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Laut »spiegel online« sind 20 Milliarden Dollar im Irak verschwunden, die aus dem

irakischen Entwicklungsfonds stammen sollen. Da wird doch nicht irgendwo eine Ölleitung undicht geworden sein?
© Wolfgang J. Reus

Der Antritt des neuen Jahrhunderts

Edler Freund! Wo öffnet sich dem Frieden,
Wo der Freiheit sich ein Zufluchtsort?
Das Jahrhundert ist im Sturm geschieden,
Und das neue öffnet sich mit Mord.

Und das Band der Länder ist gehoben,
Und die alten Formen stürzen ein;
Nicht das Weltmeer hemmt des Krieges Toben,
Nicht der Nilgott und der alte Rhein.

Zwo gewaltge Nationen ringen
Um der Welt alleinigen Besitz,
Aller Länder Freiheit zu verschlingen,
Schwingen sie den Dreizack und den Blitz.

Gold muß ihnen jede Landschaft wägen,
Und wie Brennus in der rohen Zeit
Legt der Franke seinen ehrnen Degen
In die Waage der Gerechtigkeit.

Seine Handelsflotten streckt der Brite
Gierig wie Polypenarme aus,
Und das Reich der freien Amphitrite
Will er schließen wie sein eignes Haus.

Zu des Südpols nie erblickten Sternen
Dringt sein rastlos ungehemmter Lauf,
Alle Inseln spürt er, alle fernen
Küsten – nur das Paradies nicht auf.

Ach umsonst auf allen Länderkarten
Spähst du nach dem seligen Gebiet,
Wo der Freiheit ewig grüner Garten,
Wo der Menschheit schöne Jugend blüht.

Endlos liegt die Welt vor deinen Blicken,
Und die Schiffahrt selbst ermißt sie kaum,
Doch auf ihrem unermeßnen Rücken
Ist für zehen Glückliche nicht Raum.

In des Herzens heilig stille Räume
Mußt du fliehen aus des Lebens Drang,
Freiheit ist nur in dem Reich der Träume,
Und das Schöne blüht nur im Gesang.
Johann Christoph Friedrich von Schiller

Gemeoss

Ei der Tausend! Wie man doch die dummen Leute anführen kann! Diese Menschen

sitzen sämtlich wie die Raupe auf einem Blatte, jeder glaubt, seines sei das Beste und um den Baum bekümmern sie sich nicht. Heinrich von Kleist Aus der Ferne … Und wenn du groß bist – nein, du wirst's nicht wissen, Wie ich's so gut, so gut mit dir gemeint, Wie dieses stolze Aug' in heiße Kissen So oft in Sehnsucht hat um dich geweint. Ich möcht' die Ruh' nicht deines Herzens stören – Ich bin ja tot … verreist … ich weiß es nicht! Könnt' ich nur einmal noch dein Stimmchen hören: "Papa, Papa!" … O Gott, ein andrer flicht Dir nun den Frühlingskranz von Anemonen, Erzählt dir Märchen vom kristallnen Berg, Vom groben Riesen und vom schlauen Zwerg Und von dem Schloß, darin die Elfen wohnen … Ach, könnt' ich dann nur still durchs Zimmer gehn, Den Märchenglanz in deinen Kinderblicken, Die heißerglühten Bäckchen nur zu sehn, Und leis den Mund auf deinen Scheitel drücken … Ich schlich' mich heimlich, wie ein böser Dieb, An dir vorbe...

Das Glaubensbekenntnis von Hilmer Kopper, Vorstandssprecher der Deutschen Bank AG: "Dem Finanzplatz nutzt

nichts mehr als die Gewißheit, daß ordnungspolitische Grundsätze gelten - in Theorie und Praxis." Unbekannt Auf Talentsuche Wer oder was bin ich denn? Ich wüßte es für’s Leben gern! Es wär’ auch langsam and der Zeit: Die dritte Phase macht sich breit. (Der Jugend und dem Mittelalter folgt nicht etwa das Greisenalter. Nein, nein - das darf nicht sein! Es lebe weiterhin der Schein! ‘Du hast dich überhaupt nicht verändert!’ Heißt diese Phase bis man’s vollendet.) Bin ich Poet? Nein, bloß Prolet. Auch kein Lyriker – nur Pseudo-Satiriker. Ein lichter Dichter? Schlichter Ver-Dichter, ein undicht verpichter! Schriftsteller aus Eifer? Schriftschleifer mit Geifer! Ein neo-linker Intellektueller? Pah, linkischer Fallensteller! Ein großes Talent? Das keiner erkennt! Vielleicht ein Kritiker? Gefehlt, nur Meckerer! Wenigstens ein Kecker? Du gehst mir auf den Wecker! O ja, ein großer Forscher? Ach was, ein Kleiner forscher! Ein Abenteurer? Ein abends Te...

