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In der Welt ist es einfach, den Meinungen anderer zu folgen; in der

Einsamkeit fällt es leicht, sich nach der Meinung anderer zu richten, aber ein großer Mann ist der, welcher inmitten der Menge vollständig gelassen die Unabhängigkeit bewahrt, die er in der Einsamkeit erworben.
Ralph Waldo Emerson

Schöne Wiege meiner Leiden,
Schönes Grabmal meiner Ruh,
Schöne Stadt, wir müssen scheiden, -
Lebe wohl! ruf ich dir zu.

Lebe wohl, du heilge Schwelle,
Wo da wandelt Liebchen traut;
Lebe wohl! du heilge Stelle,
Wo ich sie zuerst geschaut.

Hätt ich dich doch nie gesehen,
Schöne Herzenskönigin!
Nimmer war es dann geschehen,
Daß ich jetzt so elend bin.

Nie wollt ich dein Herze rühren,
Liebe hab ich nie erfleht;
Nur ein stilles Leben führen
Wollt ich, wo dein Odem weht.

Doch du drängst mich selbst von hinnen,
Bittre Worte spricht dein Mund;
Wahnsinn wühlt in meinen Sinnen,
Und mein Herz ist krank und wund.

Und die Glieder matt und träge
Schlepp ich fort am Wanderstab,
Bis mein müdes Haupt ich lege
Ferne in ein kühles Grab.
Heinrich Heine

Gemeoss

In ihrer untätigen Gestalt zeigt sich die Selbstsucht als Neid gegen andere Menschen,

in tätiger Gestalt als Herrschsucht über die Menschen, als Habsucht gegenüber den Dingen. Franz von Holtzendorff Atomgegner – wer ist denn einer? Jener, der Atomkerne zertrümmert, oder der, der eben dies weder tun noch gutheißen will? Man müßte die Atomkerne fragen können. © Kurt Marti Wer Sätze preisgibt, hat Verantwortung für sie. Sie sollten möglichst in der äußeren Form ordentlich daherkommen, damit ihr Anblick nicht den Inhalt überdeckt. © Traudel Zölffel Die Ehe kann niemals eine Republik sein. Nur Selbstherrschertum auf der einen oder auf der andern Seite. Kraft auf seiten des Mannes oder auf seiten des Weibes. Peter Hille Das Unausbleibliche ist die Bleibe des Todes. © Dr. Hanspeter Rings Neue Fernsehkultur: Einschalten, um abzuschalten. © Helmut Glaßl Wer die Hand nur offen hält zum Empfangen, wird zum Bettler und steht am Ende mit leeren Händen da. © Waltraud Puzicha Du bist der Fächer meiner Seele, der ihr eine große Liebe verspricht… © Elmar Kupke N...

Nicht die Wahrheit, in deren Besitz irgendein Mensch ist oder zu sein vermeinet,

sondern die aufrichtige Mühe, die er angewandt hat, hinter die Wahrheit zu kommen, macht den Wert des Menschen. Gotthold Ephraim Lessing Es gibt, und das gehört zu den wunderbarsten Gesetzen und Geheimnissen der Welt, eine gewisse Höhe des Lebens, wo Selbstsucht und Liebe, Kampf und Frieden, Ernst und Freude zusammenfallen. Friedrich Naumann Ein Mensch, der sich nachhaltig prägen läßt und diese Spuren kraft seines Geistes nicht zu verwischen vermag, steht mit dem Pawlowschen Hund auf einer Stufe. © Peter Rudl Millionen, Abermillionen Haustiere werden (leider!) vermenschlicht. Wie wäre es, wenn dies auch (endlich!) mit den Kindern der Welt passieren würde?! © Stefan Wittlin Glück ist eine Frage der Einstellung, nicht der Fortüne. © Ralf Bröker Man sollte seinen Dämonen immer mit Ehrfurcht begegnen. Aber auch immer furchtlos…. © Oliver Mally Hatten Adam und Eva auch schon im Paradies Sex, oder erst danach? Wenn nicht, hätte ich es auch unter Protest verlassen. © Erhar...

