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Mit einem Geldsack läßt es sich zwar besser reisen, aber auf einem Strohsack

schläft es sich besser.
© Prof. Querulix

Bundesverdienstorden bleiben das einzige, womit sich Politiker vor der Öffentlichkeit beschenken, ohne daß sie schon wieder kassieren.
© Elmar Kupke

Orgetorix

I.

Es standen im Ring auf grasigerAu
Helvetiens Mannen aus jeglichem Gau,
die Mannen vom ganzen Land;
sie standen beisammen in Waffen und Wehr,
die wuchtige Keule, den spitzigen Speer,
die hatte jeder zur Hand.

Und mitten im Ringe flammenden Blicks,
da stand der Häuptling Orgetorix.

und sprach mit beredtem Mund:
»Was weilen wir hier im kargen Tal?
Was bauen wir Hütten auf schwankem Pfahl?
Hört, was ich euch rate zur Stund’!

Wir stecken die morschen Hütten in Brand;
wir ziehen hinunter ins gallische Land;
wir ziehen mit Weib und Kind.
Wer trotzt wohl unserer Keulen Wucht?
Wir jagen die Memmen in die Flucht,
wie die Spreue des Kornes der Wind.

Wo die Traube reift, wo die Mandeln blüht,
wo des Mädchens schwarzbraunes Auge glüht,
wo nimmer die Schneeflocke fällt, –
Helvetiens Mannen, dahin, dahin,
in die gallischen Lande laßt uns ziehn!
Dem Starken gehört die Welt!«

Die trotzigen Mannen jubelten wild,
und jeder schlug mit dem Schwert an den Schild,
daß es laut am Fels widerhallt’!
Der Kriegszug ward beschlossen im Ring;
ein Rauschen wie Geisterflüstern ging
durch die heiligen Eichen im Wald.

»Zwei volle Jahre geb' ich euch Frist,
bis alles zur Reise bereitet ist;
zwei Jahre noch wollen wir harren.
Zwei volle Jahre noch habt ihr Zeit,
zu bauen das Korn, zu wirken das Kleid,
ans Joch zu gewöhnen die Farren.

Und ist dann alles zur Fahrt bestellt,
so stürzen wir jäh auf das gallische Feld
wie der Strom, der den Damm gebrochen,
wie die Lawine jäh zu Tale geht,
wenn der Südsturm über den Gletscher weht.«
So hatte der Häuptling gesprochen.

II.

Und wiederum standen die Mannen im Ring,
berufen, zu halten ein Blutgeding,
ein Ding auf Leben und Sterben.
Und wiederum stand Orgetorix
in Ringes Mitte finsteren Blicks;
es ging um Leben und Sterben.

»Und glaubt ihr mich schuldig, was mir so fern,
ich woll' mich erschwingen zu eurem Herrn
und woll' euch machen zu Knechten;
und liehet ihr dem Verleumder das Ohr,
und wenn ich euer Vertrauen verlor,
so will ich mit euch nicht rechten.

Zieht ohne mich fort ins gallische Land,
den Rhodan hinunter zum Meeresstrand;
ein anderer mag euch weisen.
Doch dass ihr mit Unrecht mir gegrollt
und dass ich euch nimmer verraten wollt',
das soll mein Blut euch beweisen...«

Und stiess sich das eherne Schwert ins Herz;
er fiel in den Sand mit stummem Schmerz –
wo fändet ihr seinesgleichen?
Und schweigend auseinander ging der Ring,
berufen zum Blutgeding;
es bebten die heiligen Eichen.
© A. Hartmann

