nach dem Maß [Hes. 4.11], schlafe auf der Erde, lebe entbehrungsreich, und mühe dich ab mit dem Gesetz. Tust du also, dann: wohl dir, du hast es gut. [Ps. 128.2] »Wohl dir« – auf dieser Welt, und »du hast es gut« – in der zukünftigen.
Talmud
Des Menschen Herz
In ein Gewebe wanden
Die Götter Freud' und Schmerz;
Sie webten und erfanden
Ein armes Menschenherz.
Du armes Herz, gewebet
Aus Lust und Traurigkeit,
Weißt du, was dich belebet?
Ists Freude? ist es Leid?
Die Göttin selbst der Liebe
Sah es bedauernd an:
"O zweifelhafte Triebe,
Die dieses Herz gewann!
Im Wünschen nur und Sehnen
Wohnt seine Seligkeit;
Und selbst der Freude Thränen
Verkündigen ihr Leid."
Mitleidig trat ihr Knabe
Hinzu mit seinem Pfeil:
„Auf! meine beste Gabe,
Sie werde dir zu Theil.
Dein unbezwinglich Streben
Sey Liebe dir, o Herz!
Sey deiner Freude Leben,
Und Süßigkeit dem Schmerz.“
Johann Gottfried von Herder
Talmud
Des Menschen Herz
In ein Gewebe wanden
Die Götter Freud' und Schmerz;
Sie webten und erfanden
Ein armes Menschenherz.
Du armes Herz, gewebet
Aus Lust und Traurigkeit,
Weißt du, was dich belebet?
Ists Freude? ist es Leid?
Die Göttin selbst der Liebe
Sah es bedauernd an:
"O zweifelhafte Triebe,
Die dieses Herz gewann!
Im Wünschen nur und Sehnen
Wohnt seine Seligkeit;
Und selbst der Freude Thränen
Verkündigen ihr Leid."
Mitleidig trat ihr Knabe
Hinzu mit seinem Pfeil:
„Auf! meine beste Gabe,
Sie werde dir zu Theil.
Dein unbezwinglich Streben
Sey Liebe dir, o Herz!
Sey deiner Freude Leben,
Und Süßigkeit dem Schmerz.“
Johann Gottfried von Herder