Bei diesem geheimnißvollen Zusammenhang, den wir hier zwischen Staat und Kunst, politischer Gier und künstlerischer
Zeugung, Schlachtfeld und Kunstwerk ahnen, verstehen wir, wie gesagt, unter Staat nur die eiserne Klammer, die den Gesellschaftsprozeß erzwingt.
Friedrich Wilhelm Nietzsche
Horoskop
Horoskop in der Zeitung, gleich morgens um acht
hast mich heut morgen aus aller Ruhe gebracht
sagst mit blumigen Worten, heut find ich die Liebe
und wenn sie mal da ist, sie ewig dann bliebe
es kommt die Sonne, die ich so lange erträumt
doch sieh meine Wohnung, noch nichts aufgeräumt
Kisten mit Büchern, Geschirr einer Woche
ich müsst neues kaufen, wenn ich mal koche
ab jetzt ist das anders, da mach ich gern sauber
freu mich des Lebens, romantischer Zauber
ich schrubbe die Küche, bring den Abfall zum Hof
wenn den Tag heut nicht nutze, dann wär ich doch doof
den Flur schnell gefegt, kauf Käse und Wein
und dann noch Champagner, denn so muß es sein
nun sitz ich im Sessel, und schau auf die Uhr
du goldene Fee, wo bleibst du denn nur
die Uhr schlägt zwölfmal, der Tag ist vorbei
ich schau nur dumm drein wie ein Schneemann im Mai
nehm nochmal die Zeitung, es ist ein Qual
die Sterne sie lügen, ein ganz klarer Fall
wie wird mir nun anders, ich fasse es kaum
bin ich schon wach, oder ist's noch ein Traum
"was bin ich so doof", muß ich laut lästern
und in meiner Hand die Zeitung von gestern
© Engelbert Schinkel
Friedrich Wilhelm Nietzsche
Horoskop
Horoskop in der Zeitung, gleich morgens um acht
hast mich heut morgen aus aller Ruhe gebracht
sagst mit blumigen Worten, heut find ich die Liebe
und wenn sie mal da ist, sie ewig dann bliebe
es kommt die Sonne, die ich so lange erträumt
doch sieh meine Wohnung, noch nichts aufgeräumt
Kisten mit Büchern, Geschirr einer Woche
ich müsst neues kaufen, wenn ich mal koche
ab jetzt ist das anders, da mach ich gern sauber
freu mich des Lebens, romantischer Zauber
ich schrubbe die Küche, bring den Abfall zum Hof
wenn den Tag heut nicht nutze, dann wär ich doch doof
den Flur schnell gefegt, kauf Käse und Wein
und dann noch Champagner, denn so muß es sein
nun sitz ich im Sessel, und schau auf die Uhr
du goldene Fee, wo bleibst du denn nur
die Uhr schlägt zwölfmal, der Tag ist vorbei
ich schau nur dumm drein wie ein Schneemann im Mai
nehm nochmal die Zeitung, es ist ein Qual
die Sterne sie lügen, ein ganz klarer Fall
wie wird mir nun anders, ich fasse es kaum
bin ich schon wach, oder ist's noch ein Traum
"was bin ich so doof", muß ich laut lästern
und in meiner Hand die Zeitung von gestern
© Engelbert Schinkel