Gemeoss

Man muß nicht in der Bratpfanne gelegen haben, um

über ein Schnitzel zu schreiben. Maxim Gorkij Nachklang Rose der Liebe, in Schuld entsprossen, in Qual erblüht, mit Thränen begossen, o laß an Deinem Duft mich berauschen – die Seligkeit sollt ich um Alltagsglück tauschen? Ich will kein langes, kein reuloses Glück, Vollwonne nur einen Augenblick. Mein heimliches Glück, einer andern geraubt, mein ist es dennoch, stolz heb ich das Haupt, von der Sitte verdammt, von der Welt getadelt, Durch Sünde geächtet, durch Liebe geadelt. Clara Blüthgen Die Glocken läuten Der Mensch öffnet die Seele Besinnung tritt ein © Erhard Horst Bellermann Welche Schande für unsere Zeit, daß sie Bücher herstellt, die nicht von Dauer sind! Honoré de Balzac Herrlich bist du wie Moschus Wo du warst, gewahrt man dich noch. Johann Wolfgang von Goethe Als wahrer Teufel existiert allein der Mensch, der Götter nach Belieben erschafft. © Raymond Walden Erstens kommt es anders, zweitens weil man irrt. © Manfred Hinrich Das Genie ist di...

Die menschliche Gemeinsamkeit, die Solidarität läßt sich verkennen, aber sie läßt sich nicht

aufheben! Ferdinand Lassalle Heilsam ist nur, wenn im Spiegel der Menschenseele sich bildet die ganze Gemeinschaft und in der Gemeinschaft lebet der Einzelseele Kraft. Rudolf Steiner Der Uranfang Weder ein Etwas war damals, noch auch ein Nichts war das Weltall, Nicht bestand der Luftraum, noch war der Himmel darüber. Wo war der Hüter der Welt? Was war ihr Inhalt und welches Ihre Umhüllung? Was war die Meerflut, die grundlose tiefe? Nicht regierte der Tod, noch gab es Unsterblichkeit damals, Und es fehlte das scheidende Zeichen von Tagen und Nächten. Eins nur atmete ohne zu hauchen aus eigenem Antrieb, Und kein anderes zweites war außer diesem vorhanden. Dunkelheit war im Beginne in Dunkelheit gänzlich versunken. Nebelhaft nur, ein Wassergewoge war damals das Ganze; Als lebendiger Keim von dem toten Gewoge umfangen, Ließ sich das Eine gebären von feurigem Drange getrieben. Über das Eine ist anfangs ein liebendes Sehnen gekommen, Aus bloßen Gedanken entspross der ...

Wenn du einem geretteten Trinker begegnest, dann begegnest du einem Helden. Er lauert

in ihm schlafend der Todfeind. Er bleibt behaftet mit seiner Schwäche und setzt seinen Weg fort durch die Welt der Trinkunsitten, in einer Umgebung, die ihn nicht versteht, in einer Gesellschaft, die sich berechtigt hält, in jämmerlicher Unwissenheit auf ihn herabzuschauen, als auf einen Menschen zweiter Klasse, weil er es wagt, gegen den Alkoholstrom zu schwimmen. Du sollt wissen: Er ist ein Mensch erster Klasse! Friedrich von Bodelschwingh Tage, wenn sie scheinbar uns entgleiten Tage, wenn sie scheinbar uns entgleiten, gleiten leise doch in uns hinein, aber wir verwandeln alle Zeiten; denn wir sehnen uns zu sein .... Rainer Maria Rilke Eine verführerische Frau beherrscht die Fächersprache mit ihrem Körper… © Elmar Kupke Die Ode lebt vom Ideal, das Epos vom Grandiosen, das Drama vom Wirklichen. Diese dreifache Dichtung schließlich fließt aus drei großen Quellen: der Bibel, Homer, Shakespeare. Victor Marie Hugo Jeder Rahmen der Möglichkeiten ist mit einem heimlichen G...

