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Das Alter macht oft mürrisch, tadelsüchtig, hartherzig und ungerecht gegen andere.Wilhelm Ludwig WekhrlinIn

den Tag hinein

Das ist des Schicksals höchstes Schenken,
Des Lebens innerster Genuß,
Daß wir im reichen Überfluß
Nicht an den trüben Tag stets denken,
Da aller Glanz verdämmern muß.

Daß wir durch frohe Tage schreiten,
Wo heiß das Leben uns umloht,
Nur Blüten blicken, leuchtend rot
Und nicht die wetterdunklen Weiten
Voll Klage, Sorge, Not und Tod . . .
Stefan Zweig

"Woran sollen wir uns erziehen?"
An großen Biographien.
Christian Morgenstern

Eine Frau ist uns immer dankbar,
daß sie uns hat stehen lassen können.
Paul Bourget

Pessimisten verharren in permanenter Lauerstellung:
Wann endlich läßt sich ein Zipfelchen Unglück erhaschen?
© Helga Schäferling

Wer glaubt, der Wahrheit auf der Spur zu sein,
läuft Gefahr, von ihr verfolgt zu werden.
© Daniel Mühlemann

Jedes Schäflein ist gern bei seinesgleichen.
Deutsches Sprichwort

Phantasie und Liebe sind gute Gewürze.
Aus Holland

Die Inhalte wären zum Innehalten da.
© Hans Ulrich Bänziger

Im Wasser kannst du dein Antlitz sehn,
im Wein der anderen Herz erspähn.
Sprichwort

Gemeoss

Manche witzigen Einfälle sind wie das überraschende Wiedersehen zweier befreundeter Gedanken nach einer

langen Trennung. Friedrich von Schlegel Kurz scheint das Leben dem Glücklichen, doch wer im Elend, dem scheint selbst eine Nacht unendlich lange zu währen. Lukian Wenn es für unser Leben etwas Ewiges geben soll, so sind es die Erschütterungen, die wir in der Jugend empfangen. Theodor Storm — Ein Grund, der Gründe hat, Wird durch die Wiederholung ja nicht schlecht; Und ist er schlecht, so ist es sehr probat, Umschrieben ihn zu wiederholen. Sprecht Hartnäckig, unverschämt von früh bis spat; Am Ende gibt euch euer Gegner recht Oder ermüdet, was auf eins hinauskommt; Was liegt am Wege, wenn man nur ins Haus kommt? Lord George Gordon Noel Byron Wer rief dich denn? Wer hat dich herbestellt? Wer hieß dich kommen, wenn es dir zur Last? Geh zu dem Liebchen, das dir mehr gefällt, Geh dahin, wo du die Gedanken hast. Geh nur, wohin dein Sinnen steht und Denken! Daß du zu mir kommst, will ich gern dir schenken. Geh zu dem Liebchen, das dir mehr gefällt, Wer rief dich denn?...

Die sogenannte Prinzipienreiterei ist eine üble Sache, und es würde uns nie einfallen,

von irgendeiner Arbeiterpartei zu verlangen, daß sie um des abstrakten Programmschemas willen auf naheliegende praktische Vorteile verzichte. Rosa Luxemburg Niemand ist so unglücklich wie ein Idol, das sich selbst überlebt hat. Joseph Addison Es gibt auch eine Macht der Gewöhnlichkeit. © Gerd W. Heyse Vom Eise befreit sind Gletscher und Pol durch des Menschen gierig beraubenden Blick. Im Tale schwindet Hoffnungsglück. © Andreas Tenzer Im Neuen sich treu, Und im Alten auch neu: Den Wahlspruch der Welt Hab' auch ich mir gestellt. © »Klassisches Vergißmeinnicht« Die Ausrede ist der Nachsatz zum guten Vorsatz. © Klaus Klages

Die Natur hat gewollt, daß der Mensch keiner Glückseligkeit oder Vollkommenheit teilhaftig werde,

als die er sich selbst, frei vom Instinkt, durch eigene Vernunft verschafft hat. Immanuel Kant Der Teufel kann sich auf die Schrift berufen. Ein arg Gemüt, das heil'ges Zeugnis vorbringt, Ist wie ein Schalk mit Lächeln auf der Wange, Ein schöner Apfel, in dem Herzen faul: O wie der Falschheit Außenseite glänzt! William Shakespeare Fällt im Winter viel Schnee und bleibt er lange liegen, dann gibt's ein gutes Jahr, so hat man stets geschrieben. Bauernweisheit Seht das Kind, umgrunzt von Schweinen, Hilflos, mit verkümmerten Zeh'n! Weinen kann es, nichts als weinen – Lernt es jemals stehn und gehn? Unverzagt! Bald, sollt' ich meinen, Könnt das Kind ihr tanzen sehn! Steht es erst auf beiden Beinen, Wird's auch auf dem Kopfe stehn. Friedrich Wilhelm Nietzsche Nicht die Weltverbesserer in ihre Schranken, sondern die Weltverschlechterer in ihre Beschränktheit weisen. © Ulrich Erckenbrecht Niemand weiß, wieviele Visionen durch Televisionen ersetzt...

