Ich sitz' am einsamen Strande, Grau kommt der Abend daher, Grau ruht und unabsehbar, Oede vor mir das Meer. Es streicht eine Möve droben Dahin mit klagendem Schrei, Und einsam kommt sie geflogen, Und einsam fliegt sie vorbei. Es dunkelt still auf den Wellen, Es dunkelt still in der Höh'! Der Vogel fliegt weiter und weiter, Hinaus in die Nacht und die See. Edmund Hoefer An sich selber liebt man die Schwächen – an den andern schätzt man die Wunden. © Billy Besäßen die Menschen Beharrlichkeit, so wäre ihnen fast nichts unmöglich. Ta-Yü mo Für den Eid des Liebenden gibt es keine Strafe. Amantis ius iurandum poenam non habet. Publilius Syrus Alles Zukunfterraten ist wie gemalter Braten. Joachim Ringelnatz Die Reue ist der Fallschirm der Sünder. © Roger Ikor Etwas geht schief? Vielleicht bist du selbst es! © Andrea W. Das ärgste Gift ist eine böse Zunge. Deutsches Sprichwort Di...