Gegensatz zum Tier, ›weltoffen‹ – behauptet ein Philosoph. Wie kommt es, daß man über das Tier so bestimmt, aber über den Menschen so zögernd und unscharf spricht? Vielleicht weil man das Tier nur von außen, den Menschen aber von innen kennt?
© Prof. Dr. phil. habil. Rainer Kohlmayer
IX
Mir redet ein die Eitelkeit
Daß du mich heimlich liebest;
Doch klügre Einsicht flüstert mir,
Daß du nur Großmut übest;
Daß du den Mann zu würdigen strebst,
Den andre unterschätzen,
Daß du mir doppelt gütig bist,
Weil andre mich verletzen.
Du bist so hold, du bist so schön,
So tröstlich ist dein Kosen!
Die Worte klingen wie Musik,
Und duften wie die Rosen.
Du bist mir wie ein hoher Stern,
Der mich von Himmel grüßet,
Und meine Erdennacht erhellt,
Und all mein Leid versüßet.
Heinrich Heine
© Prof. Dr. phil. habil. Rainer Kohlmayer
IX
Mir redet ein die Eitelkeit
Daß du mich heimlich liebest;
Doch klügre Einsicht flüstert mir,
Daß du nur Großmut übest;
Daß du den Mann zu würdigen strebst,
Den andre unterschätzen,
Daß du mir doppelt gütig bist,
Weil andre mich verletzen.
Du bist so hold, du bist so schön,
So tröstlich ist dein Kosen!
Die Worte klingen wie Musik,
Und duften wie die Rosen.
Du bist mir wie ein hoher Stern,
Der mich von Himmel grüßet,
Und meine Erdennacht erhellt,
Und all mein Leid versüßet.
Heinrich Heine