Wenn du lange genug am Fluß sitzt, siehst du irgendwann die Leiche deines

Feindes vorbeischwimmen. Aus China Es genügt nicht zum Fluß zu kommen mit dem Wunsch, Fische zu fangen. Man muß auch das Netz mitbringen. Fernöstliche Weisheit Mütterchen, sagt immerdar, immerdar, Früh zu freien bringt Gefahr, bringt Gefahr, Ich soll warten mit dem Frein, mit dem Frein, Bis ich werde klüger, klüger sein. Doch ich fürcht' nicht die Gefahr, die Gefahr, Nehm' ein Weib noch dieses Jahr, dieses Jahr, Denn wenn ich erst klüger bin, klüger bin, Kommts mir nicht mehr, nicht mehr in den Sinn! © Ungarisches Volkslied Leuchtturm Wegweiser in Dunkelheit Einsamkeit Angst Not und Gefahr. Trotzt du Wellen und Wind im Sturm. Wie der Mensch der seine Stürme des Lebens auch meistert. Und das Licht der Hoffnung leuchtet in seinem Herz. © Karin Thießen Wer hoch hinaus will, sollte beim Blick in die Abgründe, die sich dann vor ihm auftun, schwindelfrei sein. © Dr. Achim Reichert In der Spaßgesellschaft erntet die meisten Lacher, wer ...

Fällt ein Stein auf den Topf: wehe dem Topf; fällt der Topf auf

einen Stein: wehe dem Topf; in jedem Fall: wehe dem Topf. Jüdisches Sprichwort Der Bonaparte hat uns seine beschissenen Unterhosen zurückgelassen! Wenn wir nach Europa kommen, schmeißen wir sie ihm ins Gesicht. Jean-Baptiste Kléber Wolken haben die Stadt genommen überall ein Gestöber aus Weiß Schnee erobert Haus um Haus die Nacht verspricht uns nur Kälte und Eis © Hans-Christoph Neuert Mai Der Flieder am Tor dringt rötlich hervor, das himmlische Blau erduftet im Tau. Noch blendets vom Blühn, schon rieselt es grün und flimmert und bebt, von Licht überschwebt. O seliger Mai und morgen vorbei: ein trunkener Zug, ein blitzender Flug! Richard von Schaukal Die Natur lässt keine Menschen verhungern, das macht die Zivilisation. © Fred Ammon Der Erfolg ist von der Ausstattung des Messinstrumentes abhängig. © Mitre Popovski Die Tugend des Glücks ist Mäßigung, die Tugend des Unglücks ist Tapferkeit. Sir Francis von Verulam Bacon Ein gewesener Freund schli...

Bewunderung besteht aus Überraschung in Begleitung von etwas Vergnügen und einem Gefühle der

Zustimmung. Charles Darwin Es gibt nichts, welches mehr die Einseitigkeit oder den Mangel an wahrer Geistesbildung anzeigt, als Hochmut und Dünkel. Moritz Meurer Mit einer anregenden Unterhaltung ist es wie mit einem guten Essen. Man muß aufhören können, bevor man genug hat. Unbekannt Wenn Du Fragen hast frage wenn Du Antworten hast antworte, aber hüte Dich davor die zu beantworten, die wie Fragen klingen. © Bernd Hoffmann Nur zwei Dinge lassen sich nicht durch Mühe und Studium ersetzen: im Leben das feine moralische Gefühl und in der Kunst der Geschmack. Joszef Freiherr von Eötvös Man würde sich ja vielleicht entschuldigen, wäre man nicht zu eitel dafür. © Paul Mommertz Das erste Beste ist nicht das letzte Erste. © Erhard Horst Bellermann Geduldiges Erwarten geziemt dem Erzieher wie dem Gärtner. Karoline Christiane Louise Rudolphi Die Tat wird vergessen, doch das Ergebnis bleibt. Ovid Wer andern eine Grube gräbt und auf dem Ast sitzt, an dem er sägt, ...

