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Dein Leben stinkt dir, also ändere etwas daran – besser wird es aber

erst, wenn du erkannt hast, was du an dir ändern musst.
© Justus Vogt

Ich beschäftige mich nicht mit dem, was getan worden ist. Mich interessiert, was getan werden muß.
Marie Curie

Das lange Lied

Gesang der Weltwalrosse:

Ja nun wollen wir singen das lange Lied,
das so still wie ein Schwan durch das Weltmeer zieht,
unser Lied von der sternraumentrannten Zeit
mit der weiterhinflammenden Ewigkeit.

Morgen, Heute, Gestern
sind drei liebe Schwestern,
aber nicht die Ewigkeit.
Wir aber wollten zum Herzen des Lichts
und da die Ewigkeit umfassen.
Urplötzlich aber begriffen wir nichts
und mußten alles Denken lassen.
Als langes wüstes Träumen
erschien uns alles Leben.

Stumpf wie altes Weltgewürm
schwammen wir nun ohne Worte
durch den langen Himmelsraum,
kamen so an eine Pforte,
deren weite Schallgewölbe
auf Säulen ruhten, die aus Glas bestanden
und blitzten, daß wir's überall empfanden.
Als wir nun sehr bald bemerkten,
daß die Schläge sich verstärkten,
riß uns die Geduld – wir schimpften;
unsre dicken Walfischfelle brannten.

Und es sangen die Säulen:

Also scheuert ihr nicht ab
eure Weltnatur.
Diese Pforte sei für euch
starres Sinnbild nur
und ein Jenseitsgruß.
Denn hier geht es zu den Weltgesichtern,
die auch hinter allen Räumen lachen
und auch hinter allen Farbenlichtern
Leben aus den Sehnsuchtsträumen machen.
Zwar zu der Jenseitsherrlichkeit
kommt ganz allein die Weltenzeit.
Die geht so leicht durch diese Pforte
und weilt an manchem Wunderorte;
sie hängt beinah an jeder Weltallsfalte,
nicht nur an der, die sich mit Sternen schaukelt;
sie ging nach vielen Seiten,
ohne zu verschwinden,
und pflegte fortzuschreiten,
ohne wegzugehen.
Die in Räumen sich befinden,
werden niemals das verstehen.
Es schwebet die leichte Unbekannte
nicht über dem ganzen Allgewande,
doch hat sie viel davon gesehen.
Wollt ihr das Ganze sehen, seht ihr Nichts,
wollt ihr das Ganze hören, hört ihr Nichts.
Ihr schwimmt im räumlichen Faltenschoß
und wißt von Formen und Farben bloß.
Und die andren Höhen, Weiten und Tiefen,
die im Allgewande wachten und schliefen
und weder Höhen, noch Weiten, noch Tiefen sind –
für euch sind sie nicht da.
Ihr wißt nicht, was geschah.
Was wißt ihr von dem Ganzen?
Mit dem könnt ihr nicht tanzen.
Doch hier vor unsrer Säulenpforte
entwickelt sich ein Ahnungsspiel
von andrer Sinne Sehnsuchtsziel.
Atmet doch in jedem Augenblick
noch manches andre Weltgeschick,
das weder Lichter noch Schatten kennt
und nicht vom Einen zum Andern rennt.
Und jede selige Stunde
wird von dem Ahnungsspiel durchglänzt,
daß eure Sehnsuchtsallkunde
sicht licht- und schattenlos ergänzt.
Ja, nur Zeit und Ewigkeit
stehn mit einem Bein in andren Sphären,
des Gewürmes Wenigkeit
soll in Sehnsucht sich verzehren
und ein Ahnungsspiel gebären.
Diese Pforte sei für euch
starres Sinnbild nur
und ein Jenseitsgruß
von der Allnatur
mit den Faltengebilden
aus den Rauschglanzgefilden.

Nach diesem langen Gesange rufen die Wale sämtlich, als wäre ihnen ein Stein vom Herzen gefallen:
Schluß!

