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Mancher fing ein Verhältnis an, um aus seinen Verhältnissen

zu kommen.
Peter Sirius

Die Fahne nach dem Wind drehen

wankelmütig in seinen Entscheidungen sein.
Vorläufer der seit dem 16. Jh. belegten Wendung ist die Redensart "den Mantel nach dem Winde kehren". Sie taucht bereits in der mittelalterlichen Spruchsammlung auf, die unter dem Namen Spervogels überliefert ist (um 1200): "man sol den Mantel keren als das weter gat." In Gottfrieds Tristan und Isolde (um 1210) heißt es ganz ähnlich: "Man sol den mantel kehren als die winde sint gewant."
Redensart

Die Schönheit ist am liebenswürdigsten,
Wenn sie nicht weiß, wie sehr sie uns erfreut.
Eduard Heinrich Gehe

Lieber Regen und Regenschirm
als kein Regen und Regenschirm.
© Erhard Horst Bellermann

Es herrscht die Schlechtigkeit,
und ab und zu siegt die Gerechtigkeit.
© Ulrich Erckenbrecht

Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht,
wer zweimal lügt schon etwas mehr.
© Martin Gerhard Reisenberg

Nur ein Haar trennt die Wahrheit von der Lüge.
Omar Khayyâm

Grausamkeit ist Dummheit.
Aus der Türkei

Ist das Auge klar, so ist es auch die Welt.
Ernst Freiherr von Feuchtersleben

An jedem Ort der Weise lehrt:
Mehr als das Laute ist das Leise wert.
© Dr. Sigbert Latzel

Gemeoss

Manche witzigen Einfälle sind wie das überraschende Wiedersehen zweier befreundeter Gedanken nach einer

langen Trennung. Friedrich von Schlegel Kurz scheint das Leben dem Glücklichen, doch wer im Elend, dem scheint selbst eine Nacht unendlich lange zu währen. Lukian Wenn es für unser Leben etwas Ewiges geben soll, so sind es die Erschütterungen, die wir in der Jugend empfangen. Theodor Storm — Ein Grund, der Gründe hat, Wird durch die Wiederholung ja nicht schlecht; Und ist er schlecht, so ist es sehr probat, Umschrieben ihn zu wiederholen. Sprecht Hartnäckig, unverschämt von früh bis spat; Am Ende gibt euch euer Gegner recht Oder ermüdet, was auf eins hinauskommt; Was liegt am Wege, wenn man nur ins Haus kommt? Lord George Gordon Noel Byron Wer rief dich denn? Wer hat dich herbestellt? Wer hieß dich kommen, wenn es dir zur Last? Geh zu dem Liebchen, das dir mehr gefällt, Geh dahin, wo du die Gedanken hast. Geh nur, wohin dein Sinnen steht und Denken! Daß du zu mir kommst, will ich gern dir schenken. Geh zu dem Liebchen, das dir mehr gefällt, Wer rief dich denn?...

Die Natur hat gewollt, daß der Mensch keiner Glückseligkeit oder Vollkommenheit teilhaftig werde,

als die er sich selbst, frei vom Instinkt, durch eigene Vernunft verschafft hat. Immanuel Kant Der Teufel kann sich auf die Schrift berufen. Ein arg Gemüt, das heil'ges Zeugnis vorbringt, Ist wie ein Schalk mit Lächeln auf der Wange, Ein schöner Apfel, in dem Herzen faul: O wie der Falschheit Außenseite glänzt! William Shakespeare Fällt im Winter viel Schnee und bleibt er lange liegen, dann gibt's ein gutes Jahr, so hat man stets geschrieben. Bauernweisheit Seht das Kind, umgrunzt von Schweinen, Hilflos, mit verkümmerten Zeh'n! Weinen kann es, nichts als weinen – Lernt es jemals stehn und gehn? Unverzagt! Bald, sollt' ich meinen, Könnt das Kind ihr tanzen sehn! Steht es erst auf beiden Beinen, Wird's auch auf dem Kopfe stehn. Friedrich Wilhelm Nietzsche Nicht die Weltverbesserer in ihre Schranken, sondern die Weltverschlechterer in ihre Beschränktheit weisen. © Ulrich Erckenbrecht Niemand weiß, wieviele Visionen durch Televisionen ersetzt...