Du hast das Recht auf Zweifel, aber Zweifel können immer nur eine Art

Übergang sein, quasi mit Brückenfunktion. Das Vertrauen zu dir selbst läßt dich über jede Brücke gehen, das Zweifeln an dir selbst, läßt jede Brücke unter dir einstürzen. © peter e. schumacher Loslassen! Wenn "Loslassen" dir den Weg aus dem Irrgarten der Gefühle zeigt, will ich dein Wegweiser sein. Wenn "Loslassen" für dich bedeutet, keine Tränen mehr zu weinen, möchte ich deine Traurigkeit werden. Wenn "Loslassen" dich hoffen läßt, eine neue Liebe zu finden, soll ich deine Hoffnung bleiben. Wenn "Loslassen" dich glauben heißt, von Ängsten frei zu kommen, muß ich deine Freiheit wollen! Wenn "Loslassen" dich fühlen läßt, glücklich zu werden, steh' ich für immer als dein Glück dir bei. © Ute Brenner

In Europa sind wir gewohnt, die Unruhe des Geistes und die maßlose Gier

nach Reichtum als große soziale Gefahr anzusehen. Doch diese Dinge verbürgen Amerika eine lange und friedliche Zukunft. Glückliches Land, wo der Gesellschaft die Laster der Menschen fast ebenso nutzen wie seine Tugenden. Charles Alexis Henri Clérel de Tocqueville Das ist wirkliche Verehrung des Heiligen und Erhabenen, daß sie uns das Augenmaß zerstört. Carl Jatho Und wenn es einen Gott gibt, so ist er die Wahrheit. Gibt es aber keinen, so bleibt diese die berechtigte Nachfolgerin des gestorbenen Gottes. Paul Schwartzkopff Nach den Aussagen der Pisa Studien liegen wir mit unserem Bildungssystem schief. © Siegfried Wache Die günstigen Momente kommen einem teuer zu stehen! © Thomas S. Lutter Die meisten Prognosen sind gut, aber die Zukunft kümmert sich wenig darum. © Prof. Dr. Hans-Jürgen Quadbeck-Seeger

Was wäre die Menschengeschichte ohne die Heroen, die uns den weiten Blick ins

Geistreich geben? Etwas vom freien reinen Atem der Berge zieht in uns ein, wenn wir uns neben die Heroen des Geistes versetzen. Berthold Auerbach Den Löffel abgeben (auch: hinlegen; fallen lassen; wegschmeißen) 2. Version Der Löffel steht in dieser saloppen Wendung für die lebensnotwendige Tätigkeit des Essens. Das Ende des Lebens wird verhüllend als Ende der Nahrungsaufnahme umschrieben: Wenn der Mensch stirbt, dann gibt er den Löffel ab oder legt ihn hin, läßt ihn fallen oder schmeißt ihn weg. In den beiden letzten Versionen sagt die Wahl des Verbs zugleich etwas über die Art des Sterbens aus: »fallen lassen« deutet darauf hin, daß der Tod überraschend und plötzlich kam: »wegschmeißen« beinhaltet, daß einem entweder das Leben lästig geworden ist und man sich dann befreit, d.h. sich das Leben nimmt, oder aber wie in dem folgenden Beispiel aus Ernst Penzoldts Erzählung »Korporal Mombour« daß die Sache, wofür man gestorben ist den Einsatz des Lebens nicht lohnt: Das dauert noch e...

Das sicherste Kennzeichen eines gesunden, starken Charakters ist, in jeder Sache die festgesetzten

Grenzen ausfindig zu machen, über die diesseits und jenseits nichts weiter recht ist. Sie werden durch eine sehr zarte Linie bezeichnet, die bloß guter Verstand und Aufmerksamkeit entdecken kann, und die für gemeine Augen viel zu fein ist. Philip Dormer Stanhope Lord Chesterfield Rückblick Die Zeit, in der wir heute leben, unser jetziges Soeben, das angebrochene Jahrtausend, hektisch ist es, laut und brausend – und doch… Rinderwahn und PISA-Pleiten, Vogelpest und Sturmgezeiten begleiten unsere Gegenwart, die nicht mit saurem Regen spart – und doch… Dauer-Staus auf Autoreisen, Steuerlast bei höchsten Preisen, Terror-Ängste, Drogen-Dealer, AIDS-Gefahr, Falschgeldspieler – und doch… Am Ende ergibt sich die Rente mit siebzig, weil wir alle bescheiden an kranken Kassen leiden – und doch… Und doch wird man von diesen Tagen in hundertzwanzig Jahren sagen und in schlauen Büchern lesen: Dies sei die gute alte Zeit gewesen. © Klaus Klages