Die Wale sinken in die Tiefe und singen:

Nun schwimmen wir wieder ohne Begehren,
wir ahnen der Welten Sehnsuchtsziel –
und wollen uns gar nichts weiter erklären,
wir bleiben beim großen Ahnungsspiel.
Und tun wir auch vielen Skorpionen leid,
wir sind doch die Weisen – im Narrenkleid.
Paul Scheerbart

Gemeoss

Die 10 großen A auf der Leiter zum Erfolg: Alle Anfallenden Arbeiten Auf

Andere Abwälzen, Anschließend Anschnauzen, Aber Anständig! Unbekannt Alles was schön ist, bleibt auch schön, auch wenn es welkt. Und unsere Liebe bleibt Liebe, auch wenn wir sterben. Maxim Gorkij No light in the Dark Braun Das Uniformhemd Dumm Der Gesichtsausdruck Zerstört Der Rest Menschlichkeit Von Haß zerfressen Das Herz Falsche Parolen Sie zerstören Frieden Durch Angst vor dem Fremden Aufmarsch von Dummen Verbreitung von Angst Durch Kampfbereite Maschinen Die Chaos verbreitend Durch Straßen ziehn Und Unschuldige zerbrechen Wie gefrorene Grashalme Im Sturm Menschen nehmt euch in acht Die Nacht erwacht Das Braune erstarkt No Light in the Dark? Olivegrün Die Jacke Kahl Der Schädel Die Arme Tätowiert mit Hakenkreuzen Symbole der Macht Die Gemeinheit bedeuten Rechte Gedanken Sie verderben Liebe Durch rohe Gewalt Das Volk geschockt Verhaftung von Nazis Durch Väterchen Staat Der Krampfhaft versucht Den Haß zu verhindern Und Schuld zu ...

Es ist höchste Zeit, daß der Mensch endlich seinen Wert erkenne. In der

Tat, was soll das, ist er denn irgendein ungesetzlich geborenes Wesen? Geziemt es ihm, sich zu verstecken und nach allen Seiten umzusehen? Nein, ich will meinen Kopf kühn und gehoben tragen. Das Leben ist mir nicht deshalb gegeben, damit ich es zur Schau trage, sondern, damit ich es lebe. Ich bin mir der Pflicht bewußt, daß ich die Wahrheit zu reden habe, die volle Wahrheit auf allen Wegen. Nicht um die Meinung, die die Leute über mich haben, habe ich mich zu kümmern, sondern um meine wahre Bestimmung. Ralph Waldo Emerson Je grüner der Frosch, desto quak. Je höher der Sprungturm, desto platsch. Je härter die Nuß, desto knack. Je gelber das Telefon, desto hallo. Je tiefer das Loch, desto plumps. Je tiefer das Wasser, desto blubb. Je schneller das Auto, desto Krach. Unbekannt Das Glück ist nicht in einem ewig lachenden Himmel zu suchen, sondern in ganz feinen Kleinigkeiten, aus denen wir unser Leben zurechtzimmern. Carmen Sylva Wer zu Papier bringt was er leidet, wird ein ...

Hüte Dich vor den Menschen die beteuern, daß sie alles für Dich tun

würden, denn nicht selten wollen sie Dich nur zu einem Sklaven machen. Hinter aufgesetzter Selbstlosigkeit steckt oftmals der Wunsch, einen Menschen unter allen Umständen und für immer an sich zu binden. Und wehe Du erfüllst diesen Wunsch eines Tages nicht! © Benjamin Stelzer Die Aehren Der Abend war selbst wie ein Wunder der Liebe, Sie gingen umschlungen und stumm vor Liebe Aus den Feldern dem träumenden Dorfe zu. Sie lehnte sich wärmer an ihn. Sie sagte, So still, als wenn der Abendwind klagte: "Im Korn, das war doch eine Sünde, du!" Er löst seine Hand und Wange von Wange: "Und nennst dus Sünde, daß ich dich umfange, So liebst du mich nicht und liebst mich nicht!" Da schaut sie empor zu dem Zornigen, Wilden Und sieht mit erschrockenen, hilflosen, milden Augen dem Liebsten ins Angesicht, Und lächelt in Tränen und löst die bleichen, Bebenden Lippen und sagt mit weichen Worten zum Liebsten: "Das sagst du mir?" Und schlingt den Arm u...

