nach dessen Weise und unter dem sie notwendig sich entfalten muß und unter dessen Herrschaftsie fortdauernd steht. Es ist der Genius eines jeden Volkes, der es als den Ausspruch seines Wesens aufstellt und geltend macht.
Heinrich Wilhelm Josias Thiersch
Um Scherben
Ich habe vor wenig Tagen
Ein kleines Mädchen geseh'n,
Das hat eine Puppe getragen,
Gar sonderlich anzuseh'n.
Das Püppchen war umschimmert
Von Sammet und Seide licht,
In Scherben aber zertrümmert
War ganz sein liebes Gesicht.
Und dennoch mit seltsamer Güte
Hegte sein Spielzeug das Kind,
Als ob es erst recht nun hüte
Die Trümmer, von Liebe blind. –
So hat auch mein Herz getragen
Der Liebe kindischen Traum,
Und nun er in Scherben zerschlagen
Versteh' ich und fühl' es kaum.
Und schmücke mit Liedern noch immer
Ihr letzt' armseliges Stück,
Und hüte noch immer die Trümmer
Von einem zerbroch'nen Glück.
A. de Nora
Heinrich Wilhelm Josias Thiersch
Um Scherben
Ich habe vor wenig Tagen
Ein kleines Mädchen geseh'n,
Das hat eine Puppe getragen,
Gar sonderlich anzuseh'n.
Das Püppchen war umschimmert
Von Sammet und Seide licht,
In Scherben aber zertrümmert
War ganz sein liebes Gesicht.
Und dennoch mit seltsamer Güte
Hegte sein Spielzeug das Kind,
Als ob es erst recht nun hüte
Die Trümmer, von Liebe blind. –
So hat auch mein Herz getragen
Der Liebe kindischen Traum,
Und nun er in Scherben zerschlagen
Versteh' ich und fühl' es kaum.
Und schmücke mit Liedern noch immer
Ihr letzt' armseliges Stück,
Und hüte noch immer die Trümmer
Von einem zerbroch'nen Glück.
A. de Nora