Jedermann wird zugestehen, daß der Mensch ein soziales Wesen ist. Wir sehen es

in seiner Abneigung gegen Einsamkeit sowie seinem Wunsch nach Gesellschaft über den Rahmen seiner Familie hinaus. Charles Darwin Wenn ich die Liebe an Attribute wie Schönheit und sonstige Werte knüpfe, dann arbeitet mein Denken, es prüft, wägt ab, vergleicht und die Liebe fliegt zum Fenster hinaus. © Peter Lauster Wollt ihr einen Fernsehsüchtigen heilen, verehrte Psychiater, so prüft zuerst ob sein Hirn noch mit Röhren bestückt, oder aber mit Transistoren ausgerüstet ist. © Martin Gerhard Reisenberg Die größte Angelegenheit des Menschen ist, zu wissen, wie er seine Stelle in der Schöpfung gehörig erfülle und recht verstehe, was man sein muß, um ein Mensch zu sein. Immanuel Kant Es dreht sich alles nur im Kreis, wenn das Ende den Anfang erreicht. © Hubert Joost Was immer auch Drogen tun können - ich kann es mit meiner Zunge tun! Unbekannt Betrüger kommen zwar selten weit, dafür geht es ihnen auf ihrer kurzen Strecke aber recht wohl. © Martin Gerhard Reisenberg Jeder...

Wer für den Krieg nicht tauglich ist, muß die Kunst des Friedens anwenden,

wenn er regieren will. Niccoló Machiavelli Agitator ist ein Politiker, der die Obstbäume seines Nachbars schüttelt, um die Würmer umzuquartieren. Ambrose Gwinnett Bierce Die 4 Geheimnisse einer glücklichen Frau: 1) es ist wichtig einen Mann zu finden, der kochen und putzen kann 2) es ist wichtig einen Mann zu finden, der viel Geld verdienen kann 3) es ist wichtig einen Mann zu finden, der Spaß versteht und mit dem man tollen Sex haben kann und 4) es ist wichtig, daß sich diese 3 Männer nie treffen ... Unbekannt Resignation Noch einmal ließ dich finden Ein Gott das Glück. Nun mußt du es verwinden Nimmt ers zurück. Du wähntest es gewonnen, Als schwänd es nie, Da ist es dir zerronnen Weißt gar nicht, wie! Im Arme hälts der andre! Drum sei gescheit – Schau dich nicht um und wandre – – Die Welt ist weit. A. de Nora (Pseudonym für Anton Alfred Noder) Die Löcher in den Straßendecken der Kommunen sind ein Spiegelbild für die Löcher in ihren Haushaltskassen...

Die Geburtsstunde der Psychotherapie hatte geschlagen, als man daranging, hinter körperlichen Symptomen die

seelischen Ursachen zu sehen, also ihre Psychogenese zu entdecken; jetzt aber gilt es. noch einen letzten Schritt zu tun und hinter dem Psychogenese den Menschen in seiner geistigen Not zu schauen - um von hier aus zu helfen. © Viktor Frankl Das Leben ist so schön das Leben ist so schön man darf es nicht vergeuden nicht leichtfertig verschleudern deswegen heben es sich viele für später auf © Engelbert Schinkel Man soll Dinge, die man in Büchern gelesen hat, in der Wirklichkeit suchen, um schließlich auf Dinge zu stoßen, die noch in keinem bisherigen Buch standen. © Ulrich Erckenbrecht Wir vermengen grundsätzlich nichts Privates mit dem Geschäft. Höchstens umgekehrt! Unbekannt Mag sein, daß das Doktor-Werden eine Konfirmation des Geistes ist, wie Lichtenberg meinte. Eine heilige Kommunion ist es jedenfalls nicht. © Gregor Brand Der leere Bauch will nicht tanzen, der volle kann nicht. Von den Zigeunern

Der gesegnete Regen, der köstliche, sanfte Regen, ströme auf dich herab. Die kleinen Blumen mögen

zu blühen beginnen und ihren köstlichen Duft ausbreiten, wo immer du gehst. Der große Regen möge deinen Geist erfrischen, daß er rein und glatt wird wie ein See, in dem sich das Blau des Himmels spiegelt und manchmal ein Stern. Altirischer Segenswunsch Mein Vorsatz zum Neuen Jahr! Das alte Jahr - es geht zu Ende. Ich klatsch vor Freude in die Hände: Egal ob's donnerte - ob's bebte - Ich freu' mich, daß ich's überlebte! Trotz Hurricane, Wirbelstürme, und krachgeflog'ner Bürotürme trotz meterhoher Schneeverwehung und Autos mit 'ner Rund-Umdrehung, trotz Feuersbrünsten, Überflutung, und Nasenbohren mit 'ner Blutung, trotz des Genuß' von Zigaretten und vielen Würstchen - diesen fetten, trotz der dicken Brust vom Puter und steten Sitzens am Computer trotz der mangelnden Bewegung und des Vermeidens jeder Regung...! ..Ihr seht, ich lebte ganz verdreht - und hab' es trotzdem überlebt! Drum werd' ich auch im Neuen Jahr nichts änd...