Aufgabe der Erziehung wäre es, den metaphysischen Hunger des Menschen durch Mitteilung von

Tatsachen in weisem Maß zu stillen, statt ihn durch Märchen, was ja die Dogmen sind, zu betrügen. Arthur Schnitzler Es gibt für den Menschen keine geräuschlosere und ungestörtere Zufluchtsstätte als seine eigene Seele. Halte recht oft solche stille Einkehr und erneuere so dich selbst. Marc Aurel Die Deutschen sind recht gute Leut, Sind sie einzeln, sie bringen's weit; Nun sind ihnen auch die größten Taten Zum ersten Mal im Ganzen geraten. Ein jeder spreche Amen darein, Daß es nicht möge das letzte Mal sein. Johann Wolfgang von Goethe Wenn die Leute sich nur halb so viel Rechenschaft über ihr eigenes Leben geben wollten, als über das Leben der anderen, so würden sie sich des Ratgebens meist enthalten. Fanny Lewald Bei Skepsis ist stets drauf zu achten, auch sie mal damit zu betrachten! © Gudrun Zydek In den Naturgesetzen hat sich der Mensch nur selber entdeckt und offengelegt, wie er die Natur sieht. © Stefan Dehn Demut ist zu allen Dingen gut. Deutsches S...

Ohne Kampf und Verleugnung gibt es keinen Adel und wahren Wert für den

Menschen, und ohne Kampf kennt er die Kluft nicht, die in unserm Inwendigen zwischen Wollen und Sein, zwischen edel und gut befestigt ist, und kann sie nicht kennen. Matthias Claudius Leistung Wer sich scheut, die Hand zu regen, wird auf der Welt auch nichts bewegen. Erst die Leistung zu erbringen, lässt im Korb Erwerbe klingen. Niemand als nur du allein hörst in das eig'ne Ich hinein. Drum lass es sein dir dran gelegen, Urteil nur für dich zu geben. Über andre Urteil fällen, wird oft die eignen Ohren prellen. Es stirbt manch Fuchs in seinem Bau meistens durch 'ne Eigenshow. Alles, was dies Verslein schmückt, großartig ist's ausgedrückt: Eines Dichters holder Wahn fängt meistens bei sich selber an! © Tilly Boesche-Zacharow

Hippokrates hat von den Ärzten eine saubere Gesinndung gefordert,

Semmelweis saubere Hände. © Prof. Dr. Hans-Jürgen Quadbeck-Seeger Der Atheist hat ein Bild von ›Gott‹, das er negiert. Der Fanatiker hat eines, mit dem er sich die Augen tapeziert. Der Gläubige vertraut einem Bild, das ihm vom eigenen Herzen oder von anderen anvertraut ist. Der von Liebe Erleuchtete schaut das wahre Selbst. Er lebt im bildlosen Flüstern des Windes und atmet Sonne aus jedem Regentropfen. © Peter Horton Ossis wie Friedrich Schiller oder Johann Wolfgang von Goethe reißen alles wieder raus. © Erwin Koch Wer nichts hat, muss Verzicht lernen. Die anderen müssen ihn üben, weil sie sonst irgendwann nichts mehr haben. © Klemens Winterer Unser Dasein entstand mehr durch einen Zufall und weniger als ein Geschenk der Himmels. © Siegfried Santura Lebensgröße Meine ganz eigene Welt ist zwar klein, aber dennoch bin ich die Größte darin. © Andrea Koßmann Nichts ist gleichgültiger als die Ewigkeit. © Peter Rudl Jedes Blatt fällt in vollkommene...

Rast. Gast sein einmal. Nicht immer selbst seine Wünsche bewirten mit kärglicher Kost.