Wenn du lange genug am Fluß sitzt, siehst du irgendwann die Leiche deines

Feindes vorbeischwimmen. Aus China Es genügt nicht zum Fluß zu kommen mit dem Wunsch, Fische zu fangen. Man muß auch das Netz mitbringen. Fernöstliche Weisheit Mütterchen, sagt immerdar, immerdar, Früh zu freien bringt Gefahr, bringt Gefahr, Ich soll warten mit dem Frein, mit dem Frein, Bis ich werde klüger, klüger sein. Doch ich fürcht' nicht die Gefahr, die Gefahr, Nehm' ein Weib noch dieses Jahr, dieses Jahr, Denn wenn ich erst klüger bin, klüger bin, Kommts mir nicht mehr, nicht mehr in den Sinn! © Ungarisches Volkslied Leuchtturm Wegweiser in Dunkelheit Einsamkeit Angst Not und Gefahr. Trotzt du Wellen und Wind im Sturm. Wie der Mensch der seine Stürme des Lebens auch meistert. Und das Licht der Hoffnung leuchtet in seinem Herz. © Karin Thießen Wer hoch hinaus will, sollte beim Blick in die Abgründe, die sich dann vor ihm auftun, schwindelfrei sein. © Dr. Achim Reichert In der Spaßgesellschaft erntet die meisten Lacher, wer ...

Die sogenannte Prinzipienreiterei ist eine üble Sache, und es würde uns nie einfallen,

von irgendeiner Arbeiterpartei zu verlangen, daß sie um des abstrakten Programmschemas willen auf naheliegende praktische Vorteile verzichte. Rosa Luxemburg Niemand ist so unglücklich wie ein Idol, das sich selbst überlebt hat. Joseph Addison Es gibt auch eine Macht der Gewöhnlichkeit. © Gerd W. Heyse Vom Eise befreit sind Gletscher und Pol durch des Menschen gierig beraubenden Blick. Im Tale schwindet Hoffnungsglück. © Andreas Tenzer Im Neuen sich treu, Und im Alten auch neu: Den Wahlspruch der Welt Hab' auch ich mir gestellt. © »Klassisches Vergißmeinnicht« Die Ausrede ist der Nachsatz zum guten Vorsatz. © Klaus Klages

Die Kunst vermag ein höheres Leben darzustellen, das ohne

sie nicht vorhanden wäre. Jacob Christoph Burckhardt Was die Landzunge nicht kennt, das leckt sie auch nicht. © Urkrates Staphi über Sonntagsspießer: "Der geht nicht spazieren, der rennt die Landschaft um…" © Elmar Kupke Nichts erfrischt unser Blut so sehr, wie wenn es uns gelungen ist, eine Dummheit zu vermeiden. Jean de La Bruyère Glück ist ein Fädchen – Pech eine Strähne. © Klaus Ender Nach Freiheit strebt der Mann, das Weib nach Sitte. Johann Wolfgang von Goethe Man muß nicht geschlagen werden um geschlagen zu sein. © Hermann Lahm Der Winter bringt zweierlei auf einmal: weiße Tage und schwarze Nächte. Volksmund Ein Herz und eine Seele? – Aber den Verstand ruhig für zwei! © Herbert Alfred Frenzel Wie das Leben einmal eingerichtet ist, bezahlt man alles etwas zu teuer. Friedrich Wilhelm Nietzsche

Wer sich hat, der hat nichts verloren. Aber wie

wenigen ist es beschieden, sich zu haben! Lucius Annaeus Seneca Es sprach der Fritz zu dem Papa: Was sie nur wieder hat? Noch gestern sagte mir Mama: Du fährst mit in die Stadt. Ich hatte mich schon so gefreut Und war so voll Pläsier. Nun soll ich doch nicht mit, denn heut, Da heißt es: Fritz bleibt hier! Der Vater saß im Sorgensitz. Er sagte ernst und still: Trau Langhals nicht, mein lieber Fritz, Der hustet, wann er will! Wilhelm Busch Dein Körper sollte dir heilig sein – ohne ihn wärst du nichts. © Siranus Sven von Staden Verzicht ist eine selige Tugend der Habenden, Arme verzichten nicht, sie entbehren. © Heinz Nitschke Wem die Zeit ist wie Ewigkeit, Und Ewigkeit wie die Zeit; Der ist befreit Von allem Streit. Jakob Böhme Man kann sich um die Welt bewegen – allem entgegen… © Brigitte Fuchs Weite Herzen lassen weites Denken zu. © Angelika Emmert Mauern im Kopf errichten Mauern im Herzen. © Edith Tries Sei du selbst – und vieles geht leicht...