Wenn die Neugierde nicht wäre, würde wenig für das Wohl des Nächsten getan

werden. Aber die Neugierde schleicht sich unter dem Namen der Pflicht oder des Mitleides in das Haus des Unglücklichen und Bedürftigen. — Vielleicht ist selbst an der vielberühmten Mutterliebe ein gut Stück Neugierde. Friedrich Wilhelm Nietzsche Fastnacht Lust'ge, lust'ge Fastnachtszeit! Heute jubeln alle Leut', Heute sind wir alle toll, Alle bunter Scherze voll. Zieht die Schellenkappen um, Hänget bunte Kleider drum! Keiner kennt uns mehr heraus: Welt ist wie ein Narrenhaus. Räuber kommen wild heran, Ritter reihen stolz sich dran, Die Zigeuner fehlen nicht, Schäfersmann ist jener Wicht. Aus Tirol kommt der Gesell, Jener aus dem Land des Tell. Wenn ich doch ein Türke wär'! Seht, dort trollt sogar ein Bär! Auf der Geige auf dem Baß, Auf der Flöte spielt der Spaß. Kunterbunten Maskenscherz Treiben froh wir allerwärts. Lust'ge, lust'ge Fastnachtszeit! Heute jubeln alle Leut', Heute sind wir alle toll, Alle bunter Scherze voll. ...

Es ist keine Kunst, eine Göttin zur Hexe, eine Jungfrau zur Hure zu

machen; aber zur umgekehrten Operation, Würde zu geben dem Verschmähten, wünschenswert zu machen das Verworfene, dazu gehört entweder Kunst oder Charakter. Johann Wolfgang von Goethe Das ist der beste Tod, wenn bei ungeschwächter Geisteskraft und gesunden Sinnen die Natur selbst das Werk, das sie zusammengefügt hat, auch wieder auflöst. Marcus Tullius Cicero Was ist der Mensch für ein sonderbares Geschöpf! Aber gut, daß er so ist, daß er den Verzerrungen des Schmerzes eine possierliche Grimasse, der furchtbarsten Leidenschaft ihre Lächerlichkeit abzugewinnen versteht. Carl Ludwig Börne Rufe mich an in der Not, so will ich dich erretten. Bibel Für einen Wurm in einer Meerrettichwurzel ist die ganze Welt eine Meerrettichwurzel. Unbekannt Was tut die Blume wohl mit Gott? sie läßt sich Gott gefallen. In der Blume, als Blume träumt er seinen schönsten Traum, da widerstrebt ihm nichts. Christian Morgenstern

Sagt der Theologe zum Philosophen: Philosophie ist, wenn jemand in einem absolut dunklen

Raum mit verbundenen Augen eine schwarze Katze sucht, die gar nicht da ist. Erwidert der Philosoph: Aber Theologie ist, wenn jemand in einem absolut dunklen Raum mit verbundenen Augen eine schwarze Katze sucht, die gar nicht da ist, und dann ruft: "Ich hab sie!" Unbekannt Abendlied Ringsum nun wird es stille, Indeß der Tag versinkt, Und froh im Gras die Grille Den Thau der Dämmrung trinkt. Aufsteigt die Nacht im Westen, Sie athmet hörbar kaum Und wiegt von Ast zu Aesten Den Wald in Schlag und Traum. Den Vögeln wie sie brüten, Drückt sie die Augen zu Und lullt im Thal die Blüten, Die Aehren all' in Ruh'. Komm, Mutter Nacht, und lege Die Hand aufs Herz mir mild, Daß sie die wilden Schläge Dem Ruhelosen stillt! Adolf Friedrich Graf von Schack

Die Poesie und die Theologie Sind eben beide Phantasie, Nur die eine erfindet ihre Gestalten, Die

andere spielt mit den vorhandenen alten. Franz Grillparzer Die Autorität ist die erste soziale Idee des menschlichen Geschlechtes gewesen. Die zweite hat darin bestanden, unmittelbar nach der Abschaffung der Autorität zu arbeiten. Pierre Joseph Proudhon Die Tugend flößt schon durch ihr Wesen Wohlgefallen ein und ist so lieblich, daß es sogar den Bösen natürlich ist, das Bessere gut zu heißen. Lucius Annaeus Seneca In jedem Menschen steckt ein Heiliger und ein Verbrecher. Jean Baptiste Henri Lacordaire Die Hoffnung wird dich nie enttäuschen. Aus Afrika Schwach werden kann nur der bis dahin Starke. © Willy Meurer Für alle Prognosen gilt: Vertrauen ist gut, Misstrauen ist besser. © Prof. Dr. Hans-Jürgen Quadbeck-Seeger