Nicht immer feindlich nach allem fassen, einmal sich alles geschehen lassen und wissen: was geschieht, ist gut. Rainer Maria Rilke Ich wünsche Dir für die Straße des Lebens viel Treibstoff, damit die Energie nicht ausgeht, keine langweilige Autobahn sondern eine abwechslungsreiche Landstraße, keinen Stau, wohl aber öfters eine langsame Spazierfahrt, stets einen guten Beifahrer, eine gute Beifahrerin, unterhaltsame Mitfahrer, wohlwollende Aufmerksamkeit der Straßenverkehrsteilnehmer, eine warme, heimelige Garage gute Landkarten, damit Du Dich zurechtfindest im Straßenwirrwarr, keine Pannen und Geisterfahrer, im Notfall einen schnell helfenden "ADAC" allzeit einen aufmerksamen Schutzengel, stets eine gute Fahrt. © Hermann Lahm

Täuscht euch nicht, Faultiere verfügen über ein sehr begrenztes

Privatleben. © Martin Gerhard Reisenberg Für mein Kind wenn ich einmal nicht mehr bin, setzt dich zu den bäumen hin, sie erzählen dir von mir, es ist, als wär ich wieder hier, wenn ich einmal nicht mehr bin, geh zu einem bache hin, in seinem wasser kannst du mich sehen, ich werde immer bei dir stehen, werd ich einmal nicht mehr sein, schaue in dich selbst hinein, in dir selbst, findest du mich mein kind, mein sohn, ich liebe Dich. © Hanka Lindstaedt Es liegt in der Natur des Universums, plagiiert zu werden. Der Kosmos ist ein Ergebnis von Wiederholungen. © Elmar Schenkel Den Abgasen tausend Dank! Sie reichern den Sonnenuntergang mit neuen Farbtönen an. © Kurt Marti Kommt dir auf der Treppe ein Bär entgegen, steht ein Unglück ins Haus. © Michael Höfler Halb bairisch Du, armer Sünder, tu fei Buß! Der Teifi steht Gewehr bei Fuß. © Dr. Sigbert Latzel Nur allein der Mensch vermag das Unmenschliche. Johann Wolfgang von Goethe Opium heilt alles – auße...

Rache heißt, um der Vergangenheit willen handeln, sie ist also eine um 180

Grad falsch gedrehte Energie. Prentice Mulford Daß Ernst nicht immer ernst sein muß, zeigt sich daran, daß man, auch ohne immer ernst zu sein, Ernst sein und heißen kann. © Stefan Wittlin In je drei Eigenschaften zeichnet sich der echte Israelit aus, in Mitleid, Schamhaftigkeit und Wohltätigkeit. Talmud Armbrustzeichen Das Eigenschaftswort »schweizerisch« meint eine spezifische Art, mit unseren Problemen nicht fertig zu werden. © Kurt Marti Ein Reisender mit Geschmack bemerkt sofort, daß die Weisen überall höflich sind, während die Narren nur zu Hause höflich sind. Oliver Goldsmith Es gibt fünf Ernten auf der Welt, also braucht niemand zu hungern. Wu Cheng-En Ein Buch muss schon alleine deswegen immer wieder gelesen werden, weil der Leser sich ständig weiterentwickelt. © Roger Blacan Es quietscht in den Scharnieren vom ständigen Sanieren. © Henry Schaffner Häufig machen Kleingeister mit großer Klappe große Geister mundtot. © Michael Marie Jung Es gibt Mens...

Die Gunst des Großen wird nicht selten bloß dadurch verloren, daß man ihnen

sich zu ähnlich stellt. Horaz Wenn eine Frau ins Herz einer anderen trifft, dann verfehlt sie selten die verwundbare Stelle, und die Wunde ist unheilbar. Pierre Ambroise François Choderlos de Laclos Nach drüben Es geht ein Weg nach drüben, So schön und doch so weit. Wer könnt es mir verübeln, ihn zu gehen, wird es Zeit Am Ziele angekommen halt ich Rast am Himmelstor. Vom Fußmarsch noch benommen, dringen Töne an mein Ohr. Auf Erden läuten Glocken, wie es scheinet nur für mich. Leis' Gesänge mich verlocken, lauschend, doch betrübt bin ich. Sitzend noch, vorm großen Tor, die Augen voller Tränen, schlief ich summend ein davor, es entströmt ein bitt'res Sehnen. Ich wachte auf und sah mich um, nichts hatte sich verändert. Die Wolken zieh'n um mich herum, auch das Tor blieb unverändert. Warum nur blieb das Tor so lang, herzlos unbeweglich stehen? Langsam wurd mir Angst und Bang, daß mir kein Einlaß wird versehen. Da kam zum Tor ein kleines Kin...