Ohne Vergangenheit und ohne Gegenwart gäbe es auch keine Zukunft. Deshalb gilt es,

die Vergangenheit zu bewahren, die Gegenwart zu leben und die Zukunft zu gestalten. © Wolfgang (WoKo) Kownatka Der Egozentriker beurteilt Menschen nicht nach dem was sie sind, sondern entgegengesetzt zur Höhe des Unterschiedes zu sich selbst. © Rene Snajder Atomkraftwerke kommen den Bürger teuer zu stehen: Die Errichtung bezahlt er mit seinem Geld, den Betrieb mit seiner Gesundheit und einen Unfall mit seinem Leben. © Germund Fitzthum Weil du mir so früh entschwunden Weil du mir so früh entschwunden, Blieb ein unerfülltes Glück Ungenossner schöner Stunden Ruhelos in mir zurück. Ungeküßte Küsse leben In getrennten Herzen fort, Und die Lippe fühlt noch beben Das zu früh verstummte Wort. Hermann Ritter von Lingg Menschen wollen Krieg, der Krieg will Menschen. Graffito Dem Menschen zu dienen heißt eben nicht, sich selbst zu bedienen. Staatsdiener haben damit so ihre Probleme. © Jürgen Linsenmeier Politik geschieht schon gar nicht dort, wo man sich den Hinte...

Erzähle nicht die Wahrheit, solange dir etwas Interessanteres einfällt.Karl

Friedrich May Minne, der Welt Unseligkeit, Da reine Lust so flüchtig ist, Da du so wankelmütig bist Was minnt nur all die Welt an dir? Ich seh doch wohl, du lohnest ihr, So wie der Ungetreue tut. Dein Ende, das ist nie so gut, Wie du versprichst im Anbeginn: Da lockst du den betörten Sinn Mit kurzer Lust zu langem Leid. Mit schmeichlerischer Trüglichkeit, Die in so falscher Süße schwebt, Die trüget alles, was da lebt. Gottfried von Straßburg Jedem gerecht werden heißt, jedem Unrecht zu tun. © Horst A. Bruder Schlage ein Kind nie, und wenn es traurig oder ängstlich ist, dann nimm es einfach in den Arm. Indianische Weisheit Ein Gedicht ist nur so lange gut, bis man weiß, von wem es ist. Karl Kraus Das Leben ist bunt. So manchem zu bunt. Als erfände es täglich neue Farben. © Erhard Blanck Wer Tyrannei stürzen will, muß ihr dienen. Carl Ludwig Börne Ohne Zucht ist jede Tugend eitel. Leo Tepe von Heemstede Vermutungen sind Saatkörner der Verleumdung. ...

A....kriecher sind so schwer auszumerzen, weil sie jeder gesunden

Verdauung entgehen. © Martin Gerhard Reisenberg Miteinander leben heißt vielen nur nebeneinander leben. Peter Sirius Streichelnde Hände malen die schönsten Bilder. © Michael Marie Jung Jeder Tag führt den Beweis, daß sich der Mensch nicht an alles gewöhnt. Theodor Fontane Gottes Zorn währt nur einen Augenblick: die göttliche Barmherzigkeit ist ewig. Joseph Joubert Der wahre Gewinner übt sich in Muße und ist dennoch erfolgreich. © Julian Scharnau Die Verleumdung ist schnell und die Wahrheit langsam. Voltaire Es mag Situationen geben, in denen Blutvergießen kein Unrecht ist. Kurt Tucholsky Philosophen sind Menschen, die sich aufs Glatteis wagen. © Sophia Elisabeth Gerber Alles steht unter der Herrschaft des eigenen Willens. Pelagius

Was der Saft im Baum ist, das ist die Seele im Körper, und

ihre Kräfte entfalte sie wie der Baum seine Gestalt. Die Erkenntnis gleicht dem Grün der Zweige und Blätter, der Wille den Blüten, das Gemüt ist wie die zuersat hervorbrechende Knospe, die Vernunft wie die voll ausgereifte Frucht. Der Sinn endlich gleicht der Ausdehnung des Baumes in Höhe und Breite. So ist die Seele der innere Halt und die Trägerin des Leibes. Hildegard von Bingen Jedes Problem durchläuft bis zu seiner Anerkennung drei Stufen: In der ersten wird es lächerlich gemacht. In der zweiten bekämpft, in der dritten gilt es als selbstverständlich. Arthur Schopenhauer Die meisten Ehemänner benehmen sich wie ein Orang-Utan, der Geige zu spielen versucht. Honoré de Balzac Wenn die Wirkung gut ist, so muß man auch einen, dem man abgeneigt ist, belohnen, wenn die Wirkung nicht gut ist, so muß man auch einen, dem man geneigt ist, bestrafen. Lü Bu We Gebet ist das Atemholen der Seele. John Henry Newman Nostalgie: Blackbox mit perfekter Ausblende-Technik © KarlHeinz...