Die Ehe ist der positive Anknüpfungspunkt, die heilige Gelegenheits-Macherin für alle exakte Sittlichkeit

und Treue. Sie bewahrt das Gold der Tugend und bringt zugleich ihre Scheidemünze in Verkehr. Sie ist die Pflanzschule aller werktüchtigen und aller idealen Menschenbildung, aller staats- und weltbürgerlichen Qualifikationen, der Herd, die Heimat aller Gesittung und Civilisation. Bogumil Goltz Neurophilosophie und Lebensfreude: Hirnreizungen beeinflussen unser Tun, unser Tun steigert unser Können, unser Können verursacht Lebensfreude, Lebensfreude bestimmt unser Sein. © Alfred Selacher Niemand ist zu gut für diese Welt. Menschen, von denen dies gesagt wird, sind vielmehr in irgend einem BetrachteDie Ehe ist der positive Anknüpfungspunkt, die heilige Gelegenheits-Macherin für alle exakte Sittlichkeit und Treue. Sie bewahrt das Gold der Tugend und bringt zugleich ihre Scheidemünze in Verkehr. Sie ist die Pflanzschule aller werktüchtigen und aller idealen Menschenbildung, aller staats- und weltbürgerlichen Qualifikationen, der Herd, die Heimat aller Gesittung und Civilisation. ...

Große Wahrheiten sind oftmals zu einfach, daß wir sie

als solche erkennen. © Irina Rauthmann Eigentlich auch ein strafbares Delikt: Die Zeit totschlagen. © Dr. Sigbert Latzel Glück hat zumeist, wer sich auch Zeit dafür nimmt. © Martin Gerhard Reisenberg Massenauftritte ertränken das Menschliche im eigenen Übermaß. © Raymond Walden Der Gerechte aber wird durch seinen Glauben leben. Bibel Im Lyrismus findet der schlechte Autor das ideale Biotop für seine verschwommenen Gedanken. © Heimito Nollé Brot für die Welt reichlich - die dritte Welt ist nicht die Welt! © Manfred Hinrich Worte sind Hilfsmittel, um unsere Eindrücke auszudrücken. © Ernst Ferstl Ist es nicht paradox, wenn mancher auch aus der Schule plaudert, in der er nichts gelernt hat. © Oliver Tietze Die Menschheit ist eine Ansammlung von Mittelpunkten. © Dr. phil. Michael Richter

Sein Wort, das "unabwendbar wie ein Unwetter" nicht durchschaut werden kann, ... ein

Wort, das oben den Himmel bewältigt, ein Wort, das unten die Erde niederdrückt, ein Wort, das die Annunaki "Geister der unteren Welt" vernichtet. Sein Wort hat keinen Wahrsager, hat keinen Orakelbefrager; Sein Wort ist ein anstürmender Orkan, dem keiner widersteht; ... Marduks Wort ertränkt die Ernte in ihrer Reife! Des Herrn Wort ist eine anstürmende Hochflut, die den Mauervorsprung packt, Marduks Wort ist ein Dammbruch, der die Ufermauer vernichtet! ... Sein Wort ist ein verdeckter Krug: wer kennt sein Inneres? Seines Wortes Inneres ist unergründlich. (...) Ertönt Marduks Wort unten, so beugt man sich unten. Marduk Nichts ist leichter zu zerstören als das Glück eines Menschen. Es ist das Ergebnis einer unendlichen Reihe von Ursachen und schwer zu fassenden und doch sehr tief reichenden Bedingungen. Sully Prudhomme Willst du todt sein für die Mitwelt, Um der Nachwelt Dank zu finden? Nimmer duften dir die Kränze, Die sich um den Grabstein winden. Darum stirb nicht ...