Gerichtsstellen und Obrigkeiten sind dazu bestimmt, das Recht zu schützen und die Wahrheit

handzuhaben. Wie viele Parteilichkeit, falsche Zeugnisse, falsche Schwüre? Falschheit hat sich leider überall eingeschlichen. Es gibt viele, welche zwar eine heilige Außenseite haben, inwendig aber voll Falsch sind. Abraham a Santa Clara Heimweh in die Welt Blieb es doch so lang' vor Liebe stumm; kann ich doch mein Herz, mein Herz nicht töten. War ich Dein, nur Dein in Glut und Nöten; weißt warum? Weil mein Herz so wild; weil es Meere braucht, wenn der Sturm ins Blut mir taucht; weil es Deine Tiefen so gefühlt. Doch wenn nun der Frühling wieder sprießt, o ich fühl's, ich fühl's, so stumm ich blieb, und im warmen Sturm der junge Trieb schwillt und schießt: wird mein Herz so wild, weil es Meere braucht, wenn der Sturm ins Blut mir taucht, weil es so in alle Weiten fühlt. Hast es doch gewußt. Es war im Mai; als der schreckende Blitz uns rot umlohte, als ich meinem Bruder Donner drohte, wild und frei: gabst mir deine Hand, mein in Glut und Schmerz, ...

In Europa sind wir gewohnt, die Unruhe des Geistes und die maßlose Gier

nach Reichtum als große soziale Gefahr anzusehen. Doch diese Dinge verbürgen Amerika eine lange und friedliche Zukunft. Glückliches Land, wo der Gesellschaft die Laster der Menschen fast ebenso nutzen wie seine Tugenden. Charles Alexis Henri Clérel de Tocqueville Das ist wirkliche Verehrung des Heiligen und Erhabenen, daß sie uns das Augenmaß zerstört. Carl Jatho Und wenn es einen Gott gibt, so ist er die Wahrheit. Gibt es aber keinen, so bleibt diese die berechtigte Nachfolgerin des gestorbenen Gottes. Paul Schwartzkopff Nach den Aussagen der Pisa Studien liegen wir mit unserem Bildungssystem schief. © Siegfried Wache Die günstigen Momente kommen einem teuer zu stehen! © Thomas S. Lutter Die meisten Prognosen sind gut, aber die Zukunft kümmert sich wenig darum. © Prof. Dr. Hans-Jürgen Quadbeck-Seeger

Die Menschen ändern Gesinnung und Betragen ebenso schnell, wie ihr Interesse sich ändert,

ja, ihre Absichtlichkeit zieht ihre Wechsel auf so kurze Sicht, daß man selbst noch kurzsichtiger sein müßte, um sie nicht protestieren zu lassen. Arthur Schopenhauer Errare humanum est. Irren ist menschlich. Hieronymus Wenn das Herz das Wahre hat und sucht, ist's gleichgültig, wo der Kopf irrt. Jean Paul Die Leute wollen Freiheit über alles – deshalb sind die meisten Gefängnisse überfüllt. © Pavel Kosorin Der Skeptizismus hat sich vom ›Que sais-je‹ bis zum ›Weiß ich?‹ entwickelt. Karl Kraus

Es ist wichtiger, was ein Mensch durch die Schule

wird, als was er darin lernt. Karl Friedrich Lauckhard Nachts Tiefstill die Nacht. Nur manchmal, halb im Traum, hör ich ein Knistern an den weiten Wänden, ein ruhlos Tasten hier und dort im Raum, als wie von feinen, schlanken Frauenhänden. Dann weiß ich es, was dir dein Traum gebracht: du suchst nach mir, du kannst mich nicht vergessen, du suchst und suchst die ganze lange Nacht nach einem Glück, das du doch einst besessen. Carl Hermann Busse Der soll sich auf Erden nimmer freuen, der durch den Schmerz der Erde wird geschreckt. Carl Schier der Mensch geht nur bis zu seiner Haut alles was darüber hinausgeht nennt man Liebe © Anke Maggauer-Kirsche Was soll man davon halten, wenn die Jünger des armen Pazifisten lieber die Armeen als die Armen verteidigen? © Walter Ludin … der Mann steht seinen Ruhm. Sein Ruhm ist bloß sein Schatten. Gotthold Ephraim Lessing Suppn und Elend gibt allaweil gnua. © Redensart aus den bayrischen Alpen, Altbayern und Tirol Horn...