all unser Streben nach Vervollkommnung ist im Grunde nur ein Bemühen, jene Schriftzüge in unserm zu entziffern. Aber wie oft lesen wir falsch, wie oft mißverstehen wir sie trotz des redlichsten Bemühens.
Wilhelmine von Hillern
Nächte
Ach Lust und Leid! Was ist die Lust
Der sehnsuchtsvollen Menschenbrust?
Ein Pilger, der, verirrt und matt,
Uns nachts um Kost und Lager fleht,
Und morgens, frisch und satt,
Ein Undankbarer von uns geht.
Nicht so die großgesäugte Pein:
Die fromme Schwalbe flattert heute
Nach Nahrung auf die Flur hinaus,
Und kehrt mit der errungnen Beute
Noch heute in ihr altes Haus:
So läßt, auf kurze Zeit der Schmerz
Ein warmes Nest, das Menschenherz,
Und kehrt mit der erjagten Nahrung,
Mit Hass und bitterer Erfahrung,
Ins alte traute Kämmerlein.
Karl Beck
Wilhelmine von Hillern
Nächte
Ach Lust und Leid! Was ist die Lust
Der sehnsuchtsvollen Menschenbrust?
Ein Pilger, der, verirrt und matt,
Uns nachts um Kost und Lager fleht,
Und morgens, frisch und satt,
Ein Undankbarer von uns geht.
Nicht so die großgesäugte Pein:
Die fromme Schwalbe flattert heute
Nach Nahrung auf die Flur hinaus,
Und kehrt mit der errungnen Beute
Noch heute in ihr altes Haus:
So läßt, auf kurze Zeit der Schmerz
Ein warmes Nest, das Menschenherz,
Und kehrt mit der erjagten Nahrung,
Mit Hass und bitterer Erfahrung,
Ins alte traute Kämmerlein.
Karl Beck