Ein bescheidener Mensch ist standhaft, ein demütiger furchtsam, und

ein eitler anmaßend. Mary Wollstonecraft (nach ihrer Heirat Wollstonecraft-Godwin) Halt an, wo läufst du hin? Der Himmel ist in dir. Suchst du Gott anderswo, du fehlst ihn für und für. Angelus Silesius Das Glück bringt so einige Fehler in Ordnung, die selbst der Verstand nich zu korrigieren wüßte. François VI. Duc de La Rochefoucauld geh auf die Angst zu dann muß sie dir ins Gesicht sehen © Anke Maggauer-Kirsche Was nützt es einem Kind, kluge Fragen zu stellen, wenn die Eltern ihm dumme Antworten geben. © Maz Bour Das elfte Gebot: Du sollst nicht streiten. Aus Mexiko Fleiß ist des Glückes Vater. Deutsches Sprichwort Reiche leben in der Edelsteinzeit. © Erhard Horst Bellermann Weht, o wehet, liebe Morgenwinde! Tragt ein Wort der Liebe hin und wieder! Eduard Mörike

Worte die gesagt wurden und verletzten, kannst du nicht zurücknehmen. Taten, die du

getan hast und die verletzten kannst du nicht ungeschehen machen. Du kannst nur um Verzeihung bitten und auf Verständnis hoffen, denn bezahlen für das was du an Unrecht getan hast wirst du immer müssen, wenn nicht heute, dann morgen oder in diesem Leben so im nächsten. Also bedenke was du sagst oder tust, bevor du es tust. © Rose von der Au Wenn die dunklen Tage noch dunkler werden, lass ich mir Lichter anzünden. Wenn es warm wird von unzähligen Lichtlein, will ich Lichter anzünden. Lichter für Menschen. die keine Lichter anzünden können. © Dietmar Zöller Um irgendeiner Frau zu gefallen, muß man damit beginnen, ihr Respekt zu erweisen; jede Frau möchte gern ernst genommen werden. Sully Prudhomme Ein Sophisma ist nur selten eine blanke Unwahrheit; meist ist sie ein gesunder Trank Lüge – der aber durch einen Tropfen Wahrheit vergiftet wurde. Arthur Schnitzler Ein spannendes Leben lebt unter anderem von Spannungen. © Ernst Ferstl Ungedacht sind Gedanken völlig harml...

Die Leute zu kränken ist leicht, sie zu bessern

ist schwer, wo nicht unmöglich. Arthur Schopenhauer Abendlied Ich sitz' am einsamen Strande, Grau kommt der Abend daher, Grau ruht und unabsehbar, Oede vor mir das Meer. Es streicht eine Möve droben Dahin mit klagendem Schrei, Und einsam kommt sie geflogen, Und einsam fliegt sie vorbei. Es dunkelt still auf den Wellen, Es dunkelt still in der Höh'! Der Vogel fliegt weiter und weiter, Hinaus in die Nacht und die See. Edmund Hoefer An sich selber liebt man die Schwächen – an den andern schätzt man die Wunden. © Billy Besäßen die Menschen Beharrlichkeit, so wäre ihnen fast nichts unmöglich. Ta-Yü mo Für den Eid des Liebenden gibt es keine Strafe. Amantis ius iurandum poenam non habet. Publilius Syrus Alles Zukunfterraten ist wie gemalter Braten. Joachim Ringelnatz Die Reue ist der Fallschirm der Sünder. © Roger Ikor Etwas geht schief? Vielleicht bist du selbst es! © Andrea W. Das ärgste Gift ist eine böse Zunge. Deutsches Sprichwort Di...

Gold ist Blei, mehr oder weniger 'kostbares', an sich aber Blei – Blech

– Erde; ich kann's nicht essen und mich nicht daran wärmen, außer indem ich es ausgebe! Der Geizhals hat nichts davon … Emil Gött Wie machen wir uns gegenseitig das Leben leichter? Wir haben zu großen Respekt vor dem, Was menschlich über uns himmelt. Wir sind zu feig oder sind zu bequem, Zu schauen, was unter uns wimmelt. Wir trauen zu wenig dem Nebenuns. Wir träumen zu wenig im Wachen. Und könnten so leicht das Leben uns Einander leichter machen. Wir dürften viel egoistischer sein Aus tierisch frommem Gemüte. – In dem pompösesten Leichenstein Liegt soviel dauernde Güte. Ich habe nicht die geringst Lust, Dies Thema weiter zu breiten. Wir tragen alle in unsrer Brust Lösung und Schwierigkeiten. Joachim Ringelnatz