Schokolade ist wunderbar, mild, sinnlich, tief, dunkel, üppig, befriedigend, potent, massiv, cremig, verführerisch,

anregend, prachtvoll, exzessiv, seidig, glatt, luxuriös, himmlisch. Schokolade ist Ruin, Glück, Vergnügen, Liebe, Ekstase, Phantasie ... Schokolade macht uns böse und schuldig, läßt uns sündigen, macht uns gesund, elegant und glücklich. Unbekannt Um die Morgenstunde Um die Morgenstunde, als die Nacht entfloh, erhob sich auch die Runde; angeheitert-froh. Noch ein helles Blöken; Noch ein sanftes Muh. Dann strebte jeder selig, seinem Stalle zu. © Manfred Schröder Warum gibt es Krankheiten in der Mehrzahl, Gesundheit aber nur in der Einzahl? © Walter Ludin Nicht Hektik und Hetze von einem Punkt zum anderen: Ein bewusster Atemzug – das Wehen der Äste im Wind – das Zwitschern eines Vogels – all dies kann die Gegenwart erfüllen. © Jo Taijun Fuss Freundlichkeit ist eine Leihgabe, die man lächelnd zurückbekommt. © Erwin Koch Bei näherem Hinhören wird manche Redewendung zur Redewindung. © Gerd W. Heyse Über des Wassers Wert belehrt uns am besten der Durst. Aus Rußl...

Prinzip und taktischer Vorteil des Überzeugungstäters: Es gibt nichts, was nicht wert wäre,

zerstört zu werden. © Frank Fehlberg Die Jugend soll das Alter ehren, sagte schon Moses. Heute muß das Alter die Jugend ehren – sonst kriegt es keine Rente mehr! © Willy Meurer Die Natur schenkt uns jeden Tag ihre Wunder, doch wir erkennen sie nicht und zerstören ihre Träume… © Hans-Christoph Neuert und Elmar Kupke, deutsche Dichter, Essayisten und Aphoristiker Der Sänger zwingt mit Klängen, was störrig, stumpf und wild; es spiegelt in Gesängen die Welt sich göttlich mild. Joseph Karl Benedikt Freiherr von Eichendorff Nichts macht die Seele so gesund, Das Aug' so hell und frisch Als eigen Haus auf eignem Grund Mit einem Freund am Tisch. Johann Georg Fischer Leben bedeutet Kämpfen. Wer nicht mehr kämpft, lebt nicht mehr. © Ludwig von Eimannsberger Die Leidenschaft ist der Pöbel im Menschen, der einen Aufruhr gegen seine Vernunft herbeiführt. William Penn Ein Selfmademan ist ein Mann, aus dem andere nichts machen konnten. © Markus M. Ronner Der Reichtu...

So fühlt auch mein alter, lieber Adam Herbst- und Frühlingsfieber…Also bist du nicht so

schlimm, o alter Adam, wie die strengen Lehrer sagen. Eduard Mörike Der Städter, dessen politische Überlegenheit über das Land im Laufe des Jahrhunderts vielfach zum Ausdruck kommt, macht den Versuch, das Land in die Stadt einzubringen. Walter Benjamin Wieviel du auch besitzt, gib immer weniger aus. Unbekannt Späte Kinder, frühe Waisen. Aus England Der Glaube hat auch wider besseres Wissen schon immer in den Verfolgungswahn geführt. © Justus Vogt Jenseits erst von Vernunft und Emotion entsteht die wahre Menschlichkeit. © Dr. Christian Ferch Welcher Boden kann wie jeder Schwankende so schwanken, daß niemand fällt. © Manfred Hinrich

Ist es denn nicht gerade die Stimmung, welche den Erfolg bestimmt?! Nur die

Narren werden solches verneinen. Die wirklich Leistungsfähigen, die Erfolgreichen und Könner wissen es, dass gerade die Stimmung entscheidet, dass ihre Hochleistungen ohne diese Stimmung nicht hätten verursacht werden können! © Dr. Gustav Großmann Geheime Liebe Unbeglückt muß ich durchs Leben gehen, Meine Rechte sind nicht anerkannt; Aus der Liebe schönem Reich verbannt, Muß ich dennoch stets ihr Schönstes sehen! Nicht die schwache Zunge darf's gestehen, Nicht der Blick verstohlen zugesandt, Was sich eigen hat das Herz ernannt, Nicht im Seufzer darf's der Brust entwehen! Tröstung such' ich bei der fremden Nacht, Wenn der leere lange Tag vergangen, Ihr vertrau' ich mein geheim Verlangen; Ist in Tränen meine Nacht durchwacht, Und der lange leere Tag kommt wieder, Still ins Herz steigt meine Liebe nieder. Clemens von Brentano